Donnerstag, 13. April 2017

Gründonnerstag - Gedanken

Die Stockerauerin Edith Ponzer hat sich in Gedichtform Gedanken zu den Kartagen gemacht. Hier sind sie für den Gründonnerstag. Das Bild zeigt eine kleine Darstellung des letzten Abendmahles.

Gründonnerstag

Zum letzten Abendmahl
ging Jesus vermutlich durch das Kidrontal,
um mit seinen Jüngern zu essen
und zum Gedenken, damit sie ihn dann nicht vergessen.
Er wusste doch, was ihm geschehen würde noch in derselben Nacht -
dass er sich verabschieden musste, noch vor Mitternacht.
Während dem Essen tauchte nämlich ein Jünger mit ihm zur selben Zeit ein sein Brot
und wurde dabei vielleicht ein bisschen rot,
bevor er sich hinaus schlich um ihn zu verraten
und, um seinen Lohn zu kriegen, für seine Taten.
30 Silberlinge steckte er dafür ein,
der Wert für einen Acker, oder einen Esel könnte es gewesen sein.
Inzwischen zog sich Jesus mit den restlichen Jüngern wieder auf den Ölberg zurück
um zu beten, und ging dazu noch allein ein kleines Stück.
,Wachet und betet!‘ hatte er zu seinen Freunden gesagt,
und sich traurig über ihr Einschlafen beklagt.
Angst hatte er, sein Schweiß war wie Blut,
inzwischen wuchs bei seinen Gegnern die Wut.
Mit Schwertern und Knüppeln zogen sie hinaus
und sein Jünger lieferte ihn den Rivalen aus.
Mit einem Kuss sollte es geschehen,
sowas hatte doch die Welt noch nicht gesehen!
So ein gemeiner Kerl konnte Judas doch nicht sein!
Voll Zorn schlug Simon bei den Soldaten mit dem Schwert mittendrein!
Doch Jesus ermahnte ihn zur Ruhe und ging ohne zu zögern mit,
niemand hätte dies geahnt, als er Tage zuvor auf einem Esel in die Stadt einritt!
Damals hatten die Leute ihn bejubelt und ihn gelobt,
morgen schon würde er sehen, wie genau diese Menge wieder tobt.
Diesmal fordert sie seinen Tod ein ohne zu fragen nach dem Grund,
einfach weil einige diese Meldung tun kund.
Es hat sich nichts geändert,
war schon damals so und bleibt auch sicher unverändert,
dass die Menschen sich einfach der Masse anpassen,
ohne selbst für sich eine Meinung zu fassen.
So viel Leid hat diese Einstellung schon über die Welt gebracht
und so viel Hass entfacht.
Es ist sinnlos, nach einem WARUM zu fragen
es nimmt ja doch nicht das weltweite Klagen.
Bleibt einzig, sich selbst am Riemen zu reißen
dann kann’s wenigstens im Kleinen: ‚Achte deinen Nächsten‘ heißen.
(Edith Ponzer © 2014)

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