Mittwoch, 25. April 2018

Frühjahrs-Sonntag der Weltkirche

Am 29. April, einem Sonntag, wird unser Arbeitskreis Weltkirche wieder den Gottesdienst gestalten. Musikalisch wird er vom Chor und Orchester der Familienmessen unterstützt. Und nach den Vormittags-Gottesdiensten wird auch ein neu gestalteter Folder ausgeteilt, den Sie weiter unten schon ansehen können. Wenn Sie draufklicken wird es lesbarer.

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Sonntag, 22. April 2018

Erstkommunion der Volksschule West

Die Erstkommunionfeier der Volkschulen fand am Sonntag, den 15. und 22. April 2018 statt. Bei beiden Terminen waren etwa 50 Kinder dabei, die aufgeregt auf diesen Moment der ersten Kommunion warteten. Das Team (Organisation Nina Högler) hatte einige besondere Eindrücke vorbereitet. Besonders auffallend das große Herz, das neben dem Volksaltar pulsierte. Daneben erzählten zwei Puppen von den Erlebnissen der Jünger Jesu am Weg nach Emmaus.

Wir präsentieren hier nur ein paar Bilder vom 2. Termin am 22. April. Der offizielle Fotograf war Johannes Ehn, bei dem man auch die Bilder erwerben kann.

Wenn Sie alle Kindergruppen der Erstkommunionkinder ansehen wollen, dann empfehlen wir Ihnen diesen Link.

StockCity betet

Heute war die monatliche Messe der Stockerauer Katholischen Jugend, genannt StockCity Prayers. Und heute bekamen wir das neue Plakat mit den nächsten zwei Jugendmessen im Mai und Juni. Messe einmal anders erleben - ist das Motto. Auch neugierige Erwachsene sind natürlich willkommen.

Ein Klick aufs Bild wirkt Wunder.

Der gute Hirte

Heute wird das Evangelium vom guten Hirten vorgelesen. Pfarrer Markus Beranek macht sich Gedanken darüber.

Predigt 4. Sonntag der Osterzeit 21./22.4.2018


Den Zuhörern Jesu war das Bild des Schafhirten ein vertrauter Anblick. Deshalb konnte Jesus in seinen Predigten und Gleichnissen ganz selbstverständlich immer wieder darauf zurückkommen. Wie bei allen Bildern gibt es einen zentralen Punkt des Vergleiches – der besteht hier darin, dass ein Hirte seine Tiere mit ihren Eigenarten gut kennt. Genau das entspricht jetzt so sehr der Spiritualität des Johannesevangeliums. Jesus kennt uns. Natürlich sind wir keine Schafe, sondern denkende Menschen. Aber was das Bild in uns bestärken will ist das Vertrauen, dass Jesus um uns weiß, um unsere Geschichte, unseren Alltag, unsere Sorgen und Mühen. Das Bild vom Guten Hirten will uns vor allem Mut machen, die Sorge Jesu, sein Mit-uns-Sein in unserem Leben mehr zu entdecken.

Mir fällt dazu Geschichte jenes alten Bauern ein, der jeden Tag die Kirche besucht und sich lange Zeit still in die Bank setzt. Eines Tages fragt ihn der Pfarrer, was er hier macht und seine einfache Antwort lautet „er schaut mich an und ich schaue ihn an“.

Nehmen sie sich die Zeit, sich jeden Tag ein wenig oder auch ein wenig länger von Jesus anschauen zu lassen – egal wie es ihnen gerade geht. Diese einfache Übung, diese regelmäßige Erinnerung kann uns helfen zu entdecken: ja, er schaut wirklich auf mich, er begleitet mich, mein Leben ist ihm nicht fremd.

Ich kenne eine Reihe alter Menschen, die im Laufe ihres Lebens im Blick des Guten Hirten gewachsen und gereift sind. Es sind Begegnungen, wo ich dann selber gestärkt und getröstet weggehe und mich auf eigene Weise behüte erfahre.

Schenken sie diesen wohlwollenden Blick Jesu auch einander weiter!

Der Evangeliumstext:
In jener Zeit sprach Jesus: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.
Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten.
Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.

Sonntag, 15. April 2018

Eine Predigt über Glaube im Unglauben

An diesem Sonntag gibt es den Abschluß des Emmausgeschichte, die am Ostermontag begonnen hatte und mit dem ungläubigen Thomas letzten Sonntag ihre Fortsetzung fand. Das ist die Predigt von Pfarrer Markus Beranek an diesem Sonntag.

Predigt 3. Sonntag der Osterzeit 29./30. April 2017

Es ist heute der dritte Sonntag in Folge, an dem wir eine Ostergeschichte hören. Gerade die Emmausgeschichte ist nicht einfach ein
historischer Bericht. „Geschichten um Geschichte“ hat unser Wiener Neutestamentler Jacob Kremer die Osterevangelien genannt. Da haben Menschen vor 2000 Jahren ganz unmittelbar diese unglaubliche Kraft des auferstandenen Herrn erfahren und dann haben sie die Erfahrungen weitererzählt. Anhand dieser Erzählungen haben wiederum Menschen ihre eigenen Glaubenserfahrungen gedeutet – und sind für eigene Erfahrungen sensibilisiert worden – bis heute, wenn wir diese alte Geschichten lesen.

Das heute Evangelium ist der Abschluss der Emmausgeschichte aus dem Lukasevangelium. Zwei der Jünger sind Jesu in ihrer trübsinnig-verzweifelten Situation begegnet. Die Basis für diese Glaubenserfahrung war ihr gemeinsamer Weg und ihr intensiver Austausch. Sie erkennen Jesus und eilen nach Jerusalem, wo sie diese Freude mit den anderen Jüngern teilen. Ich sehe hier auch die beiden Pole, die es für unser Kirchesein heute braucht.

Glaube lebt von den konkreten Beziehungen, davon dass Menschen von Angesicht zu Angesicht über ihr Leben und damit auch über ihren Glauben reden, da muss auch die Chemie passen, das braucht eine Atmosphäre der Offenheit und des Vertrauens. Die beiden Emmausjünger stehen für mich für diesen persönlichen Austausch. Sie stehen für die Gruppen in unseren Pfarren, wo Menschen zusammenkommen, ihren Glauben teilen, sie stehen auch für unsere kleinen Gemeinden vor Ort: in den Filialen, den kleinen Pfarren, im Krankenhaus, Pflegeheim etc.. Diese kleinen Gruppen stehen dafür, dass der Glaube in die unterschiedlichen Lebenskontexte eingebettet ist.

Für die beiden Emmausjünger ist es aber auch ganz selbstverständlich, dass sie darüber hinaus zu einer größeren Gemeinschaft gehören. Wir sind Kirche am Ort – aber eingebunden in die größere Gemeinschaft des Pfarrverbandes, der Diözese, der Weltkirche. Jeder von uns hat seine eigenen Glaubenserfahrungen, darf und soll seinen eigenen Weg im Glauben gehen – aber wir dürfen uns immer auch inspirierend, phasenweise auch herausfordern lassen durch die Glaubenserfahrungen anderer Menschen in dieser größeren Kirche. Wenn ich immer nur von meinem Glauben rede, von meiner Art, wie Ich Jesus erlebe, dann könnte dieser Glaube irgendwann leicht zu einem abgestandenen, fauligen Wasser werden, das ungenießbar ist. Wenn ich mich aber von den Geschichten und Erfahrungen meiner Mitchristen inspirieren lasse, dann kann ich vielleicht völlig neue Aspekte in meinem Glauben entdecken. Diese größere Gemeisnchaft erleben die Emmausjünger in Jerusalem und Jerusalem wird in der Apostelgeschichte zum Zentrum, von dem aus die Botschaft Jesu zunehmend den ganzen Mittelmeerraum erfasst.

Vielleicht sind wir als Kirche auch deshalb für viele Menschen langweilig und unattraktiv geworden, weil wir es verlernt haben, uns von den Glaubenserfahrungen „der anderen“ inspirieren zu lassen – von jungen Menschen, von solchen, die im Leben viel durchgemacht haben, von denen, die gar nicht in den normalen Pfarren beheimatet sind.

Das heutige Evangelium könnte auch dazu einladen, beim Mittagetisch die Ohren zu spitzen, wo sich vielleicht innerhalb der Familie hinter angeblichem „Unglauben“ viel mehr „Glaube“ verbirgt, als es auf erstem Blick scheint. Das heutige Evangelium könnte einladen, die neue Woche mit einer inneren Suchhaltung zu starten, um die ganz stillen und unaufdringlichen Suchbewegungen unserer Mitmenschen zu entdecken – der Nachbarn und Arbeitskollegen zum Beispiel.

Wenn Jesus seinen Jünger die Augen öffnet für das Verständnis der Schrift, dann könnten wir drum bitten, dass auch uns die Augen geöffnet werden für die Bibel, aber zugleich für die Art und Weise, wie der Auferstandene in vielleicht viel größerem Maß die Herzen unserer Mitmenschen berührt als es uns auf erstem Blick scheint.

Eine Osterpredigt vom 3. Ostersonntag

Pastoralassistent Manfred Plattner hat uns seine Predigt vom heutigen Sonntag (in den 8 Uhr und 9:30 Messen) als Ausdioaufnahme zum Nachhören zukommen lassen.

Hier geht's zum guten Ton. 



Foto: Jakob Plattner

Freitag, 13. April 2018

Wenn Pfarrer reisen...

Dann geht es in den Semesterferien 2019 nach Zypern.

Die 8-tägige Pfarr-Reise auf den Spuren des Hl. Paulus mit Pfarrer Dr. Markus Beranek geht vom 4.-9. Februar 2019 nach Zypern. Anmeldungen mit näheren Informationen und Anmeldemöglichkeit liegen in der Kirche beim Schriftenstand auf.

Im Bild die Säule des Hl. Paulus in Paphos (Zypern).



Lassen Sie sich führen!

Die Termine für die Kirchenführungen 2018 sind festgelegt. Sie finden Sie auch in unserem Pfarrkalender. Die erste ist schon am nächsten Sonntag (22.4.)  um 14 Uhr!

KIRCHENFÜHRUNGEN
22. April 14:00: Robert Denner: Unsere Pfarrkirche als Mittelpunkt der Stadt
27. Mai 14:00: Monika Böckmann: Die Altarbilder unserer Pfarrkirche
24. Juni 10:45; Maria Jaschok: Ich sehe den Himmel offen
30. Sept. 10:45: Michael Huber: Unsere Orgel und besondere Inschriften unserer Pfarrkirche
14. Okt. 14:00:  Rosa Kölbl: Unsere Pfarrkirche - Gotteshaus und Gesamtkunstwerk

KIRCHENFÜHRUNGEN ZUR FESTSPIELZEIT
Kirchenführung mit Turmbesteigung, jeden Freitag von 29.6. bis 3.8., Freitag 18-19 Uhr
22.6. Robert Denner / 6.7. Rosa Kölbl / 13.7. Monika Böckmann / 20.7. Robert Denner /
27.7. Monika Böckmann / 3.8. Geri Braunsteiner oder Maria Jaschok

KIRCHENFÜHRUNGEN AM STADTFEST
Samstag 1.9. und Sonntag 2.9. (Sa: Robert Denner und Rosa Kölbl / So: Michael Huber und Monika Böckmann) jeweils 15-17 Uhr Möglichkeit zur Turmbesteigung / jeweils 16 Uhr Kirchenführung
2. bis 9. Februar 2019

Montag, 9. April 2018

Angst vor "Überfremdung"

Aus Schwaben
Ein Hinweis auf einen interessanten Artikel aus dem Web der Erzdiözese. Angst vor Überfremdung kommt meist durch Informationen aus zweiter Hand.  Man will dem Fremden gar nicht begegnen, "man hat gelesen und gehört, dass...". Die Frage ist dann immer, wo hat man gelesen und gehört, wer hat gesagt oder geschrieben? Warum geht man nicht einfach hin und begegnet dem/der Fremden, um sich aus erster Hand zu informieren?
In Stockerau gibt es zum Beispiel das Begegnungscafe, das immer wieder im katholischen Pfarrzentrum, im evangelischen Gemeimdezentrum oder bei der Freikirchlichen Gemeinde stattfindet. Oder man spricht beim Vorbeigehen am Bezirksgericht mit den Volksschülern der Flüchtlingsfamilien, mit denen man nach so kurzer Zeit in Österreich schon bestens auf deutsch plaudern kann. Einfach probieren.

Damit beschäftigt sich dieser Artikel.

Wenn Sie "Überfremdung" googeln.



Kennen Sie Hendrina?

Hendrina Stenmann war eine der Gründerinnen des Ordens unserer Schwestern im Kloster St. Koloman. Vor 10 Jahren wurde diese Frau unter Gottes Segen - wie es unter ihrem Bild heißt - selig-gesprochen. Am 7. Juni, einem Donnerstag, feiert auch unser Kloster St. Koloman diesen Jahrestag mit einigen interessanten Programmpunkten und einer Messe mit dem Provinzial Pater Stefan Dähler des männlichen Zweiges dieses ordens (SVD) und der Goggendorfer Blasmusik (Goggendorf liegt an der Schmida und gehört zur Gemeinde Sitzendorf). Das Programm finden Sie hier. Sie sind herzlich willkommen.

Danke Schwester Christa Petra für diesen Hinweis.


Osternacht-Schmankerl aus dem Pfarrverband

Es lohnt sich, immer wieder einmal in den Webseiten der Pfarren unseres Pfarrverbandes zu surfen. Diesmal ein Schmankerl aus Leitzersdorf. Hier geht's zur Webseite, wo man zum Beispiel auch die aktiven Gruppen der Pfarrgemeinde nachlesen kann.

Aber besonders interessant ist ein Video, auf das von der Einstiegsseite verlinkt wird, das einen Einblick gibt, wie lebendig die Osternacht in Leitzersdorf gefeiert wird. Das Lied "Mirjam" wurde hier nicht nur gesungen - wie auch in Stockerau in der Osternacht, sondern auch von einer Solotänzerin in der mystisch dunklen Kirche getanzt. Sehenswert.


Sonntag, 8. April 2018

Der ungläubige Thomas

Der ungläubige Thomas
in schwarz.
Bei der Halbzehnuhrmesse wurde, da es eine Familienmesse war, die auch besonders für die Kinder gestaltet wird, das Thema vom Evangelium - der ungläubige Thomas - in Wort und Bild dargestellt. Geri Braunsteiner mimte den Thomas, Pfarrer Markus Beranek befragte Marion Satra, Geri Braunsteiner und Sigi Braunsteiner, was sie selbst von dieser Gestalt der Bibel halten.
Ein Mensch, der nicht alles gleich glaubt - aber wenn ihn der Herr überzeugt, dann mit einer gewissen Leichtigkeit des Sein und Glauben davongeht. Diese Leichtigkeit sollten die Luftballone zeigen, die die Kinder am Ende der Messe ins Gewölbe der Kirche aufsteigen ließen.
Die Leichtigkeit
des Glaubens.
Die Musik wurde in bewährter Weise vom Familienmessenchor beigestellt, schwungvoll und be-geisternd.

Nach dem Gottesdienst bot die Pfarre an, dass die Kirchenbesucherinnen und -besucher nach vorne kommen könnten und vier Menschen für sie persönlich beten würden. Sehr viele nahmen diese Gelegenheit wahr und nahmen vielfach auch ein ausgesprochenes Anliegen mit zu diesem persönlichen Gebet.

Fotos von der Messe finden Sie in unserem Album.

Predigt vom ungläubigen Thomas

An diesem Wochenende geht es um den "ungläubigen",  weil ehrlichen Thomas. Nicht, dass wir einen neuen Pfarrer hätten, der Thomas heißt - wie vielleicht manche den Titel dieses Beitrags lesen. Nein, Pfarrer Markus Beranek (er predigt ja am liebsten Themen aus dem Markus-Evangelium) hat uns seine Sonntagspredigt samt einer Kurzfassung für Eilige (am Ende des Artikels) geschickt.

Predigt 2. Sonntag der Osterzeit 2017 Joh 20,19-31

Eigenartig, dass gerade Thomas als der Ungläubige bezeichnet wird. Petrus hat nach der Verhaftung Jesu im Hof des Hohenpriesters auch nicht gerade ein Glaubenszeugnis hingelegt, als er jede Verbindung mit Jesus abgestritten hat. Den Titel der „Ungläubige“ verdankt Thomas meiner Meinung vor allem einer Eigenschaft: dass er einfach ehrlich ist. Er bemüht sich gar nicht drum, seine Zweifel zu verstecken. Lauthals verkündet er, dass er es schlicht und einfach nicht glauben kann, dass Jesus lebt, obwohl ihm das seine Freude klar zu machen versuchen.
Ein sehr heutiger Mensch. Einer, der durch und durch authentisch ist. Der lieber auf Widerstand stößt, als sich selbst zu verbiegen. Also lieber „ungläubig“ als ein Frömmler, ein „Kerzenschlucker“, einer der sich fromm gibt, aber dessen Glaube nur Fassade ist.
Ich glaube, das Thomas in seiner selbstbewussten Behauptung, dass er Jesus selber begegnen und seine Wunden berühren will seine tiefste Sehnsucht zum Ausdruck bringt. Thomas sitzt der Schreck des Karfreitags in den Knochen. Thomas weiß, tot ist wirklich tot. Dieser Realismus bewahrt den Thomas davor in eine fromme Welt hinein abzuheben. Wenn Jesus lebt, dann nur mitsamt den tödlichen Wunden, die ihm zugefügt wurden.
Wenn wir als Kirche weniger werden, wenn geliebt Traditionen wegbrechen, dann erleben wir auch heute die Wunden Jesu.
Wenn Kirche mit ihren dunklen Seiten konfrontiert ist: Missbrauch von Macht und Sexualität in vielfältigen Formen – dann erleben wir die Wunden Jesu.
Wenn Menschen die mühsamen Seiten des Lebens erfahren, plötzlich von Krankheit überfallen und von Krisen überrollt werden, dann erleben wir die Wunden Jesu.
Wenn unser kindlicher Glaube zerbröselt, wenn uns die Frage nach Gott unruhig macht und auf einmal in unserer religiösen Vorstellung nichts mehr so ist wie vorher: dann erleben wir die Wunden Jesu
Und die erste Reaktion ist wie bei Thomas: es tut weh. Es tut unendlich weh. Es gibt kein Auskommen. Es kommt einem dabei (fast) der Glaube abhanden. Das Bild von Jesus, das Thomas hatte, ist zerbrochen, seine jugendliche Euphorie verraucht. Was bleibt ist nur eine brennende Sehnsucht. „Wenn ich nicht die Male der Nägel sehe und meine Finger nicht in seine Wunden lege glaube ich nicht.“ Thomas wünscht sich keinen Jesus der so auftaucht als wäre nichts gewesen und alles geht weiter wie vorher. Sondern er sehnt sich danach, dass Jesus mitsamt seinen Wunden, durch seine tödlichen Wunden hindurch  lebendig wird. Die grausamen Wunden der Folterung werden zum Erkennungszeichen.
Als Thomas dann Jesus tatsächlich begegnet, braucht er nicht mehr hinzugreifen. Er glaubt nicht trotz der Wunden, trotz des Leides, das Jesus erlebt hat, sondern er glaubt, weil der Jesus mit seinen Wunden der Lebendige ist.
An der Seite des ungläubigen Thomas können wir glauben lernen,
Dass in allem Niedergang von Kirche Gott neue Zukunft erstehen lässt
Dass in allen dunklen Seiten der Institution und der Menschen in der Kirche das Licht dennoch leuchtet
Dass aller Unglaube und Zweifel gar nicht so sehr der Niedergang des Glaubens, sondern oft vielleicht eine tiefe, verletzte Sehnsucht nach Gott ist
Dass in allen Grenzerfahrungen von Krankheit und Krisen Gott noch lange nicht sein letztes Wort gesprochen hat
Meine tröstlichste Osterfahrung ist, dass ich dem Auferstandenen gerade in meinen Wunden und Defiziten begegne. Dort, wo ich mit meinen dunklen Seiten konfrontiert bin erlebe ich umso stärker: es sind nicht meine großen Leistungen, es ist nicht mein vorbildlicher Glaube. Ich stehe da – suchend, fragend, verwundet und erfahre voll Staunen, dass der Auferstandenen Jesus mich gerade in den Wunden meines Lebens berührt, weil sie mich für den Lebensstrom Gottes öffnen.


Predigt 2. Sonntag der Osterzeit 2017 - Kurzfassung

Thomas ist erschüttert über den Tod Jesu.
Deshalb kann er nicht einfach ganz schnell glauben.
Thomas hat Jesus geliebt und alles auf ihn gesetzt. Nach dem Karfreitag ist seine Sehnsucht nur noch größer geworden. Der angebliche Unglaube des Thomas ist eine tiefe Sehnsucht nach dem lebendigen Gott.
Thomas sucht keinen Jesus, der aus dem Grab herauskommt als wäre nichts gewesen.
Thomas sehnt sich danach, dass der bis in den Tod verwundete Jesus durch seine Wunden hindurch lebendig wird.
Und Thomas hofft nicht vergeblich.
Wo Menschen erleben, wie in allem Niedergang von Kirche neue Zukunft entsteht:
Wo Menschen erfahren, dass ihr kindlicher Glaube zerbricht und daraus etwas ganz Neues erwächst:
Wo Menschen schwere Krisen in ihrem Leben durchleiden und daran reifen:
Überall dort begegnet Thomas auch heute dem Lebendigen, auferstandenen Jesus.

Samstag, 7. April 2018

Frühjahrspfarrheuriger


Das Fest ist noch nicht zu Ende und schon gibt es eine Fotoreportage in unserem Fotoalbum. Danke für die Bilder an die Organisatorin des Heurigen, Hedi Großschopf. Ihr und ihren unzähligen Helferinnen und Helfern gebührt großer Dank für das Ausrichten dieses immer gut besuchten Heurigen, dessen Erlös schon immer der Erhaltung unseres Pfarrzentrums - und diesmal natürlich dem Auffüllen der P2-Renovierungssparkasse dient. Und natürlich gilt der Dank auch Ihnen, den Gästen dieses Heurigen.
Die Veranstaltung selbst gibt es nur in der Wirklichkeit - noch nicht im Netz...

Wer den link übersehen hat, findet hier zu den vielen Bildern.

PS.: Und sollten Sie noch ein paar leere Tische auf den Bildern erspähen, dann denken Sie daran, dass die Bilder bereits kurz nach 17 Uhr, der Eröffnung des Festes gemacht wurden.

Freitag, 6. April 2018

Veranstaltungen im Zweierpack

Bevor wir Sie zu zwei Veranstaltungen einladen, möchten wir Ihnen  (links) das schwungvolle Plakat unseres Schaukasten-Teams zeigen, das anlässlich der Auferstehung Christi entstanden ist.  Nicht alle von Ihnen gehen am Schaukasten neben der Kirche vorbei, vor allem, weil knapp die Hälfte unserer Leserinnen und Leser nicht hier in Österreich auf unsere Seiten surfen. Dafür übrigens vielen Dank! Es können wohl nicht nur Auslands-Stockerauer sein...

Aber jetzt zu den zwei Veranstaltungen.

Am 15. April kommt die Emmausgemeinschaft aus St. Pölten zu uns nach Stockerau uns stellt nach den Messen ihren Verkaufstand auf. Es gibt Produkte aus Holz,  zB. Kinderspielzeug, aber auch Haushaltsartikel oder  Kunstgegenstände aus Email. Wenn Sie sich über die Emmausgemeinschaft informieren wollen, denn am besten unter www.emmaus.at. Das Plakat ist klein, ein Klick drauf macht es groß.

Am 21. und 22. April gibt es eine Wallfahrt nach Heiligenkreuz, bei der um geistliche Berufe gebetet wird. Ein wenig dazu finden Sie auf dem Plakat. Details dazu gibt es auf dieser Webseite.
Die Frage darf aber schon gestattet sein, warum auf einem (sehr schönen)  Plakat so wenig Infos zur Veranstaltung draufstehn.




Die Legio lädt ein

Am Donnerstag, den 26. April, um 19:30  geht es bei unserer Legio Mariens um den Heiligen Geist. Gäste sind natürlich herzlich eingeladen.

Dienstag, 3. April 2018

Gem(w)einsam - Kirche und Wein.

Am Ostermontag fand wieder die traditionellen Ostermontagkirchenweinverkostung unter dem Titel "Geweinsam - Wein und Kirche - Kirche und Wein" in unserer schönen Stadtpfarrkirche statt.

Hermann Posch
Ein paar, leider etwas wackelige Fotos von der  mit den Weinbauern Groiß, Hagenbüchl und Mantler gestalteten Weinverkostung gibt es im Fotoalbum. Es war ja recht mystisch dunkel. Christina Mölzer hat von der Kanzel lustige Karntner G'schichtln gelesen und Herrmann Posch hat vor dem Altar seinen Blues in die hallende Kirche hinausgesungen und gespielt.

Sonntag, 1. April 2018

Beste Schwestern

So ähnlich könnte man den Namen des Club's Soroptimist International  aus dem Lateinischen übersetzen. Auch der Anklang "Optimistinnen" macht den Verein sympathisch.  Der Verein hat immer ein offenes Ohr für die diversen sozialen Anliegen der Pfarre oder pfarr-naher Vereine wie punkt_um. Daher werben wir gerne für das 15. Benfizkonzert mit dem Ensemble Wien am Sonntag, den 22. April 2018 um 19:00 im Z2000. Alles Weitere steht am Plakat, das Sie per Mausklick vergrößern können.


Unser Pfarrverband wird erweitert

Insel Silba
Wie Sie, liebe Leserin und lieber Leser, vielleicht schon gerüchteweise gehört haben, - es ist nun von den drei zuständigen Kardinälen bestätigt worden - wird unser frischgebackener Pfarrverband Am Jakobsweg-Weinviertel der Pfarren  Hausleiten, Stockerau, Leitzersdorf, Haselbach und Niederhollabrunn, der am 1. April 2017 begründet wurde,  ab 1. April 2018, das ist heute, um drei weitere attraktive Pfarren erweitert. Zu verdanken haben wir es den guten Beziehungen unseres Kaplans Ivan.

Die drei neuen Pfarren sind:
  • Kolodribka
  • Silba und 
  • Premuda
Premuda
Für alle, die mit den drei Namen nichts anfangen können: Es ist die ukrainische Heimatgemeinde von
Zwei Damen des PGR Kolodribka
Ivan,  in der Nähe der Stadt  Czernowitz, die ohnedies einst österreichischer Boden war,  und die beiden Inselgemeinden vor Zadar (Kroatien), auf denen er vor seiner Stockerauer Zeit als Pfarrer gearbeitet hatte. Wie man aus stets gut unterrichteten Quellen hört, ist unter den Pfarrvikaren unseres Pfarrverbandes derzeit ein heftiger Streit im Gange, wer die Inselpfarren in der Adria betreuen darf. 
Pfarrer Markus Beranek überlegt derzeit auch, im Sommer das Hauptquartier des gesamten Pfarrverbandes nach Silba zu verlegen. Kopfzerbrechen macht noch die Namensgebung, da Am Jakobsweg-Weinviertel nicht wirklich passt. Hier dürfen wir Sie um Vorschläge bitten. Erster Preis für den Siegervorschlag ist eine Woche Lektorin oder Lektor auf Premuda. Anspruch darauf gibt es aber nicht.

Eine bisherige Pfarre unseres Pfarrverbandes, Haselbach, befürwortete diese Ergänzung ganz besonders: Denn, da Premuda nur 50 Katholiken beherbergt, ist ihre Pfarre nicht mehr die kleinste des Pfarrverbandes. 

Eine wirkliche Osterfreude, auch für unsere kroatische Gemeinde in Stockerau und unseren Diakon Anton Istuk, der einen kroatischen Migrationshintergrund hat - wie man heute sagt. 





Der Ostermorgen

Das Hochamt am Ostersonntag war musikalisch dem großen Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet. Obwohl man gar nicht 100%-ig sicher ist, ob die Missa brevis in G-Dur KV 140, vom Meiser persönlich geschrieben wurde, da das Autograph verschollen ist. Aber auf Grund neuerer Forschung sieht man seine Urheberschaft als gesichert an. Es musizierten

  • Tatjana Seltsam, Sopransolo
  • Lena Fischerauer, Altsolo
  • Herbert Wodi, Tenorsolo
  • Daniel Gutmann, Basssolo
  • Katharina Kreuz und Marlies Guthauer, Violinen
  • Birgit Dormeier, Violoncello
  • Adolfo Lopez-Gomez, Orgel-Coninuo
  • und der Chor der Pfarre St. Stephan

geleitet von Beate Kokits.

Das Halleluja "Dir will ich singen ewiglich, Halleluja" stammt aus der Feder von G.F. Händel.

Uns vom Pfarrteam und von der Pfarr-Blog-Redaktion bleibt nur noch, Ihnen, liebe Leserinnen und lieber Leser,

Gesegnete und Frohe Ostern

zu wünschen. Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaft auferstanden - so sagen unsere orthodoxen Mitchristen.
Und vergessen Sie nicht: Heute ist der 1. April - haben Sie schon einen Aprilscherz gelandet?

Bild: Albrecht Altdorfer: Auferstehung Christi (Bildausschnitt),
um 1516, im Kunstgeschichte-Museum in Wien:
Quelle: Joachim Schäfer; Ökumenisches Heiligenlexikon

Und hier gibt es noch die Predigt von Pfarrer Markus Beranek vom Ostersonntag. 
Wie er selbst dazuschrieb: "So oder so ähnlich oder ganz anders wird sie sein, die Predigt".

Ostersonntag, 1. April 2018

Zu allererst nimmt uns das Evangelium mit in die Verwirrung die im Freundeskreis Jesu am Ostersonntag herrscht. Nicht genug, dass Jesus tot ist und auf so grausame Weise umgebracht wurde. Zu allem Unglück ist auch das Grab leer, der Leichnam weg. Maria von Magdala läuft hilflos zu Petrus und dem Jünger den Jesus liebt, die beiden eilen schnellen Schrittes zum Grab, um dort nichts anderes zu sehen als das leere Grab.

Das leere Grab könnte für unterschiedliches stehen: für leere Kirchen, für einen entleerten Glauben, für einen Kinderglauben, der abhanden gekommen ist, für enttäuschte Erwartungen. Das leere Grab könnte ein Symbol sein für alles Mögliche, wo wir im Leben enttäuscht und verwirrt sind.

Das Johannesevangelium baut mit Beginn der Leidensgeschichte eine Spannung zwischen Petrus und dem „geliebten Jünger auf“. Petrus ist der Jünger, der sich von Jesus faszinieren lässt, der aber im entscheidenden Moment bitterlich versagt hat, indem er sich nach der Verhaftung mehrmals deutlich von Jesus distanziert hat. Petrus ist erschüttert über den Tod Jesu – und über sich selbst. Er kommt zum Grab und er stellt nüchtern den Sachverhalt fest: das Grab ist leer und die Tücher, in die der Tote eingepackt war, liegen hier. Petrus ist uns ein Wegbegleiter überall dort, wo wir uns in unserem Glauben schwer tun und plagen und mit der Leere und Dunkelheit konfrontiert sind.

Die Spezialität des Johannesevangeliums ist der „geliebte Jünger“. Ich vermute, dass der Evangelist ihn nicht oder nicht nur als eine historische Gestalt sieht. Vielmehr ist der geliebte Jünger eine Kontrastfigur zu Petrus. Er steht für das Potential in das wir im Glauben hineinwachsen können. Von ihm heißt es ganz kurz „er sah und glaubte“.

Das leere Grab ist kein Beweis für die Auferstehung, aber es weckt in diesem Jünger die Ahnung, dass der Weg Jesu nicht hier zu Ende ist. Wenn wir das leere Grab als Symbol für unsere Enttäuschungen, vielleicht auch für unseren mühsamen und geforderten Glauben nehmen dann repräsentiert Johannes die Ahnung, dass diese Leere nicht das letzte Wort hat.

Mich erinnert das leere Grab an das Ringen um die richtigen Worte bei der Predigt, an den Versuch auszuharren, wenn ich merke, wie wir als Kirche weniger werden. Mich erinnert das leere Grab an meine eigenen Grenzen, wo ich das Gefühl habe, der Botschaft Jesu mehr im Weg zu stehen, als sie glaubhaft weiterzusagen. Und gerade in diesen Tiefpunkten, die ich in den vergangenen Wochen bei diesem nicht enden wollenden Winter immer wieder erlebt habe, habe ich immer wieder auch gespürt: meine innere Leere ist nicht der Endpunkt, sondern das Gefäß, wo sich der Raum der Sehnsucht für Gott öffnet. Das leere Grab erinnert den geliebten Jünger tief in seinem Herzen, dass Jesus von einer Zukunft über das Kreuz hinaus gesprochen hat.

Das leere Grab ist die Einladung, dass wir all die Dinge, die uns vordergründig am Glauben hindern, dass wir unseren zerbröselten Kinderglauben als Ausgangspunkt nehmen, um genau dort Gott auf die Spur zu kommen. Ich kann ihnen den Trost den ich bei der Betrachtung des leeren Grabes zutiefst spüre nicht in Flaschen abgefüllt mitgeben. Ich kann sie nur ermutigen: scheuen sie sich nicht all das, was sie am Glauben hindert, was ihnen das Leben schwer macht, was sie anscheinend von Gott fernhält anzuschauen und zum Ausgangspunkt ihres Betens zu machen. Ich kann ihnen nicht versprechen, dass das wirkt wie ein schnelles Rezept. Ich kann sie nur dran erinnern: den Frauen und Männern aus dem Umfeld Jesu ist es genau so gegangen. Inmitten der Leere ihres Glaubens haben sie Schritt für Schritt einen tiefen Frieden und Trost erfahren, eine Ahnung geborgen zu sein und eine Leichtigkeit, die sich trotz aller äußerer Strapazen tief in ihren Herzen festgesetzt hat und sie aus ganzem Herzen davon reden ließ, dass Jesus der Lebendige ist.

Die Botschaft der Osternacht

Pfarrer Markus Beranek's Predigt in der Osternacht über das Evangelium nach Markus, der ihm laut einer Nebenbemerkung in der Predigt sehr sympathisch ist - schon wegen seines Vornamens... 

Predigt der Osternacht 30.3.2018


Es ist eigenartig, dass ausgerechnet in der Osternacht das Evangelium mit diesen Worten endet „sie sagten niemand etwas davon, denn sie fürchteten sich“. Die meisten Bibelwissenschaftler gehen davon aus, dass das das ursprüngliche Ende des Markusevangeliums ist. Was dann noch kommt wurde angefügt, weil nachfolgende Generationen diesen unfertigen Schluss nicht ausgehalten haben.

Ich habe mir auch lange Zeit damit schwer getan. Mittlerweile glaube ich, dass es zum pointierten erzählerischen Geschick des Autors des Markusevangeliums gehört. So erzählt Markus von den Jüngern, die am Beginn des Evangelium ganz und gar von Jesus in den Bann gezogen sind und die ihn im Laufe des Evangeliums immer weniger verstehen, bis sie dann in der Leidensgeschichte ganz verschwinden. Die Frauen aus dem Umfeld Jesus stehen beim Kreuz, sie kommen zum Grab – aber wie das ausgeht haben wir gerade gehört. (Wir können nicht mit Sicherheit sagen, wo sich die Christengemeinde befand für die Markus geschrieben hat. Ziemlich sicher ist, dass sie von ihrer Herkunft her keine Juden sondern Römer sind. Sie sind also nicht in der biblischen Tradition beheimatet. Mit guten Gründen können wir uns vorstellen, dass dieses Evangelium in Rom abgefasst wurde.) Markus fand in seiner Gemeinde anscheinend genau diese Angst und Zurückhaltung vor, die die Jünger im Evangelium prägt und mit der er auch sein Evangelium enden lässt. Menschen, die in ihrem Glauben eingeschüchtert waren, die schon einmal für Jesus gebrannt haben, aber denen die Realität des Alltags über den Kopf gewachsen ist. Ihr christlicher Glaube hat sie überfordert und ihnen im Alltag mehr Mühe als Freude bereitet.

Auch heute erleben viele Menschen den Glauben als Herausforderung. Den meisten Menschen – auch mir selber – fällt es nicht schwer eine Reihe an Gründen zu entdecken, warum einem die Kirche das Glauben nicht einfacher macht. Zu viele Menschen, die ihre Fehler haben, scheinheilig wirken, viel Macht und persönliches Interesse das sich unter dem frommen Mantel des Glaubens verbirgt. All das war schon vor fast 2000 Jahren dem Autor des Markusevangeliums wohl bekannt, so sehr, dass er sein Evangelium entsprechend angelegt hat. Aber die eigentliche Pointe hat Markus nicht aufgeschrieben: mit seinem provokanten Schluss wollte er den Ball seinen Zuhörerinnen und Zuhörern zuspielen. Wo stehst du im Blick auf den Herrn Jesus, wie hältst du es mit seiner Botschaft? Zweitausend Jahre später sitzen sie am 30. April in der Kirche, weil sie in irgendeiner Weise die Sehnsucht nach Gott und nach der Unbeschwertheit eines neuen Lebens in sich tragen. Diese Osternacht hat sie schon oder wird sie vielleicht noch an der einen oder anderen Stelle berühren und ermutigen. Und wir bemühen uns ja auch die Gottesdienste so geht es mit unseren Mitteln derzeit möglich ist zu gestalten – mit allen Grenzen, weil allein schon im Blick auf die Musik die Geschmäcker unterschiedlich sind. Vielleicht gehen sie auch am Ende enttäuscht weg, weil sie nicht so recht gefunden haben, was sie sich erhofft haben, dann sind sie durchaus in guter Gesellschaft bei den Frauen, die mit Angst und Schrecken weglaufen vom Grab.

Mich tröstet dieses eigenartige Evangelium von der Auferstehung so sehr, weil es nicht aufputschen und Stimmung machen will, sondern weil es die Mühe und Plage des Lebens und des Glaubens beim Namen nennt und ganz nüchtern sagt: es war schon immer so. Indem ich mich mit meiner Trockenheit und Plage verstanden fühle merke ich, wie die Osterbotschaft zu knistern beginnt. Am Anfang steht nicht die Show, stehen nicht die perfekten Menschen sondern steht dieser Jesus, der sich ganz in die Hände der Menschen gibt, der sich ganz dem Unverständnis seiner Jünger aussetzt und der sie trotzdem nicht hinausschmeißt und kündigt. Erst langsam werden die Menschen im Umfeld Jesu die Leichtigkeit des Auferstandenen spüren und im nächsten Moment wird ihnen die Angst das Herz wieder eng machen. Glaube ist nicht die Projektion unserer Allmachtsphantasien. Ich begegne dem Auferstandenen gerade in meinen Wunden und Grenzen, in den Wunden und Grenzen meiner Mitmenschen, der Kirche, der Welt. Ostern ist nicht der Wahn einer perfekten Welt sondern die für mich tröstliche Erfahrung, dass Gott uns Menschen inmitten all unserer Wunden und Grenzen dennoch weiterführt. So wie die Jünger, die nach ihrem völligen Versagen einem Jesus begegnet sind, der zu ihnen gesagt hat „der Friede sei mit euch“.

Diese Botschaft ist zart und zerbrechlich und sie ist für mich unendlich tröstlich.


Karsamstag und Auferstehung

Am Karsamstag besuchen viele Stockerauerinnen und Stockerauer das Heilige Grab. In der Kirche herrscht Action, weil der Altarraum und das Taufbecken für die Auferstehungsfeier herzurichten sind, der Beichtstuhl besetz ist und die Instrumente und Anlagen für die Musik des Familienmessenchores auf- und eingestellt werden müssen.

Um 18 Uhr feiern dann die Kinder die Auferstehung Jesu und um 20:30 beginnt die große Auferstehungsfeier. All das können Sie in unserem Fotoalbum lesen und ansehen.

Und vom ersten Teil der großen Osterpräfation, dem sogenannten Exsultet - auf deutsch "Frohlocket..", das unser Oster.Diakon Anton Istuk sang, haben wir ein kleines Video aufgenommen. 

Die Osterpredigt in der Osternacht und am Ostersonntag können Sie in einem eigenen Beitrag lesen.

Ratschenbuam

Auch in Oberzögersdorf gehen die Kinder ratschen. Diesmal darf auch das immer politically correct gegenderte Pfarr-Blog "Ratschenbuam" schreiben, denn es waren heuer  tatsächlich nur Buben. Erika Trabauer hat uns das Beweisfoto geschickt.