Freitag, 15. April 2016

Psalm vom 4. Sonntag der Osterzeit

In der Osterzeit bringen wir jede Woche den Psalm, der bei der Sonntagsmesse gebetet wird, und dazu eine Erklärung von unserem Kaplan Michael Kreuzer.

Österliche Psalmen: Ps 100
Antwortpsalm vom 4. Sonntag der Osterzeit

Psalm (kurz Ps) 100 ist ein kurzer Hymnus, bestehend aus vier Dreizeilern. Der erste Dreizeiler fordert „alle Länder der Erde“ auf, JHWH ("Jahwe"), den Gott Israels, zu verehren. Der zweite Dreizeiler ist die Aufforderung der Völker zum monotheistischen Bekenntnis zu JHWH. Der dritte fordert sie dann auf zur Teilnahme an der gemeinsamen Liturgie mit Israel im Jerusalemer Tempel. Der vierte und letzte Dreizeiler liefert die Begründung für die vorangehenden Aufforderungen: JHWHs Güte, Huld und Treue. Trotz seiner Kürze ist der Psalm theologisches Schwergewicht. Denn das monotheistische Bekenntnis (Vers 3), das im sonstigen Psalter nur im Mund Israels vorkommt, das hier aber den Völkern in den Mund gelegt wird, ist die „Bundesformel“, mit der sonst die Sonderstellung Israels innerhalb der Völkerwelt, seine besondere und einmalige Erwählung, ausgedrückt wird! D.h.: Ps 100 ist Ausdruck der Hoffnung Israels, dereinst mit allen Völkern zu einem Bundesvolk zusammengeschlossen und zu gemeinsamem Gottesdienst vereint zu werden! So wird es im kommenden Reich Gottes sein! Ps 100 bezeugt in radikaler Art die Offenheit Israels für die Völkerwelt. – Das Neue Testament bekennt: Jesus Christus, der Auferstandene, ist der Bringer des Neuen Bundes, der für alle Völker offen steht und sie hineinnehmen will in die Beziehung, die JHWH zu Israel und Israel zu JHWH hat.

PSALM 100

Jauchzt vor dem Herrn, alle Länder der Erde
Dient dem Herrn mit Freude!
Kommt vor sein Antlitz mit Jubel!
Erkennt: Der Herr allein ist Gott.
Er hat uns geschaffen wir sind sein Eigentum,
sein Volk und die Herde seiner Weide.
Tretet mit Dank durch seine Tore ein!
Kommt mit Lobgesang in die Vorhöfe seines Tempels!
Dankt ihm, preist seinen Namen!
Denn der Herr ist gütig, ewig währt seine Huld,
von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue.

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