Sonntag, 30. Oktober 2016

Allerheiligen oder All Hallows

"Halloween (von All Hallows' Eve, der Abend vor Allerheiligen) benennt die Volksbräuche am Abend und in der Nacht vor dem Hochfest Allerheiligen, vom 31. Oktober auf den 1. November" sagt Wikipedia.

Obwohl dieser Abend, an dem viele ihre Tür verriegeln, seinen Namen aus dem christlichen Fest Allerheiligen bezieht, scheint sich die Kirche darüber nicht zu freuen. Lesen Sie das in einem Artikel vom Jugendseelsorger in Wien, Michael Scharf.

Man kann sich natürlich auch fragen, ob unsere katholische Kirche nicht die Kraft und Lust hätte, solche unglaublich verbreiteten weltlichen - früher hätte man wohl gesagt, heidnische Bräuche - in den eigenen Festkreis zu integrieren, wie das bei etlichen Bräuchen unserer Ur-Ur-Ur... Ahnen ja durchaus gemacht worden war (es gibt ja die Theorie, dass die Kirche aus einem keltischen Totenfest um diese trübe Zeit das Fest Allerseelen gemacht hat). Denn die große Verbreitung von Halloween hat sicher mit den damit zusammenhängenden guten Geschäften zu tun, aber auch mit Dingen, die tief drin in uns verborgen sind.

Denn selbst der Hl. Wolfgang, dessen Fest am 31. Oktober, also dem Aktionstag der Halloweener, gefeiert wird, kam nach den Legenden ohne die böse Fratze des Teufels nicht aus, um in St. Wolfgang Hackel-werfend sein Kirchlein zu bauen. Hier sind zwei dieser Legenden:
Der hl. Wolfgang, der 982 Regensburg heimlich verließ, flüchtete sich in die Einsamkeit des Falkensteines, um dort als Einsiedler zu leben. Später begab er sich herab an den See, wo er in einem Felsen seine Klause aufschlug. Von dort warf er sein Beil, das jetzt im Hochaltar eingemauert ist, und wo es niederfiel, sollte die Kirche stehen. Beim Bau derselben half ihm der Teufel gegen das Versprechen, ihm als Lohn die Seele des ersten Wesens zu geben, das die Kirche betreten würde. Der Heilige sandte aber zuerst einen Wolf hinein, den der Teufel zerriß.
Nach einer anderen Version wäre dem hl. Wolfgang, als er vom Falkenstein herabstieg, der Teufel erschienen, um den Heiligen zu verderben. Er setzte die Felsen ringsum in Bewegung, doch Wolfgang stemmte Rücken und Hände gegen die stürzenden Felsblöcke, die wie Wachs nachgaben. Aus Dankbarkeit für die Rettung beschloß er, sein Beil von sich zu werfen und an der Stelle, wohin es fallen würde, ein Kirchlein zu erbauen. Der Sturmwind trug das Beil weit weg und erst einige Tage später fand es der Heilige auf einer felsigen Anhöhe am See wieder. Hier erbaute er das kleine, 1369 durch Feuer zerstörte Johanneskirchlein.  
Quelle des Zitates: siehe hier.
Bild: Flügelaltar  Sankt Wolfgang in Grades, Kärnten
Text: W. Flandorfer

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