Sonntag, 10. Juli 2016

Handle danach und du wirst leben

Heute hörten wir in der Sonntagsmesse das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter. Pfarrer Markus Beranek betonte in seiner Predigt zwei interessante Aspekte:

  • Einerseits das Stehen des Menschen auf zwei Füßen, dem Fuß der Gottesliebe und dem Fuß der Nächstenliebe. Wer nur Gott liebt, ist wahrscheinlich sehr fromm, aber isoliert sich. Wer nur den Nächsten liebt, dem fehlt möglicherweise das Fundament und der letzte Grund dieser Liebe.
  • Andererseits ist die geforderte Nächstenliebe und Barmherzigkeit nicht endlos. Auch der Samariter tat, was jetzt notwendig ist, setzte aber dann seine Geschäfts-Reise fort und ging nach dem Akt der Barmherzigkeit wieder seinen Aufgaben nach. Beruhigend, oder?
Interessant ist auch die Frage, wer in unserer heutigen Gesellschaft die Priester und Leviten der damaligen Zeit  und wer die Samariter sind? Wenn Sie eine ganz besondere Geschichte zur Nächstenliebe und Barmherzigkeit in unserer Zeit lesen möchten, dann können Sie das hier tun. Geschrieben hat sie schon lange, bevor das Thema Flüchtlinge die Zeitungen füllte, im Jahr 2002 ein afrikanischer Flüchtling namens Alfa in Österreich. Ob sich der Samariter der Zeit Jesu auch solche Sorgen gemacht hat? 


In jener Zeit wollte ein Gesetzeslehrer Jesus auf die Probe stellen. Er fragte ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort? Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.
Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach, und du wirst leben.

Der Gesetzeslehrer wollte seine Frage rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?
Darauf antwortete ihm Jesus: 

Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen. Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging weiter. Auch ein Levit kam zu der Stelle; er sah ihn und ging weiter. Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. Am andern Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. 

Was meinst du: Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste dessen erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde?  Der Gesetzeslehrer antwortete: Der, der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle genauso! (Lk. 10,25-37)

Ein Samariter galt den Juden als fehlgeleitete Abtrünniger, welche geringgeschätzt wurde. Ein Levit war und ist im Judentum etwas besonderes, da er vom Stamm Levi abstammt und bestimmte Vorrechte und Pflichten hat und hatte.

Foto: Film Heimat, fremde Heimat. ORF. Flüchtlingskinder vor dem ehemaligen Bezirksgericht Stockerau, die von einigen Menschen aus Stockerau mit Zivilcourage und Nächstenliebe betreut werden.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wir freuen uns über jeden Kommentar. Und da wir mit konkreten Menschen kommunizieren wollen, bitten wir Sie, nicht anonym zu kommentieren.