Dienstag, 24. Januar 2017

Langsam wachs ma wieder z'samm

Diese ganze Woche ist die Woche der Einheit der Christen, die das Zusammenleben der verschiedenen christlichen Konfessionen in den Mittelpunkt stellt. Es tut sich da ja einiges: Wäre vor 100 Jahren ein Papst nach Lund in Schweden zu einer Feier 500 Jahre Reformation durch Martin Luther gefahren? Hätten sich damals der oberste Patriarch der orthodoxen Kirche und ein Papst freundschaftlich besucht? Welch unglaublicher Skandal war es in der Bischofsstadt Brixen in den 1920er-Jahren, als der katholische Bischof eingehängt mit einem evangelischen Bischof über den Domplatz ging.

Man hat heute verstanden, dass bei allen Verschiedenheiten in vielen Details, das Gemeinsame - unser gemeinsames Evangelium - so viel Übergewicht hat und man akzeptiert heute auch, dass die Verschiedenheiten da sind und auch nicht schnell in ein paar Jahren nivelliert werden werden.

Darum gibt es auch bei uns in Stockerau, diesmal in der katholischen Stadtpfarrkirche, am Freitag, den 27. Jänner um 19:00 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst, den Johannes Lenius mit einem ökumenischen Ensemble muikalisch gestalten wird. Anschließend gibt es im P2 eine kleine Agape.

Kardinal Schönborn hat in einem Zeitungskommentar geschrieben:

Vom 18. bis 25. Jänner wird weltweit für die Einheit der Christen gebetet. Warum ist das notwendig? Weil es im Christentum zu viel Uneinigkeit gibt. Das gibt es auch anderswo, in der Politik, in Vereinen, leider auch in Familien, und auch in anderen Religionen. Uneinigkeit ist eine Plage. Sie kann auch zur Chance werden, wenn die Beteiligten erkennen, dass es viel besser geht, wenn man sich einigt, statt sich gegenseitig schlechtzumachen und zu bekriegen.

Heuer ist es 500 Jahre her, dass Martin Luther seine 95 Thesen an der Schlosskirche von Wittenberg angebracht hat. Das war der Anfang der größten Spaltung der Christenheit. Dabei ging es Luther nur darum, das Christentum zu reformieren und zu seinen Ursprüngen zurückzuführen. Aus dem berechtigten Anliegen wurde ein tragischer Konflikt mit Kriegen und immer neuen Spaltungen, bis Einzelne anfingen zu sagen: „So geht es nicht weiter!“ Seither hat die Versöhnungsbewegung im Christentum riesige Fortschritte gemacht. Eine Woche beten für die Einheit, damit sie für immer hält.

Foto: r.k. Pfarrer Markus Beranek und ev. Pfarrer Christian Brost, beide Stockerau

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