Donnerstag, 22. November 2018

Happy birthday to You

130 Jahre wird unsere Orgel im Jahr 2018 alt. Das muss fest gefeiert werden. Dafür gibt es eine spezielle Orgelmesse am Sonntag, 25. November um 18:30. Natürlich kann dazu unsere Kauffmann-Orgel nicht schweigen. Dazu hat unser Organist Johannes Lenius mit Mitwirkung von Beate Kokits und Michael Huber ein schönes Programm zusammengestellt. Lesen Sie hier darüber, aber hören können Sie es nur am Sonntagabend in der Kirche.

Orgelgeburtstag 130 Jahre Kauffmann-Orgel 25.11.2018

Diese Orgel in der Stadtpfarrkirche Stockerau wurde genau vor 130 Jahren hier aufgestellt, eine neue moderne romantische Orgel. Der romantische Instrumententyp unterscheidet sich von dem der Barockzeit erheblich: die Teilwerke lassen mehr klangliche Verschmelzungen zu und die und Stimmung erlaubt Modulationen in alle Tonarten. Dementsprechend trägt auch da kompositorische Schaffen Rechnung, und davon erklingen heute einige Beispiele.

Nach der Lesung: Max Reger, (1873-1916), Wunderbarer König. Choralvorspiel (op. 135a). Reger kannte diese Kauffmann-Orgel nicht – er entschied sich erste um diese Zeit Musiker zu werden. Sein Choralvorspiel zeigt aber deutlich das Streben des dynamisch abgestuften Verlaufes innerhalb eines Stückes und gestaltet jede Veszeile des Liedes (die Melodie findet sich im GOTTESLOB Nr 387) in unterschiedlichen Lautstärken.

Zur Gabenbereitung: Anton Bruckner (1824-1896), Vorspiel in d-Moll. Er durfte als einer der ersten auf dieser Orgel spielen – allerdings stand da dieses Instrument noch in Wien. In diesem Vorspiel scheinen formal noch barocke Vorblider auf, aber auch hier gehen die lauten und Liesen Phrasen nahtlos inneneinder über.

Zur Kommunion: L. J. A. Lefebure-Wely (1817-1869), Elevation ou Communion. Als hier die neue Orgel erbaut wird, war der gefeierte Pariser Orgelvirtuose bereits 19 Jahre verstorben. Er prägte aber die Orgelmusik entscheidend mit. Seine überaus volkstümliche Melodiegestaltung machte ihn zum beliebten Komponisten in den französischen Kirchengemeinden.

Zum Schluss: Pius Richter (1826-1893), Präludium. Zu der feierlichen Orgelweihe hier in Stockerau am 2. Dezember 1888 wurde musikalische Prominenz geladen: Der Wiener Hoforganist Pius Richter war daher er erste, der hier diese Orgel klangvoll präsentierte. Das mit lediglich Preludium überschriebene Werk ist ein prächtiges Nachspiel und verbindet das österliche Alleluja mit  Zitaten aus der Kaiserhymne. Kann durchaus sein, dass auch damals diese Hymne erklungen ist. Heute, am Christkönigssonntag, sei eine majestätische Anspielung erlaubt.

Die drei Zugaben:
Anton Brucker, Preludium in C-Dur „Perger“-Preludium. 
Diese Komposition ist eine „Auftragskomposition“ für den Organisten in Perg. Die aufmerksamen Hörerinnenund Hörer erkennen eine starke thematische Nähe zum Anfang der Motette „Locus iste“. Die starken Wechsel von fortissimo bis pianissimo stellen die Ausführenden vor registriertechnische Herausforderungen.

Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901), Fughette in C über BACH, op. 123a. 
In Vaduz geboren wirkte er jedoch seit seinem 13. Lebnsjahr in München. Sein musikalisches Schaffen umfasst zahlreiche Werke für Kirchen- und Orgelmusik. Als Zeichen der Verehrung des großen Meisters der Orgel Johann Sebastian Bach beginnt er diese Fughette exakt mit der Tonfolge, die sich aus der Zusammensetzung des Namens B-A-C-H ergibt.

Gustav Merkel (1827-1885), Präludium in D, op. 160 Nr 9. 
Den Zugabenblock beschließt ebenfalls ein Hoforganist, allerdings der Dresdner Hoforganist (sozusagen ein „Amtskollege“ von Pius Richter). Es ist ein schlichtes ruhiges Stück und trägt choralähnliche Züge.

Die Festschrift

Und bei dieser Gelegenheit gibt es für dieses "herrliche Werk" auch eine Festschrift, die von Michael Huber recherchiert und geschrieben und von Johannes Lenius herausgegeben wurde.  Diese Festschrift (Einbanddeckel Bild oben, 2 Seiten mit dem Portrait von Pius Richter links im Bild) können Sie auch nach dieser Messer erwerben.

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