Freitag, 14. April 2017

Gedanken zum Karfreitag

Gedanken von Edith Ponzer zum Karfreitag. Das Bild zeigt das Gipfelkreuz am Grazer Hausberg Schöckel.

Wie oft schon …
Wie oft habe ich schon Menschen festgenagelt und verraten?
Oder ich verurteile sie wegen irgendwelcher Taten,
die nicht in meine Vorstellung passen?
Obwohl: Es ärgert mich und ich kann’s nicht fassen:
Meine Gedanken wollen tatsächlich nicht eher ruh´n,
bevor ich´s nicht schaffe, meinen Unmut lautstark kundzutun!
Wenngleich Schuldgefühle mir deshalb zu Leibe rücken,
und mich im Innersten am Herzen drücken,
hab ich nicht die Courage, ehrlich hinzusehen,
und für mein Vergehen persönlich einzustehen.
Ich bin zu feig und es ist zu spät,
der Keim des Unmut’s ist ja bereits gesät.
Unwillkürlich trifft meinen Verurteilten von anderen ein schiefer Blick
und es bedarf viel Gefühl und noch mehr Geschick,
dieses Bild wieder auszulöschen aus den Köpfen der Leute,
denn allzu schnell finden sich Menschen - früher, wie heute -
die ebenso urteilen ohne zu hinterfragen,
oder einfach nicht ihre Meinung dazu sagen.
Dann wird wegen mir ein Mensch verachtet,
nur weil ich meinte, ich hätte die Wahrheit gepachtet.
(Edith Ponzer © 2014)

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