Freitag, 30. März 2018

Die abendliche Karfreitagsliturgie

Kreuzverehrung
Der Einzug der Priester, Diakone und Ministranten in die schmucklose Kirche in völliger Stille ist immer wieder ein Erlebnis. Kein Orgelspiel, nichts, einfach Stille. Und dann werfen sich die Priester und Diakone im Altarraum auf den Boden - im stillen Gebet am Todestag Christi. Ein Tag starker Symbolik.

Nach den Lesungen aus dem alten und neuen Testament wird die Leidensgeschiche Jesu vorgelesen. Dann steigt unser "Pfarrerlehrbub" (das Jahr vor der Diakon-Weihe) Johannes aufs Podium - in der Kirche Ambo genannt - und spricht in seiner eigenen Sprache von seinen sehr persönlichen Gedanken vor Jesus am Kreuz (siehe weiter unten). Man denkt bei seiner  authentischen, ehrlichen, einfachen und offenen Ausdrucksweise spontan an ein Video, das Sie hier in unserem Blog finden können.

Die Verehrung des Kreuzes durch alle Kirchenbesucherinnen und Kirchenbesucher ist ein weiterer Teil der heutigen Liturgie. Wir legen dem sterbenden Christus am Kreuz Blumen zu seinen Füßen hin. Und - welche starke Symbolik - diese Blumen werden der Blumenschmuck in der Osternacht sein und die Freude der Auferstehung unterstreichen.

Die großen Fürbitten für vieles, von der Politik über die Kirche bis zu uns selbst, das uns bewegt schließen die Liturgie ab. Wir begleiten noch den toten Jesus zu seinem Grab, das in Stockerau am Fuße des Altares seiner Mutter liegt. Beim Ausgang bekommt wir noch ein Gebetskärtchen überreicht.

Hier gibt es einige wenige Bilder mehr und das verteilte Gebetskärtchen. 

Und hier gibt es das Statement von Johannes Eibensteiner. Aber gehört muss man es haben...

Was für mich der Kreuzestod Jesu persönlich bedeutet.

Johannes Eibensteiner
(D. Ungrad)
Ich bin davon überzeugt, dass er alles für mein Leben bedeutet – ich hab's nur noch nicht realisiert. Ganz realisieren werd' ich es wohl erst, wenn ich sterbe.
Dass Jesus am Kreuz für mich gestorben ist, glaube ich erst einmal einfach – das ist mir vielleicht so geschenkt – wurde mir so gelernt. Dieser Glaube wurde mir weitergegeben. Wenn ich aber mal tiefer darüber nachdenke, dann wird mir schnell bewusst, dass es genau das ist, wonach ich mich im tiefsten sehne. Es gibt jemanden, der um mich kämpft, sich für mich einsetzt und zwar bis zum Tod sogar. Und dieser jemand ist nicht irgendjemand, sondern es ist Gott selbst. In Jesus hat Gott ja gezeigt, wie er ist und wie er zu uns ist.
Ich erinnere mich, dass wir als Kinder in der Schule oft gewetteifert haben,  wer den stärksten Papa hat. Oder auch jetzt noch: Wie selbstbewusst ist man, wenn man einflussreiche, bekannte Freunde hat...angenommen Dietrich Mateschitz wäre mein bester Freund, der alles für mich tun würde. Ich würde sehr selbstbewusst durchs Leben gehen können. Müsste mir um viele Dinge wie Geld, Job,… keine Sorgen mehr machen. Mein Freund würde mir ja helfen sobald ich in Not geraten würde. Ich könnte also recht befreit dahinleben.
Das echt krasse ist, dass wir – vorausgesetzt das mit Gott stimmt alles – einen Gott haben, der bewiesen hat, dass er alles für uns gibt und der ist immerhin allmächtig. Würden wir das echt glauben, müssten wir uns keine Sorgen mehr machen. Jeden Tag in der Früh versuch' ich mir, das bewusst zu machen: Gott ist da und er kämpft heute für mich, für mein Glück – das hilft mir oft sehr konkret. In schwierigen Situationen versuche ich dann, trotzdem zu vertrauen… und mache oft die Erfahrung, dass Gott eingreift. An diese Momente versuche ich mich, in der Früh nach dem Aufstehen zu erinnern.
Wo ich das noch persönlich erfahren kann, was Jesus für mich am Kreuz getan hat, ist ganz unspektakulär in den Sakramenten. In der Messe feiere ich zwar mit anderen, aber ich begegne ihm dann in der Kommunion ganz persönlich. Oder für mich auch ganz besonders die Beichte. Ich schaue, dass ich da einmal im Monat hingehe. Nicht weil ich muss, sondern weil es einfach ein Geschenk ist. Ich mache sehr oft die Erfahrung, wie erleichtert ich wieder weggehe und wie wieder neu Kraft da ist, um das Leben wieder anzugehen. Weil ich weiß, dass Gott mich so lieb hat, dass er sogar bereit ist, dafür ans Kreuz zu gehen, darum kann ich mich auch ehrlich anschauen – auch mit meinen dunklen Seiten, meiner Sünde. Da tun wir uns heute ja ganz schwer, weil jeder versucht ein möglichst perfektes Bild von sich aufrechtzuerhalten und Schuld ist möglichst immer jemand anders. Ich bin so froh, dass ich in der Beichte die Möglichkeit hab', einmal zu sagen, wo ich Schuld bin ohne Angst haben zu müssen, dann verurteilt und verachtet zu werden vom anderen. Ganz im Gegenteil - hier begegnet mir Jesus selber, der wegen mir Leiden musste und sagt: Fang neu an. Das hat eine Kraft! Oft schon haben sich für mich Situationen nach einer Beichte geändert, die vorher ausweglos schienen.
Und so realisiere und erfahre ich Tag für Tag mehr, was der Kreuzestod Jesu für mich in allen Bereichen meines Lebens bedeutet. Was ich zuerst im Glauben angenommen habe, erweist sich im konkreten Leben immer mehr als verlässlich. 

Noch mehr Ratschenkinder

 Auch in Unterzögersdorf ratschen die Kinder durch den Ort und feiern dann "um zwa" auch den Kreuzweg in der Dorfkapelle. Sandra Bauer hat uns drei Fotos geschickt. Schau'n Sie sich das an.


Kinder vor den Vorhang!

Eine der 16 Gruppen.
Am Sonntag, den 11. März stellten sich unsere Erstkommunionkinder im Rahmen eines Wortgottesdienstes vor. Da die Vorstellung in der Halbzehnuhrmesse wegen der vielen Angehörigen der Erstkommunionkinder nicht sinnvoll möglich war, wurde dieser Vorstellungs-Gottesdienst heuer um 11 Uhr gefeiert. Wer traurig ist, dass er bei der Vorstellung nicht dabei sein konnte, der kann sich jetzt in unserem Fotoalbum dank Pastoralassistentin Nina Högler (sie ist für die Erstkommunion im Pfarrteam verantwortlich) die 16 Gruppen im Bild ansehen.
Erstkommunion ist bei uns in Stockerau an 2 Terminen: Am 15. April feiern die Kinder der Volksschule Wondrak ihre Erstkommunion, am 22. März sind die Kinder der Volksschule West dran.

Hier ist das Vorstellungsalbum mit allen 16 Gruppen.

Die Glocken sind in Rom

Daher müssen unsere Kinder am Karfreitag und am Karsamstag mit den lauten Ratschen durch Stockerau ziehen. Wir haben sie am Karfreitag vormittags mit Führer Max Am Kellern getroffen.

Das Bild wird größer, wenn Sie drauf-klicken. Aber Sehen allein genügt nicht, das Hörerlebnis ist beeindruckend.

Gründonnerstag in Stockerau

Die Fußwaschung
Wir feiern am Gründonnerstag das Andenken an das letzte Abendmahl. In dieser festlichen Messe gibt es einige Besonderheiten.
Nach dem festlichen Gloria schweigen die Glocken und die Orgel und bis zur Osternacht gibt es stattdessen die Ratschenkinder und den A-Capella-Gesang der Schola. Nach der kurzen Predigt, in der Pfarrer Markus Beranek auf die Szene zwischen Petrus und Jesus beim letzten Abendmahl einging, wo Petrus sagt: "Niemals wirst du mir die Füße waschen", aber vom Herrn überzeugt wird, dass er diesen Dienst annehmen muss, um ganz in Jesus Christus zu sein. So sollen auch wir nicht nur gute Menschen sein und "tun", sondern sollen auch die Gnade Gottes und seinen Dienst annehmen können.
Danach folgte die Fußwaschung, die Pfarrer Markus Beranek heuer an 6 Personen vornahm. Die Kommunion wurde wie in den letzten Jahren etwas näher an einem gemeinsamen Essen und Trinken gefeiert. Die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher standen in 4 großen Kreisen und aßen gemeinsam das Brot und tranken den Wein.
Anschließend an den Gottesdienst wurde das Allerheiligste zum Marienaltar - dem Ölberg des  Abends - übertragen und der Altarraum von allem Blumenschmuck, Kreuzen, Kerzen, Tischtüchern, Mikrophonen, usw. befreit - nackt und kahl bleibt er bis zum Abend des Karsamstages. Danach folgte die Ölbergandacht, die mit Taize-Liedern und besinnlichen Texten gefeiert wurde.

Hier gibt es noch ein paar Bilder.

Und hier die Texte, die zur Fußwaschung gesprochen worden sind. Dazwischen hat Schola und Volk das schöne Taize-Lied Christus das Licht... gesungen.

Texte zur Fußwaschung 2018

Lied: Christus, dein Licht

Herr Jesus, du hast deine Jünger geliebt bis zur Vollendung deines Weges. Du hast sie gekannt: mit ihrer Liebe, ihrem Ringen, ihren Fehlern und Wunden. Trotz allem Versagen hast du ihnen niemals deine Liebe entzogen.
Du stehst auch zu uns bis zur Vollendung. Nichts und niemand kann uns von dir trennen. Nie werden wir dir zu klein, zu unwürdig, zu schuldbeladen sein. Du holst uns herein, du beugst dich nieder, um uns die Füße zu waschen und all dem, was uns selbst an uns klein und unwürdig erscheint nicht auszuweichen.

Lied: Christus, dein Licht

Herr Jesus, Petrus hat eine große Scheu gespürt, dass Du ihm die Füße wäschst. Es fällt ihm schwerer, sich von dir bedienen zu lassen als selbst den Dienst zu tun.
Jesus wir bitten dich um den Mut, dass wir dich an uns heranlassen. Dass wir uns von dir bedienen und berühren lassen. Dass wir zulassen, dass du ganz nahe an uns herankommst. Unser Heil liegt nicht in unserer Leistung und nicht in den großen Taten, die wir vollbringen. Du wäschst dem Petrus die Füße und du wäschst uns die Füße, weil dein Heil und deine Liebe dein Geschenk sind.

Lied: Christus, dein Licht

Herr Jesus, du hast deinen Jüngern die Füße gewaschen trotz aller Widerstände und Zurückhaltung. Lass auch uns nicht im Stich und hilf uns all die Widerstände und Hindernisse auszuräumen, die uns zu dir auf Distanz halten. Schenk du uns das Vertrauen, dass du in unsere Wunden deinen Segen, in unsere Kleinheit deine Größe, in unsere Schwachheit deine Kraft legst. Hilf uns Menschen zu sein, die sich von dir berühren lassen und denen deine Berührung zu Herzen geht.
Begleite und bereite uns durch diese Tage, dass wir mit deinem Weg vertraut werden, dass du uns kein Fremder bleibst. Das wir ausharren bei dir, und mit dir den Schritt ins Leben tun.

Lied: Christus, dein Licht

Herr Jesus, in deiner Nähe werden wir verwandelt. Deine Berührung geht nicht spurlos an uns vorbei. Schenke uns Geduld und Hoffnung, dass du uns an uns nicht vergeblich handelst. Schenke uns ein waches Herze, damit wir deine Gegenwart auf unserem Weg erkennen.
Und wandle unser Herz, damit wir nach deinem Beispiel auch aufeinander schauen. Uns nicht zu gut sind auch den anderen die Füße zu waschen. Nicht, um ein gutes Werk zu vollbringen – sondern weil deine Liebe uns drängt.

Lied: Christus, dein Licht

Dienstag, 27. März 2018

Palmsonntag in Stockerau

Karl Trabauer hat uns eine Reihe von Fotos vom Palmsonntag geschickt. Die Fotos zeigen die Weihe der Palmzweige, die Prozession, den Kindergottesdienst und den   Palmgottesdienst für die "Großen" mit der Leidensgeschichte.

Hier sind die Fotos.
                                                                                                                   

Freitag, 23. März 2018

Zwei Wallfahrten zu Maria

Es werden zwei ganz verschiedene Wallfahrten zu Orten angeboten, an denen die Mutter Gottes Maria besonders verehrt wird.


  • Am 14. Mai 2018 pilgert die Legio Mariens  nach Mariazell
  • Vom 27. Juli bis zum 1. August 2018 organisiert Penner-Reisen eine Pilgerreise mit dem Bus nach Lourdes
Details zu beiden Pilgerfahrten finden Sie auf den Plakaten, die durch einen Klick darauf lesbar werden.


Ein Kreuzweg auf den Michelberg

Am Palmsonntag findet um 14:30 in Haselbach der Dekanatskreuzweg stett. Der Weg führt von der Kirche in Haselbach (Treffpunkt) auf den Michelberg. Bei Schlechtwetter bleibt der Kreuzweg in der Kirche.

Wir zitieren von der Webseite marterl.at:

Chronik: 
Der Kreuzweg wurde auf besondere Initiative von P. Gebhard Zenkert, ehemaliger Pfarrer von Haselbach und Niederhollabrunn gebaut. Die Dienstbarkeit hat der Kulturverein Niederhollabrunn. Der Kreuzweg ist zur Gänze auf Gemeindegrund errichtet. 

Beschreibung: 
Vom Friedhof in Haselbach führt der Kreuzweg entlang des Rossgrabens und weiter auf dem Jakobsweg durch den Wald bis zur Michelbergkapelle. 13 weiße Breitpfeiler, gedeckt mit roten Dachziegeln, in verschiedenen Abständen gesetzt, führen 1,9 km zum Gipfel des Michelberges. In den Breitpfeilern ist hinter einer Verglasung das jeweilige mit Fassadenfarbe gemalte Kreuzwegbild (Sr. Renate Schartlmüller). Alutafeln vorne bezeichnen die Station und das betreffende Impulswort dazu. An der linken Seite ist der Spender des Marterls oder sein ausgewählter Spruch angebracht. Die Marterl selbst sind aus Betonguss und wurden auf Betonsockeln versetzt.

Bild und Zitat von obiger Webseite,.

Donnerstag, 22. März 2018

Gottes Wort begegnen

Geri Braunsteiner, Pastoralassistent in der katholischen Pfarre Stockerau, bietet ein Bibel- Kennenlernen-Seminar an, das an 6 Abenden, jeweils Mittwoch von 19:30 - 21:00 am 11.04., 18.04., 25.04., 02.05., 09.05., und 16.05.2018 im P2 -Pfarrzentrum Stockerau stattfindet.

Geri schreibt:
Ein offenes Angebot für ALLE, die die Bibel näher kennen lernen wollen. Es sind keine Vorkenntnisse nötig! Nehmen Sie ihre Bibel wiedereinmal zur Hand, Gott will uns in seinem Wort begegnen!

Ein Angebot der röm.kath. Pfarre Stockerau Kirchenplatz 3, 2000 Stockerau
Tel.: 02266/62771 E-Mail: geribraunsteiner@pfarrestockerau.at

Ein Blick in den Schaukasten

Unser Plakateteam hat für den Schaukasten wieder ein kunstvolles Osterplakat verfertigt, das wir den Schaukastenfernen nicht vorenthalten möchten. Die Ostertermine können Sie als Online-Fan ja leichter hier lesen.


Dienstag, 20. März 2018

Die Karwoche in Stockerau

Palmweihe am Rennerplatz
In den orthodoxen Kirchen ist ja das Osterfest der Höhepunkt des Kirchenjahres, aber auch der Höhepunkt der familiären Feierlichkeiten und Glückwunschorgien des Jahres. Bei uns hat sich das Feiern und Glückwünschen mehr auf die Weihnachtszeit verlagert. Dennoch gehört für viele Stockerauerinnen und Stockerauer die Osterzeit zu den Gelegenheiten, wo man die Kirche aufsucht und sich mit der Freude der Auferstehung anstecken lässt.

Darum hier ein paar Hinweise auf die Vorbereitung auf dieses Osterfest in der Karwoche. Zum Osterfest und zu den Beichtzeiten gibt es je einen eigenen Artikel.

Die Feierlichkeiten beginnen mit dem Stadtkreuzweg am Freitag, den 23. März, wo wir vom Friedhof (Treffpunkt 19 Uhr) bis zur letzten Station in der katholischen Pfarrkirche gehen.

Am Palmsonntag (25. März, Achtung Sommerzeit - die Uhren werden vorgestellt - die Nacht ist kurz) feiern wir den Einzug Jesu in Jerusalem mit der Palmweihe um 9 Uhr am Rennerplatz, der immer besonders gestalteten Lukas-Passion (Leidensgeschichte Jesu) und der Hl. Messe. Auch im Kloster St. Koloman beginnt die Palmweihe um 9 Uhr.

Am Gründonnerstag, wo wir das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern feiern, beginnt der Abend mit einem Kindergottesdienst um 17 Uhr, Frühschlafengeher können um 17:30 die Abendmahlfeier im Kloster mitfeiern. In der Pfarrkirche beginnt die Zeremonie inklusive Fußwaschung um 19 Uhr und endet mit der Ölbergandacht. Davor werden alle Kerzen und aller Schmuck im Altarraum entfernt und der Tabernakel steht offen, weil Jesus am Ölberg seine letzten Stunden verbringt. Die Glocken sind beim Gloria der Abendmahlfeier schon Richtung Rom geflogen.

Der Karfreitag ist der einzige Tag im Kirchenjahr, an dem keine Hl. Messe gefeiert wird. Dafür sollten Sie ordentlich fasten. Um 15 Uhr gibt es gleich drei Gottesdienste: Die Kinderkreuzweg im P2, einen Kreuzweg in der Pfarrkirche und die Karfreitagsliturgie im Kloster. Um 15:30 wird in der Arche eine Karfreitagsandacht gefeiert. In der Pfarrkirche beginnt die Liturgie um 19 Uhr mit dem stillen Einzug der Priester, Diakone und Ministranten, die sich dann zum stillen Gebet vor dem leeren Altar auf den Boden werfen. Die feierlichen Fürbitten, die Leidensgeschichte nach Johannes und die Kreuzverehrung, bei der wir alle Blumen mitbringen, die wir vor dem Kreuz niederlegen, beenden die eindrucksvolle und so ganz andere Zeremonie des Karfreitags.

Am Karsamstag können Sie in der Pfarrkirche das Hl. Grab besuchen, wo unsere Minis wachen und beten. Um 15 Uhr gibt es zum Beispiel in Ernstbrunn in der Pfarrkirche ein schönes, traditionelles Konzert, wo das Streichquartett von Hayden "Die sieben letzten Worte des Erlösers" im Gedenken an den verstorbenen Wiener Philhamoniker Wilhelm Hübner aufgeführt wird. Eine stille Zeit am Nachmittag dieses stillen Tages.

Osterfreude kehrt im Herzen ein

Unsere katholische Kirche hat ein Sakrament, das etwas "aus der Mode" gekommen ist, wenn man sich an die langen Schlangen vor den Beichtstühlen noch vor der Jahrtausendwende erinnert. Dennoch ist das Bußsakrament wahrscheinlich eine sehr moderne Einrichtung, denn es ist nicht nur Aussprache und Gespräch über das, was einen belastet, sondern auch eine Vergebung, ein Freimachen von diesen Belastungen - Sünden genannt - durch Gott selbst. Er hat seinen Aposteln - und in ihrer Nachfolge den Priestern - gesagt: "Wem ihr die Sünden vergebt, dem/der sind sie vergeben." (Evangelium nach Johannes, Kapitel 20, Vers 23). Das kann auch unsere moderne Psychotherapie noch nicht leisten...

Hier sind die Beichtzeiten (Gründdonnerstag bis Karsamstag von 7-12 und 14-18 Uhr) und die Beichtväter in unserer Pfarrkirche. Und eines ist gewiss: Die Schlangen vor den Beichtstühlen werden wohl "enden wollend" sein.

Wenn es Ihnen zu klein zum Lesen ist, dann einfach draufklicken.

Ostern in Stockerau

Das Osterfeuer in Stockerau
Ostern beginnt in Stockerau mit der Auferstehungsfeier für Kinder am Karsamstag (31. März)  um 18 Uhr in der Kirche. Die nächste Gelegenheit, die Auferstehung Jesu zu feiern ist um 20 Uhr im Kloster. Um 20:30 beginnt dann die große Osternachtsfeier in der Pfarrkirche mit der Weihe des Feuers, dem großen Osterjubel - dem Exsultet - den Lesungen und dann der Feier der Eucharistie mit Tauferneuerung und Auferstehungsprozession, die am Rennerplatz beim Flackern des Osterfeuers endet. Die Osterliturgie wird vom Chor und "großen" Orchester der Familienmessen mit gemüt- und schwungvollen Liedern unserer Zeit musikalisch gestaltet. Auch die beiden Orgeln kehren wieder aus Rom zurück.

Am Ostersonntag sind ja hoffentlich wie bei Goethe schon die Bäche vom Eise befreit, Sie können um 9 Uhr das Osteramt im Kloster oder um 9:30 das Osterhochamt in der Pfarrkirche mitfeiern. Beate Kokits wird unseren Kirchenchor, Solistinnen und Solisten und ein kleines Orchester dirigieren.  Sie werden Mozart's Missa brevis in G (KV 140) hören. Im Kloster ist die Ostermesse zur gewohnten Zeit um 9 Uhr und um 10 Uhr gibt es den Ostergottesdienst im Landespflegeheim Arche. Auch unsere kroatischen Landsleute werden um 12 Uhr in der Pfarrkirche einen feierlichen Ostergottesdienst feieren.

Am Ostermontag ist um 9:30 eine Familienmesse und dann gehts los. Nämlich zum Ostereiersuchen in den Pfarrhofgarten. Im Kloster ist die Ostermontagsmesse wieder um 9 Uhr. Um 16 Uhr gibt es dann noch einen österlichen Gottesdienst im Seminarraum des städtischen Pflegeheimes beim Krankenhaus.

Am Abend wird dann wieder in der Pfarrkirche Wein ausgeschenkt und dazu gibt es Musik. Es beginnt um 18 Uhr und nennt sich "Weinverkostung der besonderen Art". Und der Ertrag der Veranstaltung kommt in die Pfarrzentrumssparkassa. Hier geht es zum Plakat.

Frohe Ostern wünschen wie Ihnen noch nicht, aber wir wünschen Ihnen eine besinnliche Karwoche als gute Vorbereitung auf Ostern.

Kirche und Wein - geweinsam

Es ist schon eine "Kult-Veranstaltung" geworden: Die Weinverkostung in unserer Pfarrkirche. Schon im alten Testament haben die Kundschafter als Beweis, dass im gelobten Land nicht nur Milch und Honig fließen eine riesige Weintraube  mitgebracht, die sogenannte Kalebstraube.
Wein spielt seit den Zeiten des alten Testamentes in der Kirche eine wichtige Rolle. In unserer Pfarrkirche können Sie am Ostermontag, den 2. April ab 18 Uhr Weine aus unserer Region verkosten und auch wieder dazu gute Musik hören.


10 Jahre am Pilgerweg

Die Initiative "Jakobsweg Weinviertel" wurde vor 10 Jahren von Landesrat Edmund Freibauer und unserem ehemaligen Pfarrer und damaligem Bischofsvikar Dr. Matthias Roch ins Leben gerufen. In der Zwischenzeit ist viel passiert: Der Weg wurde gut beschrieben und beschildert, Pilgerbegleiter wurden ausgebildet (der Stockerauer Pilgerbegleiter ist Karl Hochfelsner) und rund um den Pilgerweg entstanden viele touristische und spirituelle Möglichkeiten. Und sogar unser Pfarrverband trägt jetzt den schönen Namen Am Jakobsweg-Weinviertel.

Wir zitieren hier eine Presseaussendung dazu:

Presseinformation, 16.03.2018

Seit 10 Jahren im Dienste für den Jakobsweg Weinviertel

Weinviertel / Niederösterreich: Im Rahmen des diesjährigen regionalen Pilgertreffens wurden die beiden Gründungsväter Edmund Freibauer und Matthias Roch für ihr besonderes Engagement für den Jakobsweg Weinviertel sowie Bischofsvikar Stefan Turnovsky für die Weiterführung des Pilgerwesens im Weinviertel feierlich geehrt.

Vor 10 Jahren war der Jakobsweg Weinviertel noch eine Idee, inzwischen liegt die Eröffnung 8 Jahre zurück. Die Redner des heurigen Pilgertreffens hielten Rückschau und Ausblick auf das Pilgerwesen im Weinviertel. Matthias Roch präsentierte mit seinem Rückblick die Geburtsstunde des Jakobswegs Weinviertel. Edmund Freibauer freut sich über die Weiterentwicklung des Pilgerwesens, es wurde ein Verein gegründet – der neue Obmann ist Gerhard Schütt, ein Mann der ebenfalls von Anfang an dabei war.

Bischofsvikar Stefan Turnovsky baute diese Bewegung weiter aus, es entstanden mehrere Bibelwege in den letzten Jahren, die auf großes Interesse stoßen.

Eine sehr persönliche Laudatio zur Ehrenmitgliedschaft wurde von Landesrat Karl Wilfing gehalten. Laut ihm verdient das Engagement der Beteiligten große Anerkennung, wenn die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt zusammenkommen, dann gelingen Projekte.

Und jetzt noch ein Blick in die Zukunft: Ein grenzüberschreitendes Pilgerprojekt mit Südmähren wird eingereicht und 2019 wird es ein Pilgersymposium im Weinviertel geben. Auch geführte Touren am Jakobsweg Weinviertel stehen 2018 wieder auf dem Programm.

Pilgernd durch das Weinviertel unterwegs
Geführte Tagestouren 9.6 und 8.9.2018
2-Tagestouren: 15. – 16. September 2018
Information:
Weinviertel Tourismus GmbH 02552/3515
info@weinviertel.at


Individuell unterwegs
Um bestens für das individuelle Erlebnis gerüstet zu sein, finden Sie Karten, Wegbeschreibungen, Unterkunftsverzeichnis sowie hilfreiche Tipps & Tricks im Reisehandbuch Jakobswegweiser – im Buchhandel und bei Weinviertel Tourismus erhältlich.

Beratung, Information und Buchung sowie Bestellung des Folders:
Weinviertel Tourismus GmbH, Wiener Straße 1, 2170 Poysdorf, Tel. + 43 (2552) 3515, info@weinviertel.at www.jakobsweg-weinviertel.at

Sonntag, 18. März 2018

Geballtes Interessantes

Ein Beitrag darf es am heutigen Sonntag- Abend doch noch sein. Die Katholische Aktion gibt von Zeit zu Zeit einen Newsletter heraus, der immer interessante Themen zum Inhalt hat. Schauen Sie einmal hinein - es kostet Zeit, aber es zahlt sich aus, z.B. nur als ein Beispiel Traude Novy's Blogbeitrag "Abgewirtschaftet".

Alle Hinweise finden Sie im Newsletter hier.  Auch das ist Katholische Kirche. In heutiger Sprache.

Göttweig stellt aus

Links Abt Columban
Für alle, die beim Abend mit Abt Columban und Bruder Stephanus dabei waren, ist dieser Hinweis auf 2 Ausstellungen im Stift Göttweig vielleicht besonders interessant - für alle anderen aber auch:

Hier geht es zum ausführlichen Text im Web der Diözese.

Eine Ausstellung berichtet vom Großen Brand des Stites im 18. Jahrhundert, die andere ist die Fortsetzung der ersten Luther-Ausstellung im Gedenkjahr 5000 Jahre Reformation.

Bild: Vom obigen link.

Post aus Uganda

Einfach draufklicken!
Schwester Christa Petra vom Kloster St. Koloman hat uns die Information über eine Neugründung eines Klosterstandortes ihres Ordens SSpS in Uganda geschickt. Sie finden im Zeitungsbericht eine genaue Schilderung der Umstände.

Eine kurze Zusammenfassung in Deutsch:
Die Pfarre liegt direkt an
der Grenze zum Südsudan.
Zwei Schwestern, eine von den Philippinen und die andere aus Indonesien, beginnen im Norden Ugandas (in der Pfarre Lodonga in der Diözese Arua) ihre Arbeit, die derzeit nicht sosehr für das Land Uganda gedacht ist, sondern für die hunderttausenden Flüchtlinge aus dem Südsudan, dem jüngsten Land unserer Erde, das in grauslichen Geburtswehen, sprich Kämpfen der einzelnen Interessensgruppen, liegt. Im Laufe des Jahres 2018 ist an die Erweiterung des Team gedacht. Derzeit, bis ein altes Gesundheitszentrum renoviert ist, werden die Schwestern am Standort des "Geschwister-Ordens" SVD logieren.
Auch wenn dieser Einsatz "nur" ein Tropfen auf dem heißen Stein ist: Das sind die Entscheidungen und Taten, die den Geflüchteten nahe ihrer Heimat den Optimismus und die Unterstützung geben, der nötig ist, um sie von einer Flucht weit weg, auch nach Europa, abzuhalten und auszuharren, bis sie in ihre Heimat wieder halbwegs im Frieden leben können. Darum loht es sich, solche Organsationen zu unterstützen.

Wenn Sie mehr wissen wollen, dann googeln Sie einfach "Bidi Bidi" - das größte Flüchtlingscamp der Welt mit 2017 über 280.000 Menschen, täglich überqueren 2000 Menschen dir Grenze vom Südsudan (12 Mio. Einwohner) nach Uganda (36 Mio. Einwohner).

Zitat:"In aller Welt wird Uganda gelobt: Das ostafrikanische Land habe eine außergewöhnlich liberale Flüchtlingspolitik - und das mit 1,3 Millionen Geflüchteten im Land. Doch viele Flüchtlinge haben es trotzdem schwer. Und die Belastung für die Ugander steigt".

Wenn Sie den Projekten des Klosters finanziell helfen wollen, dann lesen Sie bitte hier weiter. Dort gibt es auch einen "zweckdienlichen" IBAN.

(Das "CLT", das im Bericht vorkommt, ist das Führungsteam des Ordens - Congregational Leadership Team)

Predigt vom fünften Fastensonntag

Am fünften Fatsensonntag (18. März 2018) war das Thema der Fastenpredigt von Pfarrer Markus Beranek "Wandlung". Im Rahmen des Gottesdienstes wurden auch Heike,  Kandidatin für die Erwachsenen-Taufe in der Osternacht, zur Vorbereitung für die Taufe die Hände gesalbt und Pfarrer Markus Beranek übergab ihr feierlich den Text unseres Glaubensbekenntnisses, das wir anschließend alle gemeinsam beteten. Hier gibt es die Bibeltexte des Sonntages.

Predigt 5. Sonntag der österlichen Bußzeit - Wandlung

Dunkle Wolken stehen am Horizont der Geschichte Israels. Die Babylonier haben entgegen aller Hoffnungen die Stadt erobert und einen König nach ihren Vorstellungen eingesetzt. Der Prophet Jeremia hat schon lange das Unheil kommen sehen. Er hat schwer darunter gelitten, dass seine Volksgenossen sich wenig um die Weisung Gottes gekümmert haben. Damit haben sie ihre Identität als Volk Gottes aufs Spiel gesetzt. Und tatsächlich: die große Katastrophe, die Zerstörung der Stadt Jerusalem steht unmittelbar bevor. In dieser höchst angespannten Situation entsteht das Trostbuch, aus dem wir zuerst einen der Kernsätze gehört haben. Gott selbst ergreift die Initiative und wird den Menschen seines Volkes das Gesetz ins Herz schreiben.

Gesetz meint nach jüdischer Überzeugung nicht eine Ansammlung von Paragraphen, sondern eine von Gott geschenkte Lebensweisheit. Wer aus dieser Weisheitstradition lebt, wer dieses Gesetz befolgt, der wird glücklich. Wenn das Gesetz also aufs Herz geschrieben ist, dann geht es nicht mehr um die Frage „darf ich das tun?“, „muss ich mich daran halten?“, „Habe ich eh nichts falsch gemacht“, sondern dann finden Menschen in ein ganz unmittelbares Verhältnis zu Gott, sie haben die Fähigkeit zwischen wichtigen und unwichtigen Dingen, zwischen dem, was förderlich ist für das Leben und dem, was hinderlich ist zu unterscheiden.

Für uns Christen ist diese Verheißung in Jesus ganz erfüllt. Er ist der neue Mensch, der die Weisung Gottes ganz verinnerlicht hatte, dem das Gesetz ins Herz geschrieben war – das hat ihm seine Weite und seine große Freiheit auch im Umgang mit Normen und Vorschriften geschenkt.

Das Johannesevangelium schildert uns einen Jesus, der mit einer erstaunlichen Gelassenheit und Freiheit von seinem Leidensweg redet und auf seinen Tod zugeht. Bei Johannes ist das Kreuz nicht nur Marter, es ist Wandlung, es zeigt, wie sehr Gott die Menschen liebt, dass er alle Ressourcen einsetzt, um uns entgegenzukommen und, weil das Wesen Gottes, das Herz Gottes am Kreuz Jesu greifbar wird, deshalb sagt Jesus bei Johannes, dass er am Kreuz verherrlicht wird.

Für uns Christen geht es nicht darum, dass wir eine Lust am Leiden entwickeln. Es geht nur darum, dass wir uns von Jesus, von seiner Liebe anrühren lassen. Das kann tatsächlich unser Herz verändern. Das kann uns innerlich frei machen, wachsen lassen, helfen so manche Kleinkariertheit zu überwinden. Es braucht unser Mittun – und es geht doch um viel mehr als angestrengt gute Vorsätze.

Ich glaube, der entscheidende Schritt ist es immer, völlig unbefangen mein Leben, meine Freude am Leben, aber auch meine Mühe, mein Scheitern, meine Sorgen ins Gebet hereinzuholen. Eine hervorragende Art zu beten ist es, einmal am Tag beim Herrn Jesus eine Sprechstunde in Anspruch zu nehmen. Mich mit ihm auszureden. Ihm mein Leid klagen, ihm meinen Dank sagen, so schauen, was er denn da tun würde, was er mir sagt. Diese Übung kann auch unser Herz verwandeln. Sie kann uns helfen, unsere tiefste Sehnsucht freizulegen, die nicht in Enge und Egoismus gefangen ist, sondern wo die tosenden Wasser der Freiheit und der Lebendigkeit in uns eine gewaltige Lebenskraft entfalten.

Franz von Assisi hat als junger Mann diese Sehnsucht gespürt und gleichzeitig eine große Dunkelheit und Schwere ins einem Leben wahrgenommen. In diesen Monaten hat er regelmäßig in dem kleinen, verfallenen Kirchlein von San Damiano vor dem berühmten Kreuz gebetet. Ich bete das Gebet immer am Beginn meiner stillen Zeit. Vielleicht kann es auch ihnen eine Hilfe sein, um eine neues, weites Herz zu beten – um ein Herz nach dem Herzen Jesu.

Altissimo glorioso Dio,
illumina le tenebre de lo core mio
et da me fede diricta,
sperança certa e caritade perfecta,
senno et cognoscemento,
Signore,
che faça lo tuo santo
e verace commandamento. Amen.

Höchster, glorreicher Gott,
erleuchte die Finsternis
meines Herzens
und schenke mir rechten Glauben,
gefestigte Hoffnung
und vollendete Liebe.
Gib mir, Herr,
das rechte Empfinden und Erkennen,
damit ich deinen heiligen
und wahrhaften Auftrag erfülle.
Amen.

St. Koloman's Fastenimpuls 5. Woche

Fünfte Fastenwoche (18. - 24. März)

KLUGHEIT

Die Klugheit, die unser Gewissen lenkt, kann uns helfen, die richtigen Schlüsse aus den Fragen der
Vorwochen zu ziehen. Und zwar nicht nur im Allgemeinen, sondern im Konkreten – nicht im
folgenlosen Theoretisieren, sondern in der Alltagspraxis unserer Lebenssituationen. Sie kann uns anspornen, gemeinsam mit anderen gute Lösungen für sozial und ökologisch ausgewogenere Lebensmodelle auszuprobieren. Und sollten uns Bedenken plagen, dass unsere kleine Kraft keinen globalen Wandel bewirken könnte, hören wir auf ein Wort von Papst Franziskus:
„Aus diesen Samen der Hoffnung, die geduldig in den vergessenen Peripherien des Planeten ausgesät werden, … werden große Bäume heranwachsen, werden dichte Wälder der Hoffnung entstehen, um diese Welt mit Sauerstoff zu versorgen.“

Eine gesegnete Karwoche und ein
friedvolles Osterfest wünschen von
Herzen die Steyler Missionsschwestern
und die Redaktion der Pfarre Stockerau.


Gestaltung des Impulses:
Mag. Wolfgang Bartsch, Niederösterreich
Familienvater, Betriebswirt im öffentlichen Dienst, in der Freizeit kleinstbäuerlich, im interreligiösen Dialog (www.dialog16.at) und schriftstellerisch tätig (u.a. „Samen der Hoffnung - Systemkritik von Papst Franziskus und seine Ermutigung zum Wandel“, 2017 – via https://www.bod.de/buchshop/samen-derhoffnung-
wolfgang-bartsch-9783744809726, bestellbar – publiziert mit freundlicher Unterstützung des Vereins
"Religion - Begegnung - Friede"

„… für alle, die mit mir
noch auf der Suche sind
nach einer Welt,
die es vielleicht nie
geben kann.“

Konstantin Wecker (Lied „Leben im Leben“)

Danke an www.ssps.at

Freitag, 16. März 2018

Emilie und Oskar Schindler

Der Film „Schindlers Liste“ ist den meisten Leuten bekannt.

Erika Rosenberg lernte Emilie Schindler, die Frau von Oskar Schindler, in Argentinien persönlich kennen und begleitete sie die letzten Jahre ihres Lebens. Im Zuge ihrer Recherchen für die „unbesungenen Helden“ führte sie auch mit Emilie viele Interviews, die sie in ihren Büchern und Vorträgen verwertete. Insofern gilt Erika Rosenberg als Nische unter den Historikern, wenngleich sie nicht als Zeitzeugin bezeichnet werden kann.
Erika Rosenberg wird in der Woche vom 9. – 13. April in verschiedenen Schulen im Weinviertel sowie auch für Erwachsene Vorträge über Emilie und Oskar Schindler halten. Für Stockerau ist die Stadtgemeinde der Veranstalter.

Am 9. April um 18:30 wird Erika Rosenberg im Lenausaal des Z2000 über Emilie und Oskar Schindler erzählen. Paul Gulda wird den Abend musikalisch gestalten.




Pfarrheuriger im April

Am Samstag, den 7. April gibt es wieder den beliebten Pfarrheurigen im P2 - Pfarrzentrum Stockerau. Gut essen und gut trinken - und die Renovierungssparbüchse des P2 füllen.




Dienstag, 13. März 2018

Minibrotaktion

Minibrot für Maxinot - so hieß es lange bei dieser traditionellen Sammelaktion der Katholischen Jugend für Projekte in aller Welt. Heuer gibt es die Aktion am 18. März (Sonntag) nach allen Gottesdiensten.

Einen Ausschnitt aus dem Plakat 2018 sehen Sie im Bild. Heuer geht es um Projekte in Äthiopien und Peru.


Gemeinsam trauern...

Die Caritas bietet etliche Möglichkeiten in Wanderungen und Spaziergängen mit anderen über einen traurigen Anlass zu reden. "Gemeinsam geht es weiter" heißt der schöne Titel. Hier finden Sie alle Informationen dazu. Einfach draufklicken, um es besser zu lesen.


Noch einmal Großrußbach - für Kinder

Für Kinder gibt es am Samtag, den 21. April 2018 einen Nachmittag mit dem Titel "Kennst Du Franziskus?". Da ist sowohl der von Assisi als auch der vom Vatikan gemeint. Mehr dazu steht am Plakat. Die Veranstaltung ist eine Idee des Fachausschusses Verkündigung des Vikariates Nord, zu dem auch unser Pfarrverband gehört.


Tanzen Sie leidenschaftlich?

Dann haben wir für Sie interessante Angebote aus dem nahem Bildungshaus Großrußbach gefunden. Details zu den einzelnen Tanzabenden - oder tagen gibt es auf der Tanz-Seite des Bildungshauses.  Hier nur ein paar Schlagworte:

  • Russische Tänze - Aufbauseminar am 23.03.18
  • Die Bibel bewegt am 14.04.18 - Brannte uns nicht das Herz? - Ausdruckstanz und Bibel
  • Tanzbilder der Freude am 27.04.18 - Sakraler Tanz - Tanz als spirituelle Praxis
  • Internationaler Welttanztag - World Dance Day 2018 am  29.04.18 - Klezmertanz mit Palawatsch - Das Bildungshaus tanzt: Tanzen Sie mit!
  • Ariadne - Wandlungen im Tanz am  04.05.18 - Tanzseminar mit Dr.in Gabriele Wosien, München
  • Frauen-Ritualtänze - Quellen alter Weisheit am 01.06.18 mit Laura Shannon
  • Rikudet Am  - IIsraelische Folkloretänze am  07.09.18
Dazu gibt es auch eine Tanzreise nach Griechenland zum Festival im Kloster Panagia Soumela vom 4. - 18. August. Mehr dazu auf www.choretaki.com.

Montag, 12. März 2018

Stadtkreuzweg

Am Freitag, den 23.März, gehen wir wieder beginnend um 19 Uhr  beim Friedhof einen Kreuzweg durch Stockerau.

Klicken Sie auf das Bild links, um die Stationen herausfinden zu können.

Wenn Sie einen Eindruck bekommen wollen, wie das aussieht, dann surfen Sie einfach zum Fotoalbum vom Stadtkreuzweg 2016.




Gebet für die Stadt Stockerau

Am Freitag, den 9. März trafen sich zum ersten Mal im katholischen Pfarrzentrum P2 Christinnen und Christen der  Evangelikale Freikirchliche Gemeinde und der römisch katholischen Pfarrgemeinde von Stockerau zu einem "Lobpreisabend" - Gebet für die Stadt Stockerau.  Unser Pfarrer Markus Beranek schreibt darüber:

Erstmals trafen sich Christen der freikirchlichen Gemeinde und der katholischen Pfarre zu einem gemeinsamen Gebet. Der Abend war geprägt von Lobpreis-Liedern, einem biblischen Impuls von Geri Braunsteiner und freiem persönlichen Gebet. Im Anschluss war klar, dass wir diesen Impuls eines Gebets für die Stadt auch in Zukunft weiterführen wollen. Die abschließende Agape war von einer herzlichen Atmosphäre geprägt.
Ich finde es spannend, dass wir als Christen unterschiedlicher Traditionen in unserer Stadt von einander lernen, vor allem aber ganz deutlich zeigen, dass wir alle für den einen Jesus Christus einstehen, denn wir können uns das nicht mehr leisten, dass wir gegeneinander arbeiten. Ich glaube, wir haben einen ganz klaren Auftrag von Jesus zusammenzustehen. Ich bin dankbar, dass dieses Miteinander möglich ist und eine so gute Beteiligung gefunden hat.

Bild: Das Plakat auf der Webseite der Evangelikalen Freikirchlichen Gemeinde Stockerau

Sonntag, 11. März 2018

Wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt

Das klingt sehr wild, Friedrich Nietzsche könnte so formuliert haben, und der war kein Freund der Kirche. Es ist aber ein Zitat aus einem Buchtitel: Der Jargon der Betroffenheit - wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt von Erik Flügge, der durchaus ein Kircheninsider und Freund der Kirche zu sein scheint und heute ein Beratungsunternehmen für Politikberatung führt - und natürlich sein Buch verkaufen will.
Wie kommt das Weblog der Pfarre Stockerau zu diesem Thema? Pastoralassistentin Sissy Hanke hat vom kürzlich stattgefundenen Theologischen Tag erzählt, bei dem Herr Flügge einen "beeindruckenden" Tag gestaltet hat.  Sie können sich noch nicht vorstellen, warum es ihm geht? Hier ist ein Videointerview vom Deutschen Katholikentag 2016 mit Herrn Flügge. Hörenswert, aber 20 Minuten lang.


Hier kann man ein paar Ausschnitte vom Buch lesen, auch das Buch kaufen und hat auch Hinweise, wo man noch dieses Buch online bestellen kann. Stockerauer können auch ganz einfach zu unserer Buchhandlung, nur 50 m vom Kirchenportal entfernt, gehen und der Wirtschaft der Stadt Gutes tun (wenn man die zunehmend leeren Geschäftsportale im Zentrum der Stadt betrachtet, ein sehr sinnvolles Unterfangen).

Predigt am 4. Fastensonntag

Markus Beranek, Pfarrer von Stockerau und weiteren vier Pfarren des Pfarrverbandes Am Jakobsweg Weinviertel, predigte heute am 11. März zum Thema des Evangeliums. Bei der Familienmesse um 9:30 saßen viele Kinder rund um ihn und der Herr Pfarrer präsentierte ihnen einen Rucksack voller Lasten - von Scherben bis zu Schulheften - der wirklich schwer war. Die Kirchenbesucherinnen und -besucher schrieben dann auf Zettel eine schwere Last, die sie gerade drückt. Diese Lasten wurden eingesammelt und in einem Rucksack zu Jesus ans Kreuz gebracht. Ein schönes Bild, wie er unsere Lasten trägt und zumindest mitträgt. Hier finden Sie die Texte des heutigen Tages, am Ende auch das heutige Evangelium, auf das sich die Predigt bezieht.

Und um 11 Uhr stellten sich dann in der Kirche die rund 100 Erstkommunionkinder des Jahres 2018 in einem Wortgottesdienst vor.

Predigt 4. Sonntag der österlichen Bußzeit
In Jerusalem hat Jesus mit dem Hinauswurf der Händler aus dem Tempel kräftig für Gesprächsstoff gesorgt und sich auch ganz schön Gegner gemacht.
Das hindert einen frommen Juden, Nikodemus, aber nicht daran, Jesus aufzusuchen. Er tut es heimlich, in der Nacht. Er ist kein Jünger Jesu, aber er bleibt Jesus sein Leben lang verbunden und wird ihn auch im Hohen Rat verteidigen und schließlich federführend bei seinem Begräbnis beteiligt sein.
Mir scheint, Nikodemus ist so eine Gestalt, von der wir uns auch heute bei der Hand nehmen lassen können um auch in unserer Dunkelheit des Glaubens, also mit unseren Fragen und Zweifeln auf die Suche zu gehen, wer dieser Jesus ist.
Johannes schildert uns ein ausführliches Gespräch mit Jesus. Es ist so etwas wie ein Express-Kurs des Glaubens von dem wir heute im Evangelium nur den zweiten Teil hören. Glauben das heißt: von der völlig anderen Logik und Lebensweise Jesu erfasst werden – Johannes nennt das „Neugeboren werden“. Aber was heißt das? Es braucht uns nicht peinlich zu sein, wenn uns das zu hoch, weil es auch nicht Nikodemus versteht.
Und dann schaut Jesus nach vorne hin zu seinem grausamen, brutalen Tod am Kreuz. Aber dieser Tod am Folterwerkzeug erscheint bei Johannes auch in einem anderen Licht. Jesus greift dazu zurück auf die Erzählung des Volkes Israel von der Wanderung durch die Wüste. Dort wird das Volk von einer fürchterlichen Schlangenplage heimgesucht. Aber: wer zu der bronzenen Schlange aufschaut, die Mose gemacht hat, der bleibt am Leben. Jesus setzt sich zu dieser Schlangenskulptur des Mose in Beziehung. Das Kreuz wird aufgerichtet, Jesus wird am Kreuz emporgehoben, erhöht. Und zugleich ist „erhöht werden“ ein typisches Wortspiel des Johannes. Jesus ist weit mehr als die Schlange, die Mose in der Wüste an einer Stange befestigt hat. Erhöht werden steht auch dafür, dass Jesus zu seinem Vater heimkehrt – dass der Weg zum Kreuz nicht Untergang und Zerstörung, sondern Leben, Neubeginn und Aufatmen bedeutet.


Für mich selbst war es in den letzten Jahren eine erstaunliche Entdeckung, dass mir gerade dieser verwundete, geschundene, blutige Jesus am Kreuz so nahe gekommen ist. Wenn ich mich selber verwundet erlebe, wenn ich an meine Grenzen stoße, wenn ich an meinen Fehlern leide, wenn ich schlecht aufgelegt bin: immer wieder erlebe ich, wie der Blick auf den Gekreuzigten Jesus mich tröstet, meine Seele nährt, sich für mich anfühlt wie eine Heilsalbe, die ich auf die aufgeschundene Haut auftrage. Meine Verwundungen bleiben – aber ich entdecke, dass es nicht darum geht perfekt und fehlerfrei zu sein, sondern dass meine Wunden und Fehler mich ermutigen, mich selber dem verwundeten Jesus anzuvertrauen – und das führt auch unweigerlich dazu, einen anderen Blick auf die Wunden anderer Menschen zu haben. Ich glaube, wer wirklich einen geistlichen Weg gehen will kommt nicht herum, verwundet zu werden oder zu seinen Wunden - seinen Grenzen, Fehlern, Einseitigkeiten zu stehen. Das heißt kräftig drunter zu leiden und das heißt genau dort vom gekreuzigten Herrn berührt und umarmt zu werden.
Nikodemus kommt in der Nacht und er tappt im Dunkeln. Nikodemus lernt im Blick auf Jesus seiner Sehnsucht zu folgen. Seine ganze Logik stellt sich auf den Kopf und er kommt von Jesus nicht mehr los.

Das wünsche ich ihnen: sie dürfen sich schwer tun mit dem Kreuz, sie dürfen mit dem Herrn Jesus am Kreuz hadern. Sie dürfen sich auch mit den Wunden ihres Lebens schwer tun und darunter leiden. Aber ich wünsche ihnen, dass sie von diesem verwundeten und gekreuzigten Jesus nicht mehr loskommen sondern vielmehr Schritt für Schritt entdecken, wie sehr uns dieser verwundete Jesus im Verwundetsein unseres Lebens nahe ist, tröstet, aufrichtet und im Angesicht aller dunklen Erfahrungen erst recht lebendig werden lässt.

Fotos: Sigi Braunsteiner

St. Koloman's Fastenimpuls 4. Woche

Vierte Fastenwoche (11. - 17. März)

GERECHTIGKEIT

Gerechtigkeit hat viel mit Verantwortung, Fairness, Balance und Harmonie in unseren Beziehungen zur Mitwelt (Mensch und Natur) zu tun.

Lassen wir uns von der Frage provozieren: Was müssten wir tun, damit unser Denken, Sprechen und Handeln noch ungerechter wird?

Was bewahrt uns davor, so zu agieren?

Freitag, 9. März 2018

Gablitz hilft

Draufklicken....
Nicht nur Stockerau hilft den Flüchtlingen, auch in (vielen) anderen Orten Niederösterreichs wird schon viele Jahre beginnend mit der Bosnienkrise geholfen. Aber hier in Gablitz wurde von Dorota Krzywicka-Kaindel und F. Roch auch ein Kino-Kurzfilm gedreht, der Einblick in dieses Helfen gibt. Der Film wurde dieser Tage in Wien im Schikanederkino in der Margarethenstrasse bei vollem Haus vorgeführt und dann wurde geleitet von der Journalistin Livia Klingl darüber diskutiert, bevor zum teilweise von den Flüchtlingen verfertigten Buffet geschritten wurde.

Hier gibt es dazu den Bericht im Bezirksblatt.

Begegnen hilft

Am Sonntag den 11. März 2018 ist von 15-17 Uhr wieder Begegnungscafe im P2 - Pfarrzentrum Stockerau (Kirchenplatz 3). Bauen Sie Ihre durch die Boulevardmedien und die sozialen Medien aufgebauten Ängste wieder ab, die Begegnung mit unseren Stockerauer Flüchtlingen - meist aus Afghanistan, aber auch Syrien und dem Irak - wirkt! Machen Sie sich ein Bild aus erster Hand.

Und wenn es Ihnen Spaß macht, dann können Sie auch ein paar Mehlspeisen zum Kaffee mitbringen. Bis Sonntag!


Eine bemerkenswerte Diskussion

Frau Anonym hat heute, Freitag, 10:14 einen Kommentar in unserem Pfarr-Blog verfasst, der an einer Stelle geschrieben ist, wo ihn unsere Leserinnen und Leser nicht entdeckt hätten. Aber unser Pfarrer Markus Beranek hat den Kommentar gelesen und den Kommentar und des Pfarrers Antwort haben wir hier an leicht auffindbarer Stelle zusammengefasst, denn es ist ein aufregendes Thema und wir freuen uns über jeden konstruktiven Kommentar, sehr viele sind es ja leider nicht. Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser zu diesem Thema mitreden wollen, dann benützen Sie doch die Kommentarfunktion am Ende dieses Artikels.

Der Kommentar von Frau Anonym:

Zuerst einmal der Versuch die Fakten zu sammeln:
Lt. Statistik Austria halten sich Geburten und Sterbefälle österreichweit in etwa die Waage.
(https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bevoelkerung/index.html)
Knapp 1 % Todesfälle und etwas über 1 % Geburten pro Jahr.
In Niederösterreich gibt es statistisch 4,9 Eheschließungen auf 1.000 Einwohner.
(https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bevoelkerung/eheschliessungen/023637.html)
Stockerau hatte 2017 16.955 Einwohner  (http://www.stockerau.at/Ueber_uns/Zahlen_Fakten)

Das Pfarrblatt hat eine Auflage von 6.800 Exemplaren und erreicht demnach ca. 40 % der Stockerauer Bevölkerung. Es weist in der Ausgabe März 2018 im Berichtszeitraum (November 2017? – Februar 2018? = 4 Monate? (Anmerkung der Redaktion:18.11. - 4.2. war der Zeitraum genau)) 27 Todesfälle und im gleichen Zeitraum 7 Taufen, sowie keine kirchlichen Trauungen aus.
Rein statistisch heruntergerechnet auf die Pfarre müssten im Berichtszeitraum ca. 7 kath. Eheschließungen stattgefunden haben.

Folgende Fragen drängen sich mir auf:
Warum liegt die Zahl der (kirchlichen) Todesmeldungen im Berichtszeitraum in etwa im österreichischen Schnitt, während die Zahl der Taufen nur mehr ca. 1/3 der anteiligen Geburten umfasst? Ist die Taufe dermaßen „aus der Mode gekommen“? Hat sich die Struktur der Stockerauer Bevölkerung in ihrem Bezug zur kath. Pfarre bereits dermaßen verändert? Erreicht die kath. Pfarre die jungen Menschen nicht mehr oder bemüht sie sich vielleicht auch gar nicht genug darum? Wird vielleicht der Zuzug, der zu einem großen Teil durch Jungfamilien gebildet wird, überhaupt nicht mehr angesprochen? Rein statistisch heruntergerechnet auf die Pfarre müssten im Berichtszeitraum ca. 7 kath. Eheschließungen stattgefunden haben. Ist die kirchliche Trauung nicht einmal mehr ein hohles Ritual? Haben die kirchlichen Sakramente für die jungen Menschen überhaupt keine Bedeutung mehr? Ist das katholische Lebensmodell überhaupt eines, das im Auslaufen ist? Ja, und warum ist das so? Ist der Religionsunterricht nicht mehr zeitgemäß, so dass sich der Wert der christlichen Lehre für die Menschen überhaupt nicht mehr erschließt? Bin ich inzwischen auch eine „Gestrige“, die die Zeichen der Zeit verschlafen hat? Meine Fragen könnte ich endlos fortsetzen, aber nur noch eine letzte: Gibt es irgendeine Antwort darauf?

Ja es gibt eine Antwort darauf, sogar eine recht schnelle, die natürlich auch wieder Fragen aufwirft. Hier ist die Antwort von Pfarrer Markus Beranek:

Grundsätzlich beobachten Sie hier eine Entwicklung, die für Stockerau, Wien, den deutschen Sprachraum aber im Grunde die gesamte westliche Welt gilt. Wir befinden uns in einem epochalen Umbruch, der sich auch in einem massiven Bedeutungsverlust von Kirche äußert. Relativieren möchte ich die von Ihnen genannten Zahlen nur soweit, dass wir das Pfarrblatt an Haushalte und nicht an Einzelpersonen verteilen und obendrein dort nicht einwerfen können, wo Werbung unerwünscht ist. Taufen und Hochzeiten verteilen sich nicht regelmäßig über das ganze Jahr, daher finden in den Wintermonaten nur ganz wenige Taufen und Hochzeiten statt (Anmerkung der Redaktion:  Auch die Märzausgabe der Stockerauer Stadtzeitung meldet im Zeitraum 14.11 - 13.2.2018 "nur" 3 Geburten, aber 16 Sterbefälle). Die Zahlen des Vorjahres wären etwa 73 Taufen, 81 Erstkommunionkinder, 82 Firmungen, 20 kirchliche Hochzeiten, 115 kirchliche Begräbnisse,  aber auch 111 Austritte aus der katholischen Kirche (und 6 Eintritte).

Die Gründe sind vielfältig: Menschen leben ihren Glauben individueller, die Bedeutung von öffentlichen Institutionen wird insgesamt geringer, die religiöse Vielfalt wird größer – aber wenn Sie sich in Ihrem Freundes und Bekanntenkreis umhören, werden Sie vermutlich eine ganze Reihe persönlicher Gründe hören.

Diese Entwicklung beschäftigt uns als Diözese und als Pfarre sehr stark. Ein Aspekt ist es, dass wir mit April des vergangenen Jahres den Pfarrverband Am Jakobsweg-Weinviertel errichtet haben, in dem fünf Pfarren in Zukunft stärker miteinander kooperieren werden. Darüber hinaus sind wir auf vielfältige Weise am Versuchen, wie wir neu auf Menschen zugehen können. Ein Schritt dabei ist es, dass wir uns bemühen in den Sonntagsgottesdiensten auf unterschiedliche Zielgruppen verstärkt einzugehen. Das trägt teilweise Früchte, teilweise stehen wir damit noch sehr am Anfang. Für unsere Diözese und unsere Pfarre erlebe ich sehr inspirierend den Austausch mit der anglikanischen Kirche in London, wo diese Entwicklung sich bereits vor 30 Jahren deutlich abgezeichnet hat. In einzelnen Gemeinden wurden dort Antworten gefunden, die sich auch dadurch auszeichnen, dass junge Menschen dort auf einmal wieder ihren Platz in der Kirche entdecken können. Die Herausforderung ist sicher, dass sich Dinge nur in vielen kleinen Schritten verändern lassen und dass es nicht eine einfache Antwort gibt. Allein das Thema Gottesdienstgestaltung zeigt, wie unterschiedlich Menschen sind und was für die einen ansprechend und einladend ist schreckt die anderen ab und umgekehrt.

Ich erlebe diese Entwicklung selbst als sehr herausfordernd und sie findet in einer atemberaubenden Geschwindigkeit statt. Sie macht mir Sorgen und auch Hoffnung. Vieles wird sich verändern. Aber die Chance ist, dass Menschen ihren Glauben neu und bewusster entdecken. Wenn ich in diesem Zusammenhang an unsere Alpha-Abende (http://alphakurs.at) denke, wo Menschen sich zu Begegnung, Impulsen, Austausch und Gebet treffen, dann habe ich viel Hoffnung, dass inmitten all dieser Abbrüche und Veränderungen auch etwas Neues, sehr Lebendiges zu wachsen beginnt.

Insofern freut es mich, dass Ihnen diese Entwicklung Sorge bereitet, auch darin kann ein wichtiger Schritt zu einer positiven Veränderung liegen – wo sehen Sie Ihren Platz, Kirche mit zu gestalten und zu einer guten Zukunft beizutragen? Ich freue mich, von Ihnen zu hören, mit einem herzlichen Gruß

 Markus Beranek, Pfarrer

Donnerstag, 8. März 2018

Caritas at Work

Unsere Pfarrcaritas hat einen großen Transport  für die Obdachlosen- Betreuung  der österreichischen Caritas organisiert. Vieles, was Sie gespendet haben - vor allem Bettwäsche, Handtücher und Badetücher aus unserem Caritaslager im Keller des P2 -, wurde von fleißigen Händen heraufgetragen und verladen.


Karl Hochfelsner hat uns diese drei Fotos geschickt.

Ora et Labora - ein Klosterleben mitten in der Welt

Abt Columban
Am 6. März erzählten Abt Columban Luser und Bruder Stephanus Schmid, beide Mönche im Stift Göttweig mit einer Stockerauer Geschichte, vom Beten, Lesen und Arbeiten im einem Bendiktinerkloster. Ein voller Saal mit etwa 130 Besucherinnen und Besuchern lauschte andächtig.

Der Abend begann mit einem Film (hier aus Youtube), den die Viking Cruises für ihre hauptsächlich US-amerikanischen Kunden gedreht haben (daher in englischer Sprache), die jeden Tag zwei Mal mit Kreuzschifffahrtsgruppen das Stift besuchen und mit 30.000 Gästen pro Jahr ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor für das Kloster sind.

Bruder Stephanus
Aber es ging nicht nur um die Wirtschaft. Bruder Stephanus Schmid, Jahrzehnte lang Bank-Manager in Stockerau, sprach über das Lesen und Beten im Kloster. Den Abt Columban fragte Moderator Wolfgang Flandorfer mehr über die wirtschaftlichen Dinge, das Arbeiten, und ob sich das von einem Betrieb "in der Welt draußen" unterscheidet. Für alles - das Beten, Lesen und arbeiten findet man in der Regel des Ordens, die der Hl. Benedikt schon im 6. Jahrhundert nach Christus verfasst hat, Hinweise und Randbedingungen. Jeder Mönch muss lesen und schreiben können und Entscheidungen werden durchaus "demokratisch" gefällt. Erstaunlich für diese frühe Zeit...

Es gab auch einige Bilder zum Einblick in das Klosterleben und Auszüge aus der Regel auf der großen und perfekten Videoanlage unseres neuen P2.

Zum Ende der Veranstaltung beantworteten beide Mönche noch die Frage, wie sie persönlich ihren Weg ins Stift Göttweig gefunden haben.

Der kurzweilige Abend endete mit der Verkostung von Göttweiger Weinen, Göttweiger Marillenbrezeln, ganz frischem von einem Göttweiger Bruder gebackenen Brot.  Alles von unseren Gästen mitgebracht, um das Spendenkörberl für die Renovierungskasse des P2 zu füllen. Dafür ganz herzlichen Dank. Auch unser Hof-Zuckerbäckermeister Gerhard trug mit köstlichen Kipferln zum Erfolg des Abend bei. Auch er  einer der KoloMänner, einer Männergruppe der Pfarre, die den Abend organisiert hatte. Der gesamte Spendenerlös von ca 1100 € kommt in die P2-Sparkasse.

Danke dafür unseren Gästen und Zuhörern.

Hier gibt es ein paar Bilder und hier die auf der Videoleinwand gezeigten Bilder und Texte der Regel des Hl. Benedikt.