Mittwoch, 14. Februar 2018

Aschermittwochrede

Die Gläubigen bekommen
das Aschenkreuz
Auch Pfarrer Markus Beranek hielt heute seine Aschermittwochrede, in der katholischen Kirche
Predigt genannt, im Rahmen des abendlichen Gottesdienstes mit der Weihe und Spende des Aschenkreuzes. Mit den Worten "Bekehre dich und glaube an das Evangelium" bekamen die vielen Kirchenbesucherinnen und Kirchenbesucher das Aschenkreuz auf die Stirn gemalt. Der reiche Blumenschmuck der nachweihnachtlichen Zeit ist verschwunden und unser schönes Kremser-Schmidt Hochaltarbild ist mit einem violetten Tuch ganz verhüllt. Es ist Fastenzeit.

Hier können Sie die Predigt nachlesen. Apropos Predigt: Es wird in der Fastenzeit wieder einen Predigtreihe geben, die heute mit dem General.Thema UMDENKEN begann und mit

1. Fastenwoche ANFANGEN
2. Fastenwoche KLARER SEHEN
3. Fastenwoche ENTRÜMPELN
4. Fastenwoche ENTDECKEN
5. Fastenwoche WANDLUNG und Palmsonntag ANNÄHERN

fortgesetzt wird. Auch das nächste Woch fertig gedruckte März-Pfarrblatt wird als Generalthema Umkehren haben.

Predigt vom Aschermittwoch

Der Aschermittwoch ist für mich jedes Jahr ein Tag, der mir eine gewisse Motivation abringt. Für die Fastenzeit muss ich mich selbst immer motivieren, weil ich wie vermutlich auch wie viele andere zuerst das NEIN wahrnehme: Kein Alkohol, keine Schokolade, kein Blumenschmuck in der Kirche und so weiter.
Die Suche nach einer guten Motivation für diese Wochen bringt mich in eine Suchbewegung und hilft mir damit, für mich selber einen spannenden Zugang zu finden.
So habe ich als Evangelium für heute den Beginn des Markusevangeliums ausgewählt. Jesus kommt aus der Wüste, wo er – wie wir nächsten Sonntag hören – 40 Tage gefastet hat und geht es in das grüne und blühende Galiläa rund um den See Genesareth. Dort beginnt er zu predigen „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe, kehrt um und glaubt an das Evangelium.“
Das entscheidende bei dieser kurzen Zusammenfassung seiner Predigt ist: Am Anfang steht das große JA Gottes. Das ist das entscheidende Umdenken in dieser Zeit. Gott handelt. An uns liegt es nur, dass wir uns der Initiative Gottes, seinem Wirken öffen.

  • In Jesus bekommt dieses JA ein ganz konkretes menschliches Gesicht.
  • Jesus macht durch sein Predigen, dieses große JA Gottes deutlich.
  • All die Menschen, die Jesus heilt erfahren dieses JA Gottes am eigenen Leib.
  • Dieses JA Gottes heißt: Gott steht zu uns, Gott mag uns.
  •  Er hat uns das Leben geschenkt und er will dass wir dieses Leben leben und zur Entfaltung bringen.
  •  Er weiß um unsere Schatten und unsere dunklen Seiten, aber er hat keine Berührungsängste.

Seine Einladung ist es, dass wir wie die Knospen in der Frühlingsluft in seiner Gegenwart immer mehr aufblühen, dass wir uns öffnen, dass wir unsere Reserviertheiten Gott und unseren Mitmenschen gegenüber ablegen.
Mitunter haben Menschen in ihrem Leben schwierige Dinge erlebt – weil sie von anderen runtergemacht wurden oder weil sie vielleicht auch selbst etwas falsch gemacht haben, dass sie sich nicht verzeihen können. Wenn ich daran zweifle, ob Gott mich wirklich mag, wenn ich mich schwer tue, zu mir selber zu stehen, dann ist das eine Form von NEIN zum Leben.
Manchmal haben uns andere Menschen verletzt, manchmal sind wir mit einzelnen Aspekten unseres eigenen Leben unversöhnt – dann ist das eine Form von NEIN zum Leben, eine Haltung ist uns blockiert, auszehrt und  Lebensfreude raubt.
Die Schwierigkeit bei all diesen NEINs ist es, dass wir sie nicht einfach durch einen guten Vorsatz von heute auf morgen ausräumen können. Oft geht es um lange Heilungsprozesse, Psychotherapie usw. können dabei eine ganz wichtige Unterstützung sein.
Die Tage der österlichen Bußzeit laden uns aber ganz besonders dazu ein, dass wir uns diesem JA, diesem Wohlwollen Gottes  aussetzen. Die Tage laden uns zum Umdenken ein, damit wir Gott in unserem Leben eine größere Chance geben.
Deshalb bin kein großer Fan von guten Vorsätzen. Sie können dazu verführen, nur noch mehr um uns selbst zu kreisen. Mir kommt es immer hilfreicher vor, auf die Sehnsucht zu achten. Ich glaube unsere tiefste Sehnsucht bringt uns dorthin, die vielen „Nein“ in unserem Leben zu überwinden. Weil ich etwa in meinem Leben eine tiefe Sehnsucht nach Gott wahrnehme, deshalb fällt es mir auch nicht schwer, regelmäßig Zeit zum Beten zu finden.
Nützen sie diese ersten Tage der Fastenzeit, um ihrer Sehnsucht nach Gott tiefer nachzuspüren. Was ersehen sie sich, was erbitten sie? Indem sie ihre Sehnsucht vor Gott bringen, kommen sie ja schon ins Beten. Vielleicht kann dieser Weg der Sehnsucht eine Hilfe sein, so manches NEIN im Leben von Gott abtragen zu lassen. Selber lebendiger zu werden, dankbarer zu leben.
Genau das meinen Umdenken und Umkehr: mehr vom Leben haben. Zum Blühen kommen. Der Spur der Sehnsucht folgen und zu entdecken, wie am Beginn unserer Sehnsucht die Sehnsucht Gottes nach uns steht.

Die Predigten der Fastenzeit können Sie in diesem Blog meist schon am Sonntag Abend nachlesen. Wir legen sie überraschenderweise unter dem Stichwort (hier "Label" genannt) "Predigt" ab. Man kann dann alle Predigten mit http://pfarrestockerau.blogspot.co.at/search/label/Predigt aus dem Blog heraussuchen.

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