Montag, 6. März 2017

Im Dunklen tappen?

Manche Firmgruppen machen im Rahmen ihrer Firmvorbereitung auch einen kleinen Ausflug nach Wien. Marion Satra schreibt uns dazu:

Der Besuch bei Dialog im Dunkeln ist für die Jugendlichen im Zuge der Firmvorbereitung immer eine sehr spannende, bereichernde und auch etwas mulmige Erfahrung. Die anschließende Sightseeingtour durch den 1.Wiener Gemeindebezirk ging über die Freyung, den Graben zum Stephansplatz mit einen kurzen Blick in den Dom. Der weitere Weg über die Wollzeile bis Wien Mitte rundete den „Ausflug nach
Wien“  ab.

So stehts auf der Webseite von Dialog im Dunkeln:

Dialog im Dunkeln ist eine Ausstellung, bei der es nichts zu sehen gibt
In Gruppen von maximal acht Personen werden BesucherInnen von blinden oder sehbehinderten Guides durch völlig abgedunkelte Räume begleitet. In diesen sind Alltagssituationen nachgestellt, die durch die Lichtlosigkeit zum reizvollen Abenteuer werden. Von uns können Sie etwas lernen. Ohne Pauken, ohne Schule und ohne Frustration. Wir begleiten Sie auf einem abenteuerlichen Weg, der Ihnen die Augen öffnen wird. 

Verlassen Sie ihre gewohnt visuell wahrgenommene Umgebung. Was fühlen Sie, wenn Sie für eine Stunde nichts sehen? Orientieren Sie sich an der Stimme Ihres Guides. Riechen Sie den Waldboden. Hören Sie, wie weit Sie von der Straße entfernt sind. Tasten Sie sich an der Theke entlang und schmecken Sie Ihr Lieblingsgetränk.

Unsere Welt ist voll von zahlreichen Sinneseindrücken und von Geheimnissen, die es zu entdecken gilt. Unsere Guides führen Sie durch die blinde Wirklichkeit, die dennoch voll von unterschiedlichsten Eindrücken ist. 

Dabei lernen Sie sich selbst neu kennen und entwickeln Verständnis für all jene, die unsere Welt durch andere Augen sehen.

Wie nebenbei begegnen Sie bei uns sehbehinderten Menschen, die Ihnen zeigen, wie sich ihr Leben gestaltet. Blinde Mitmenschen erleben sich selbst und ihre Umwelt einfach nur anders als Sehende. Nicht negativ oder schwarz – höchstens einmal mit schwarzem Humor. Die eigene Behinderung ist nur eine persönliche Eigenschaft von vielen, und tritt zugunsten eines offenen Dialogs in den Hintergrund.


Erleben Sie am eigenen Leib, dass Blindheit Sie an andere Formen der Wahrnehmung führen kann. Sie werden offen und vorurteilsfrei auf Menschen mit Behinderungen zugehen können und so einen wesentlichen Beitrag zu einem respektvollen Miteinander und gelebter Inklusion leisten.

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