Sonntag, 12. März 2017

Predigt vom Aufleuchten Gottes

Predigt von Pfarrer Markus Beranek
am 2. Sonntag der österlichen Bußzeit, dem 12. März 2017


Nach dem Blick auf die dunklen Seiten im Leben Jesus und in unserem Leben am letzten Sonntag malt das Evangelium heute ein kräftiges, lichtvolles Bild. Wie so oft zieht sich Jesus auf einen einsamen Berg zum Gebet zurück. Diesmal nimmt er die ihm vertrautesten Jünger mit und sie werden zu Augenzeugen wie Jesus im strahlenden Licht Gottes erscheint und mit den beiden prominentesten Vertretern des Volkes Israel ins Gespräch kommt, mit Mose und Elia.
Wir wissen nicht, was die Jünger genau erlebt haben. Aber es war für sie eine ganz starke Erfahrung, Jesus im strahlenden Licht Gottes zu sehen. Auch für Jesus selbst waren solche Erlebnisse wohl ganz prägend. Sie haben ihm geholfen sein eigenes Leben und seinen Weg mit all seinen Schwierigkeiten tiefer zu verstehen. Denn Jesus ist am Weg nach Jerusalem und die Stadt Jerusalem steht für den Tod am Kreuz aber auch für die Auferstehung.
Wir hören dieses Evangelium heute auch als Verheißung für uns auf dem Weg durch diese Zeit der vierzig Tage. Auch unserem Leben ist trotz aller mühsamen Dinge das helle Licht Gottes zugesagt.
Vielleicht erinnern sie sich ja an so helle, beglückende, tröstliche Momente. Dann könnte uns Petrus aus der Seele sprechen wenn er sagt „wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen“. Er will diesen ganz besonderen Moment festhalten – aber das Leben geht weiter und bleibt in Bewegung. An solch intensive Momente können wir uns erinnern, aber wir können sie nicht festhalten, nicht beliebig verlängern. Darin läge auch die Gefahr, dass wir dann nur die besondere Erfahrung, die geistliche Unterhaltung und nicht Gott selber suchen. Jesus hält den Moment nicht fest, er geht weiter, steigt vom Berg hinunter und wird mit der Sorge, die Eltern mit ihrem kranken Sohn haben konfrontiert. Er heilt das Kind und auch darin leuchtet Gottes Licht auf.
So könnte dieser Sonntag uns als einzelne Christen  aber auch als Pfarre darauf aufmerksam machen: Gottes Licht leuchtet auf, wo wir uns der Wirklichkeit unseres eigenen Lebens stellen – mit allen Wunden und dunklen Seiten. Gottes Licht leuchtet auf, wo wir uns für andere Menschen, für die Nöte und Herausforderungen des Lebens öffnen. Gottes Licht leuchtet auf, indem wir auch als Kirche den schmerzhaften Wandlungsprozess wahrnehmen, indem wir stehen: wo wir weniger werden, teilweise an Bedeutung verlieren, christlicher Glaube seine Selbstverständlichkeit verliert.
Wir können die Erfahrung des Berges der Verklärung nicht beliebig verlängern, wir können nur wie Jesus Schritt für Schritt weitergehen, eintauchen in das Leben mit all seinen Gegensätzen und mit al seinen Dunkelheiten.
Aber in diese Dunkelheit hat Gott sein Licht hineingelegt.

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