Dienstag, 20. September 2016

"Grüß Gott in Österreich" für Flüchtlinge

Broschüre in Deutsch und z.B. Farsi
Grafik A. Niederstrasser (katholisch.at)
Viele jammern, dass die Flüchtlinge aus einem uns fremden Kulturkreis kommen und kein Ahnung von unserer abendländischen Kultur haben. Das kann man ändern und es wird auch geändert. Der Pressedienst der Erzdiözese Wien (PEW) hat dieser Tage dazu eine Information mit folgendem Titel versendet:

„Grüß Gott in Österreich“ – Broschüre vermittelt Flüchtlingen christliche Prägung der österreichischen Kultur

Flüchtlingen Alltagswissen und die Kultur eines christlich geprägten Landes zu vermitteln, ist das Ziel einer neuen Broschüre, die von der Katholischen Kirche und dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) herausgegeben wird. Auf 44 Seiten bietet "Grüß Gott in Österreich" auf Deutsch, Arabisch und Farsi eine Einführung in die christliche Prägung Österreichs. Die Broschüre liegt in Kirchen, kirchlichen Einrichtungen und Integrationszentren des ÖIF in ganz Österreich zur freien Entnahme auf.

PEW (Wien, 20.09. 2016): Österreichische Traditionen, Symbole, Brauchtum sowie Feste und die Grundlagen des christlichen Glaubens sind die Themen der Informationsbroschüre, die einen Beitrag zur Integration leisten soll. Kardinal Christoph Schönborn, der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, erklärt: „Wir erleben bei vielen Flüchtlingen Neugier, aber auch offene Fragen, wenn sie unseren Traditionen begegnen. Viele Aspekte unserer Kultur – von Weihnachten über den arbeitsfreien Sonntag bis zur Caritas – haben sich aus dem Christentum heraus entwickelt. Die Broschüre soll Flüchtlingen helfen, die christlichen Wurzeln Österreichs oder auch zum Beispiel die Stellung der Frau zu verstehen und damit unser Land besser kennen zu lernen. Sie ist ein Beitrag zum friedlichen Zusammenleben in unserem Land.“

Zweisprachige Broschüre soll interkulturelles Verständnis fördern

Die 44 Seiten starke Wendebroschüre ist zweisprachig in Deutsch/Arabisch bzw. Deutsch/Farsi erhältlich und deckt somit die größten Flüchtlingssprachen ab. Eine englischsprachige Version ist ebenfalls in Arbeit. Bewusst wird auf Basisinformationen in einfacher Sprache gesetzt. „Es soll kein Lehrbuch sein, sondern ein erstes Verstehen einleiten – und einen ersten Schritt in unsere Kultur ermöglichen. Wir sprechen darin auch von den Grundlagen unseres Zusammenlebens wie Religions- oder Meinungsfreiheit, an denen wir festhalten – und die daher von all jenen, die neu in Österreich sind, verstanden werden müssen“, so Schönborn. In der Heftmitte finden sich Kontakte zu weiterführenden Angeboten der Katholischen Kirche.

Grundwerte unseres Zusammenlebens als Basis für gelungene Integration

Ebenfalls in der Broschüre abgebildet sind die zentralen Integrationsangebote des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) für Flüchtlinge. Geschäftsführer Franz Wolf erklärt: „Mit einem breiten Angebot – von Beratung über Werte- und Orientierungskurse, Integrationsworkshops und Informationsmaterial bis hin zu Deutschkursförderungen – unterstützen wir Flüchtlinge dabei, in unserem Land Fuß zu fassen. Grundlage für eine erfolgreiche Integration ist neben der deutschen Sprache jedenfalls auch die Kenntnis und die Akzeptanz der Grundwerte unseres Zusammenlebens.“

Die Broschüre „Grüß Gott in Österreich“ ist in einer ersten Auflage von 34.000 Stück erschienen, liegt in Kirchen, kirchlichen Einrichtungen und Integrationszentren auf und kann im Pastoralamt jeder Diözese oder beim ÖIF kostenlos bezogen werden.

Anmerkung der Redaktion: 
Wenn Sie die Broschüre auf deutsch  - oder vielleicht sogar auf Farsi oder Arabisch - lesen möchten, dann sind Sie hier richtig. Momentan gibt es noch ein Problem mit der Darstellung im Browser Chrome, aber es ist in Lösung begriffen. Mit dem Internet Explorer funktioniert es auch heute.
Arabisch sprechen die meisten syrischen und irakischen Flüchtlinge. Farsi ist die Sprache der Perser, aber auch der Hazara, einer afghanischen Volksgruppe, die wegen ihres schiitischen Islam in Afghanistan große Verfolgung durch die Taliban erleiden und deshalb unter anderem nach Österreich flüchten. In Stockerau ist sogar die Mehrzahl der Flüchtlinge aus dieser Volksgruppe.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wir freuen uns über jeden Kommentar. Und da wir mit konkreten Menschen kommunizieren wollen, bitten wir Sie, nicht anonym zu kommentieren.