Dienstag, 19. April 2016

Hilfe für die Menschen in der Ukraine

Am nächsten Wochenende wird in den Gottesdiensten für die Ukraine gesammelt. Folgender Text stammt aus einem Infoblatt der österreichischen Caritas. Und hier können Sie eine interessante Brochüre herunterladen oder als PDF ansehen.

Der Konflikt in der Ukraine geht bereits in das dritte Jahr. Beim ukrainischen Sozialministerium sind über 1,7 Millionen Menschen als Binnenflüchtlinge registriert mehr als 1 Million Menschen sind in die Nachbarländer geflüchtet. Insgesamt sind mehr als 5 Millionen Menschen vom Konflikt betroffenen. Besonders hart trifft es Menschen in den nichtanerkannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk sowie Menschen, die in den Kleinstädten und Dörfern entlang der Demarkationslinie leben.

Der Humanitarian Response Plan (HRP) der UNO für die Ukraine für 2016 wurde am 17. Februar veröffentlicht, USD 298 Millionen werden von den humanitären Organisationen benötigt, um die notwendige Hilfe für die 2,5 Millionen Menschen, die am dringendsten Hilfe brauchen, zur
Verfügung zu stellen. Derzeit sind 13 % dotiert. Nach zwei Jahren Konflikt in der Ukraine haben die
Menschen noch immer mit Unsicherheit, Zerstörung, Traumata, Versorgungsengpässen und Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Sie brauchen Schutz, Zugang zu Wasser, Nahrung, Wärmeversorgung, Gesundheitsdiensten, Schulen und Märkten. Obwohl die Nothilfe noch immer im Zentrum der humanitären Hilfe steht, betont der HRP 2016 die Notwendigkeit von Interventionen im Bereich der Early Recovery und der Resilienzstärkung von betroffenen Menschen.

Alte Menschen

Besonders schwer ist die Situation für tausende, hauptsächlich ältere Menschen die regelmäßig die Demarkationslinie queren, um Sozialzahlungen, ärztliche Versorgung und Zugang zu Märkten zu bekommen. Familien wurden getrennt, Die Menschen fahren in die nichtregierungskontrollierten Gebiete, um sich um Familienmitglieder oder zurückgelassene Wohnungen zu kümmern. Diese beschwerliche und gefährliche Reise haben im Februar 410.000 Menschen auf sich genommen, aufgrund der sich verschärfenden Kampfhandlungen geschlossenen Checkpoints um die Hälfte weniger als im Dezember 2015.

Kinder

Der Konflikt in der Ukraine hat sich dramatisch auf ungefähr 580.000 Kinder ausgewirkt, die in den
nichtregierungskontrollierten Gebieten oder nahe der Kontaktlinie leben. Von diesen Kindern braucht lt. UNICEF jedes Dritte, d.h. 200.000 Kinder psychosoziale Unterstützung. Über 215.000 Kinder sind in andere Landesteile geflüchtet und brauchen eine bessere Integration in ihr neues schulisches Umfeld.

Caritas in der Ukraine

Seit März 2014 hat die Caritas Österreich gemeinsam mit der griechisch-katholischen Caritas Ukraine, der römisch-katholischen Caritas Spes und anderen lokalen Partner- organisationen mehr als 40.000 Personen mit Nothilfeprojekten für Binnenflüchtlinge und vom Konflikt betroffene Menschen unterstützen und hat dafür 2,5 Millionen Euro bereitgestellt.  Für 2016 planen wir einen Umsatz von 4 Millionen Euro, davon 2 Millionen für humanitäre Hilfe und 2 Millionen für die langfristige Arbeit mit den Schwerpunkten Kinder und Hauskrankenpflege. Hauptpartner in der humanitären Hilfe ist die Caritas Ukraine, die im Jahr 2015 ca. 12 Millionen Euro in der Hilfe für Binnenflüchtlinge und die lokale Bevölkerung an der Kontaktlinie umgesetzt hat. Seit 2014 ist die Organisation stark gewachsen und hat lokale Caritasorganisationen in Dnipropetrowsk, Charkiw, Kramatorsk, Slowjansk, Zaporizhye, Krywij Rig, Poltawa, Dniprodzerzhynsk und Mariupol gegründet. Mit ihren Hilfsprojekten konnte sie bereits 175.000 Menschen erreichen. Bei der Bewältigung der großen Herausforderungen im neuen Arbeitsfeld der humanitären Hilfe wird die Caritas Ukraine durch das internationale Caritasnetzwerk, vor allem über die amerikanische CRS, den deutschen Caritasverband und die Caritas Österreich und ihre Delegierten vor Ort unterstützt. Die Caritas Ukraine ist mittlerweile zur stärksten nationalen NGO im Bereich der Nothilfe geworden. Die Schwerpunkte der Caritas Österreich  im Bereich der humanitären Hilfe sind Bargeldtransfers für Binnenflüchtlinge, Verteilung von Nahrungsmitteln, Brennholz, Hygienebedarf und Medikamenten im Konfliktgebiet. Weiters werden über Cash for Work Teams beschädigte Häuser und Wohnungen sowie Schulen und Kranken- häuser entlang der Kontaktlinie saniert. In sogenannten Childfriendly Spaces werden Kinder von Binnenflüchtlingen dabei unterstützt, ihre Traumata zu bewältigen und sich in die neue Wohn- und Lernumgebung zu integrieren. Erste Pilotprojekte zur sozialen und wirtschaftlichen Integration von Binnenflüchtlingen wurden erfolgreich abgewickelt, weitere Programme sind in Planung und Umsetzung. Derzeit plant die Caritas Österreich ein großes Programm zur medizinischen Notversorgung vor allem älterer Menschen und Kindern entlang der Kontaktlinie. Um die dringend benötigte Hilfe für die Menschen in der Ukraine auch im Jahr 2016 aufrecht zu erhalten, sind wir dringend auf Spendenmittel angewiesen.

Für das Jahr 2016 hat die Caritas Österreich sich das Ziel gesetzt, 30.000 Menschen mit Nothilfe- und Integrationsprojekten zu unterstützen. Helfen Sie mit Ihrer Spende:

Caritas
IBAN: AT47 2011 1890 8900 0000
BIC: GIBAATWWXXX Erste Bank

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wir freuen uns über jeden Kommentar. Und da wir mit konkreten Menschen kommunizieren wollen, bitten wir Sie, nicht anonym zu kommentieren.