Samstag, 20. Mai 2017

Unsere Glocken

Unsere Glocken läuten jeden Tag - mit Ausnahme vom Gloria in der Gründonnerstagsfeier bis zum Gloria in der Auferstehungsfeier am Karsamstag. Da sind sie angeblich in Rom.
Wikipedia sagt,  Iroschottische Wandermönche verbreiteten im 6. Jahrhundert ihre kunstvollen Glocken im christlichen Gottesdienst in Europa. Viele fragen sich natürlich auch, warum läuten die Glocken, wenn sie läuten?
  • Sie läuten drei Mal am Tag, um an das Morgen-, Mittag- und Abendgebet zu erinnern. Und zwar zu einem Gebet, das wahrscheinlich nur wenige kennen und beten, "Der Engel des Herrn". Wenn Sie die Struktur des Gebetes kennen, dann verstehen Sie auch die Struktur des Läutens.  Aber auch, wenn Sie das Gebet und die Geschichte der Einführung dieses Gebetsläuten im 17. Jahrhundert nicht kennen, lohnt es sich, drei Mal am Tag nachzudenken, worum man am Morgen bitten, worüber man Mittags nachdenken und wofür man abends danken kann.
  • Die Glocken läuten zu Beginn jeder Messfeier etwa 5 Minuten vor dem Beginn, das sogenannte Zusammenläuten, damit wir rechtzeitig in die Kirche kommen. An hohen Festtagen läuten sie zum Hochamt schon eine halbe Stunde vor Beginn und noch einmal wie immer vor dem Beginn. 
  • Bei Sonntags- und Feiertagsmessen läuten die Glocken zwei Mal während der Wandlung, um diesen Höhepunkt der Heiligen Messe auch den zu Hause gebliebenen in Erinnerung zu rufen.
  • Am Freitag läuten die Glocken um 15 Uhr zur Erinnerung an die Todesstunde Christi
  • Am Samstag um 16 Uhr läuten die Glocken den Sonntag ein, bei uns meist mit einem besonderen Geläute, dem „Cluniazenser-Läuten“ (Alle Glocken zusammen, dann jede Glocke einzeln und dann wieder alle Glocken zusammen).  Eine gute Gelegenheit, unsere Glocken einzeln kennenzulernen. Siehe auch das Video weiter unten. Und eine gute Gelegenheit sich zu erinnern, warum es den Sonntag gibt.
  • Natürlich läuten unsere Glocken, wenn wir uns über den Beginn einer Tauf- oder Hochzeitsfeier mit den Angehörigen und Freunden mitfreuen dürfen. Auch bei den Erstkommunion- und Firmmessen läuten die Glocken festlich am Ende des Gottesdienstes. Aber sie läuten auch, wenn ein Mensch am Friedhof zu Grabe getragen wird. 
  • Wenn Sie eine einzelne, kleine Glocke hören ("das Zügenglöcklein"), dann wurde die Pfarre vom Sterben eines Menschen in Stockerau verständigt, damit wir ein kurzes Gebet für diesen Menschen und seine trauernden Lieben sprechen und uns erinnern, dass auch wir nicht ewig auf dieser Erde leben werden.
Disposition (die Stimmung der Stockerauer Glocken der Größe nach, die große Glocke zuerst):
h°, dis´, fis´, a´, cis´´ (gis")

  1. Christkönigsglocke: 161 cm, 2634 kg, h°
  2. Marienglocke: 127, 6 cm, 1244 kg, dis´
  3. Heroldsglocke: 108 cm, 800 kg, fis´
  4. Kolomaniglocke: 89,5 cm, 432 kg, a´
  5. Heldenglocke: 71 cm, 215 kg, cis´´
  6. Sterbeglocke, gis´´

Die Glocken 1,2,4 und 5 sind von der Gießerei Pfundner aus dem Jahr 1949 , die Glocke 3 stammt von Balthasar Herold  aus 1659 und die Glocke 6 von Prininger (Krems) aus dem Jahr 1713.

Mit den relativ neuen Klöppelfängern (2009 installiert, vermeidet das Anschlagen der Glocke beim Ein- und Ausläuten) ist das Stockerauer Geläut, das außerdem im höchsten Kirchturm Niederösterreichs hängt (88 m hoch), ein auch in Youtube von den Glockenexperten und -fans hochgelobtes Geläute.

Hier gibt es auch einen Hinweis auf unsere Glocken aus dem Jahr 2012. Und hier ist das Video vom Cluniazenser-Läuten.


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