Sonntag, 31. Juli 2016

Tom Tom

Erinnern Sie sich noch? Es sind schon drei Jahre, als uns Tom Kruczynski, frisch als Neupriester geweiht, nach 2 Jahren als Pfarrpraktikant und Diakon in Stockerau Richtung Dompfarre in Wiener Neustadt verließ. Heute durften wir ihn  wieder in der Achtuhr- und Halbzehnuhrmesse erleben. Unser Pfarrer Markus Beranek und unser Kaplan Tomasz Iwandowski begleiten ja die Weinviertler Jugend in Krakau beim Weltjugendtag, wo heute die abschließenden Messe mit Papst Franziskus stattfand. Doch zurück zu Tom: Er ist nicht zufällig in Stockerau, sondern eine Gruppe von Kindern aus seiner Pfarre ist auf Jungscharlager in Stockerau. Es muss ihm  also damals in Stockerau gefallen haben...

Tom hielt eine berührende und engagierte Predigt über das Evangelium des heutigen Tages, wo ein Mensch von Jesus relativ schroff zurückgewiesen wird. Er bittet nämlich Jesus, ihm zu helfen, dass sein Bruder doch das Erbteil mit ihm teile. Dann folgt darauf die recht bekannte Geschichte - von Jesus erzählt -, wo einer, der Wohlhabenheit für seine Zukunftssicherheit "stapelt", von Gott Narr genannt wird. "Denn noch diese Nacht wird Gott dein Leben von dir zurückfordern...".

Tom meinte zum ersten Teil, dass Jesus im offensichtlich trivialen Erbschaftsstreit mit seiner Ablehnung, Schlichter oder Richter zu sein, ein ganz anderes Licht auf die Sachlage richtet: Beide Brüder haben nämlich dasselbe Problem - die Habgier. Sie wollen beide "haben". Die "einfache Lösung", für die der Bruder Jesus um Unterstützung bittet, wird das Problem möglicherweise für ein paar Monate lösen, dann aber wird die Gier wohl beide wieder auseinanderbringen.

Nach den Messen freuten sich viele Kirchenbesucherinnen und Kirchenbesucher Tom wieder einmal begrüßen zu können.

Es lohnt sich übrigens die Texte der Lesung und des Evangeliums des heutigen Sonntages zu lesen und über unsere Finanzkrisen, exorbitante Über- und Unterbezahlung mancher Jobs oder auch die aufgehende Schere zwischen Arm und Reich in den "reichen Ländern" nachzudenken. Oder man nützt die Gelegenheit, sich über eine der fundamentalen Ideen der EU-Gründer zu informieren, die Mechanismen einführten, bei denen die wohlhabenden Regionen der Gemeinschaft freiwillig mit ärmeren Regionen teilen, um diese Schritt für Schritt zu einem höheren Wohlstand zu führen. Ganz das Gegenteil von "UK first" oder  "Österreich zuerst" und im Grunde dann auch  "Ich zuerst".

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wir freuen uns über jeden Kommentar. Und da wir mit konkreten Menschen kommunizieren wollen, bitten wir Sie, nicht anonym zu kommentieren.