Montag, 17. April 2017

Predigt in der Osternacht

Pfarrer Markus Beranek hat uns auch den Text seiner Predigt in der Osternacht zukommen lassen.

Predigt von Pfarrer Markus Beranke in der Osternacht, 15.4.2017

Die Auferstehung Jesu macht uns Mut zu hoffen, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Dabei geht es aber auch um die vielfältigen Todeserfahrungen unseres Lebens und dabei geht auch um unser gemeinsames Kirche sein. Wir erleben ja auch in der Kirche vieles, das tot und leblos ist. Teilweise gibt es da unterschiedliche Wahrnehmungen, aber es gibt Ausdrucksformen in der Liturgie, Texte, Lieder, die manche oder viele nicht mehr ansprechen. Wir erleben die oft genannten Fakten: Priestermangel, Kirchenaustritte, weniger Menschen, die den Gottesdienst mitfeiern, junge Menschen, die sich in der Kirche nicht mehr selbstverständlich beheimatet fühlen. Sie kennen all diese Themen, die ja auch mit meinem Brief am Beginn der Fastenzeit ausdrücklich in den Blick gekommen sind. Hier stirbt etwas, hier geht eine alte Kirchengestalt zu Ende und deshalb hat das ganz wesentlich mit dieser Nacht zu tun.

Wir feiern in dieser Nacht, dass Jesus als Weizenkorn in die Erde ausgesät wurde und dass er nicht im Grab geblieben ist, sondern in einer neuen, veränderten Weise zum Leben auferstanden ist. Er ist nicht mehr da wie vorher, aber seine Gegenwart ist kraftvoll, inspirierend, sie fasziniert und macht lebendig – bis heute.

Die Auferstehung Jesu lässt uns hoffen, dass wir auch in unserer Zeit nicht nur das Absterben einer alten Kirchengestalt erleben, sondern, dass wir in eine, gewaltigen Transformationsprozess stehen, wo sich auch an uns als Kirche dieses Geheimnis des Weizenkorns ereignet, das ausgesät wird -  im Bild stirbt - und aus dem neues Leben entsteht.

Die Bibelstellen, Lieder, Bilder dieser Nacht können uns helfen, diese Hoffnung tief in uns zu verankern und die Spuren des Auferstandenen in einer neuen Kirchengestalt wahrzunehmen.
Ich denke, dass das caritative Engagement immer zum pfarrlichen Leben gehört hat. Mir scheint aber auch, dass in unserer Pfarre und an vielen Orten hier aber noch viel gewachsen ist: punkt_um, Caritassprechstunde, Kleiderdepot, Flüchtlinge…

Lange Zeit war Glaube stark davon bestimmt, es richtig zu machen, bestimmte Regeln und Vorgaben einzuhalten. Oft hat dabei das persönliche Empfinden keine so wichtige Rolle gespielt. Mir scheint, dass wir heute – und das hat sich durch Papst Franziskus noch verstärkt – viel stärker auf unterschiedliche Lebenssituationen einzugehen versuchen, dass wir nicht alle über einen Kamm scheren, sondern dass die Frage viel mehr ist: was hilft Menschen im Glauben einen Schritt voranzukommen. Glaube erleben wir dabei nicht so sehr als das Übernehmen eines fertigen Gedankengebäudes, sondern vielmehr als ein Hineinwachsen in eine lebendige persönliche Beziehung zu Jesus – verschiedenen Ansätze haben dabei hier in Stockerau eine lange Tradition, ich denke an die verschiedenen Bibelrunden, Gebetskreise, Bewegung für eine bessere Welt, Rocca di papa oder den „Treffpunkt Glaube“ den wir am kommenden Mittwoch starten.

Ich denke an die Aufbrüche an vielen Orten im kirchlichen Bereich, etwa wenn in London Teams zum church planting ausgesendet werden, um nahezu abgestorbene Pfarren mit neuem Leben zu erfüllen.

Diese Nacht kann uns Hoffnung und Mut machen, dass die Dynamik von Tod und Auferstehung Jesu unseren Alltag als Einzelne und als Kirche verändert und umgestaltet. Auch für unsere Pfarre dürfen wir vertrauen, dass das  Weizenkorns, das in die Erde fällt und stirbt auch bei uns reiche Frucht bringt.

Ein Hinweis: Wenn Sie alle Predigten in unserem online PfarrMagazin nachlesen wollen, dann ist dieser Link ein Gewinn für Sie.



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