Freitag, 15. April 2016

Jedes Ding hat zwei Seiten

Möbiusband  aus Wikipedia.
Ist es Ihnen auch schon so gegangen, dass Sie etwas ganz schrecklich gefunden haben, nicht verstehen können, wie man sowas schreiben oder sagen kann. Und dann haben Sie die Sache von einer anderen Perspektive aus angesehen - und plötzlich sieht alles ganz anders aus.

Probieren Sie das an unserem Text über unsere Pfarrgemeinde hier aus, der am letzten Montag in einer der Männerrunden der Pfarre - den KoloMännern - gemeinsam zum Entsetzen der meisten gelesen wurde. Am Ende des Textes finden Sie einen kleingedruckten Hinweis, wie sie den Blick von zwei Seiten trainieren können.

Unsere Pfarrgemeinde ist die Hoffnung der Welt. 
Nein, Tatsache ist, 
dass Gott hier nicht mehr wohnt. 
Ich glaube nicht, 
dass Freude möglich ist, 
dass es sich in Gemeinschaft besser lebt, 
dass wir einander radikal lieben sollen. 
Die Wahrheit ist, 
dass die Gemeinden kurz vor dem Aus stehen. 
Ich weigere mich zu glauben, 
dass wir Teil von etwas sind, das über uns selbst hinaus reicht 
und 
dass wir verändert wurden, um zu verändern. 
Es ist doch ganz klar, 
dass Armut zu übermächtig ist, 
dass Rassismus niemals zu besiegen sein wird. 
Ich kann unmöglich glauben, 
dass Dinge sich in der Zukunft zum Besseren wenden. 
Es wird sich herausstellen, 
dass Gott nicht helfen kann, 
und du liegst falsch, wenn du glaubst, 
Gott kann. 
Ich bin davon überzeugt: 
man kann Dinge nicht verändern. 
Es wäre eine Lüge, würde ich sagen: 
Gott kümmert sich!

Und jetzt lesen Sie das Ganze einmal - Zeile für Zeile - von der letzten zur ersten Zeile. Erstaunlich nicht?

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