Montag, 7. März 2016

Großes Lob eines kritischen Menschen

Kennen Sie Professor Bernd Lötsch? Er ist Jahrgang 1941 und war mit Günther Nenning und vielen anderen 1984 Au-Besetzer, um das Kraftwerk Hainburg zu verhindern und später auch Direktor des Naturhistorischen Museums.

Dieser Tage war er bei den Katholischen Akademikern in Wien zu Gast und hat in einem 40-minütigen Vortrag seiner Begeisterung über die Enzyklika "Laudato Si" von Papst Franziskus Ausdruck gegeben. Dank dem Katholischen Akademikerverein und Soundcloud können Sie sich diesen Vortrag gemütlich zu Hause anhören.



Und wenn Sie nun voller Begeisterung die Enzyklika lesen möchten, dann brauchen Sie etwas Zeit, denn es sind über 200 leicht lesbare Seiten. Es lohnt sich und hier ist der Text.

Und so fängt die Enzyklika an:
1. “Laudato si’, mi’ Signore – Gelobt seist du, mein Herr”, sang der heilige Franziskus von Assisi. In diesem schönen Lobgesang erinnerte er uns daran, dass unser gemeinsames Haus wie eine Schwester ist, mit der wir das Leben teilen, und wie eine schöne Mutter, die uns in ihre Arme schließt: “Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter.”[1]
2. Diese Schwester schreit auf wegen des Schadens, den wir ihr aufgrund des unverantwortlichen Gebrauchs und des Missbrauchs der Güter zufügen, die Gott in sie hineingelegt hat. Wir sind in dem Gedanken aufgewachsen, dass wir ihre Eigentümer und Herrscher seien, berechtigt, sie auszuplündern. Die Gewalt des von der Sünde verletzten menschlichen Herzens wird auch in den Krankheitssymptomen deutlich, die wir im Boden, im Wasser, in der Luft und in den Lebewesen bemerken. Darum befindet sich unter den am meisten verwahrlosten und misshandelten Armen diese unsere unterdrückte und verwüstete Erde, die „seufzt und in Geburtswehen liegt“ (Röm 8,22). Wir vergessen, dass wir selber Erde sind (vgl. Gen 2,7). Unser eigener Körper ist aus den Elementen des Planeten gebildet; seine Luft ist es, die uns den Atem gibt, und sein Wasser belebt und erquickt uns.

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