Freitag, 8. April 2016

Psalm vom 3. Sonntag nach Ostern

Für die österliche Zeit gibt es jeden Sonntag zum aktuellen Psalm einen Kommentar. Hier ist Kommentar und Psalmentext für den 10. April.

Antwortpsalm vom 3. Sonntag der Osterzeit

Psalm 30 ist ein Danklied mit zwei Strophen. In der ersten (Vers 2­6) dankt der Beter für die Errettung aus einer Not, die nicht eindeutig bestimmt, sondern in Bildern beschrieben wird („Tiefe“, „Grube“, „Reich des Todes“). Am ehesten handelt es sich um eine schwere Krankheit mit Todesnähe. In der zweiten Strophe schaut der Beter zurück auf seine innere Fehlhaltung noch vor seiner Erkrankung. Sie bestand darin, dass er seine Gesundheit und sein Glück als Selbstverständlichkeit erachtete. Das Hereinbrechen der Krankheit war für ihn dann ein Schock. Gerade dies aber brachte ihn zur Einsicht, dass sein Wohlergehen das unverdiente Geschenk Gottes war. Der Beter dankt somit für eine doppelte Heilung: von seiner physischen Krankheit und von seiner Krankheit der Gottesblindheit und falschen Selbstsicherheit. – Als österlicher Psalm gebetet, ist Psalm 30 ein Danklied dafür, dass wir mit Christus auferstanden, geheilt und von unserer tief sitzenden Fehlhaltung der Gottvergessenheit erlöst sind.

PSALM 30

Ich will dich rühmen, Herr,
denn du hast mich aus der Tiefe gezogen
und lässt meine Feinde nicht über mich triumphieren.
Herr, du hast mich herausgeholt aus dem Reich des Todes,
aus der Schar der Todgeweihten mich zum Leben gerufen.
Singt und spielt dem Herrn, ihr seine Frommen,
preist seinen heiligen Namen!
Denn sein Zorn dauert nur einen Augenblick,
doch seine Güte ein Leben lang.
Wenn man am Abend auch weint,
am Morgen herrscht wieder Jubel.
Du hast mein Klagen in Tanzen gewandelt,
Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wir freuen uns über jeden Kommentar. Und da wir mit konkreten Menschen kommunizieren wollen, bitten wir Sie, nicht anonym zu kommentieren.