Sonntag, 1. April 2018

Der Ostermorgen

Das Hochamt am Ostersonntag war musikalisch dem großen Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet. Obwohl man gar nicht 100%-ig sicher ist, ob die Missa brevis in G-Dur KV 140, vom Meiser persönlich geschrieben wurde, da das Autograph verschollen ist. Aber auf Grund neuerer Forschung sieht man seine Urheberschaft als gesichert an. Es musizierten

  • Tatjana Seltsam, Sopransolo
  • Lena Fischerauer, Altsolo
  • Herbert Wodi, Tenorsolo
  • Daniel Gutmann, Basssolo
  • Katharina Kreuz und Marlies Guthauer, Violinen
  • Birgit Dormeier, Violoncello
  • Adolfo Lopez-Gomez, Orgel-Coninuo
  • und der Chor der Pfarre St. Stephan

geleitet von Beate Kokits.

Das Halleluja "Dir will ich singen ewiglich, Halleluja" stammt aus der Feder von G.F. Händel.

Uns vom Pfarrteam und von der Pfarr-Blog-Redaktion bleibt nur noch, Ihnen, liebe Leserinnen und lieber Leser,

Gesegnete und Frohe Ostern

zu wünschen. Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaft auferstanden - so sagen unsere orthodoxen Mitchristen.
Und vergessen Sie nicht: Heute ist der 1. April - haben Sie schon einen Aprilscherz gelandet?

Bild: Albrecht Altdorfer: Auferstehung Christi (Bildausschnitt),
um 1516, im Kunstgeschichte-Museum in Wien:
Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon

Und hier gibt es noch die Predigt von Pfarrer Markus Beranek vom Ostersonntag. 
Wie er selbst dazuschrieb: "So oder so ähnlich oder ganz anders wird sie sein, die Predigt".

Ostersonntag, 1. April 2018

Zu allererst nimmt uns das Evangelium mit in die Verwirrung die im Freundeskreis Jesu am Ostersonntag herrscht. Nicht genug, dass Jesus tot ist und auf so grausame Weise umgebracht wurde. Zu allem Unglück ist auch das Grab leer, der Leichnam weg. Maria von Magdala läuft hilflos zu Petrus und dem Jünger den Jesus liebt, die beiden eilen schnellen Schrittes zum Grab, um dort nichts anderes zu sehen als das leere Grab.

Das leere Grab könnte für unterschiedliches stehen: für leere Kirchen, für einen entleerten Glauben, für einen Kinderglauben, der abhanden gekommen ist, für enttäuschte Erwartungen. Das leere Grab könnte ein Symbol sein für alles Mögliche, wo wir im Leben enttäuscht und verwirrt sind.

Das Johannesevangelium baut mit Beginn der Leidensgeschichte eine Spannung zwischen Petrus und dem „geliebten Jünger auf“. Petrus ist der Jünger, der sich von Jesus faszinieren lässt, der aber im entscheidenden Moment bitterlich versagt hat, indem er sich nach der Verhaftung mehrmals deutlich von Jesus distanziert hat. Petrus ist erschüttert über den Tod Jesu – und über sich selbst. Er kommt zum Grab und er stellt nüchtern den Sachverhalt fest: das Grab ist leer und die Tücher, in die der Tote eingepackt war, liegen hier. Petrus ist uns ein Wegbegleiter überall dort, wo wir uns in unserem Glauben schwer tun und plagen und mit der Leere und Dunkelheit konfrontiert sind.

Die Spezialität des Johannesevangeliums ist der „geliebte Jünger“. Ich vermute, dass der Evangelist ihn nicht oder nicht nur als eine historische Gestalt sieht. Vielmehr ist der geliebte Jünger eine Kontrastfigur zu Petrus. Er steht für das Potential in das wir im Glauben hineinwachsen können. Von ihm heißt es ganz kurz „er sah und glaubte“.

Das leere Grab ist kein Beweis für die Auferstehung, aber es weckt in diesem Jünger die Ahnung, dass der Weg Jesu nicht hier zu Ende ist. Wenn wir das leere Grab als Symbol für unsere Enttäuschungen, vielleicht auch für unseren mühsamen und geforderten Glauben nehmen dann repräsentiert Johannes die Ahnung, dass diese Leere nicht das letzte Wort hat.

Mich erinnert das leere Grab an das Ringen um die richtigen Worte bei der Predigt, an den Versuch auszuharren, wenn ich merke, wie wir als Kirche weniger werden. Mich erinnert das leere Grab an meine eigenen Grenzen, wo ich das Gefühl habe, der Botschaft Jesu mehr im Weg zu stehen, als sie glaubhaft weiterzusagen. Und gerade in diesen Tiefpunkten, die ich in den vergangenen Wochen bei diesem nicht enden wollenden Winter immer wieder erlebt habe, habe ich immer wieder auch gespürt: meine innere Leere ist nicht der Endpunkt, sondern das Gefäß, wo sich der Raum der Sehnsucht für Gott öffnet. Das leere Grab erinnert den geliebten Jünger tief in seinem Herzen, dass Jesus von einer Zukunft über das Kreuz hinaus gesprochen hat.

Das leere Grab ist die Einladung, dass wir all die Dinge, die uns vordergründig am Glauben hindern, dass wir unseren zerbröselten Kinderglauben als Ausgangspunkt nehmen, um genau dort Gott auf die Spur zu kommen. Ich kann ihnen den Trost den ich bei der Betrachtung des leeren Grabes zutiefst spüre nicht in Flaschen abgefüllt mitgeben. Ich kann sie nur ermutigen: scheuen sie sich nicht all das, was sie am Glauben hindert, was ihnen das Leben schwer macht, was sie anscheinend von Gott fernhält anzuschauen und zum Ausgangspunkt ihres Betens zu machen. Ich kann ihnen nicht versprechen, dass das wirkt wie ein schnelles Rezept. Ich kann sie nur dran erinnern: den Frauen und Männern aus dem Umfeld Jesu ist es genau so gegangen. Inmitten der Leere ihres Glaubens haben sie Schritt für Schritt einen tiefen Frieden und Trost erfahren, eine Ahnung geborgen zu sein und eine Leichtigkeit, die sich trotz aller äußerer Strapazen tief in ihren Herzen festgesetzt hat und sie aus ganzem Herzen davon reden ließ, dass Jesus der Lebendige ist.

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