Sonntag, 27. März 2016

Die Predigt am Gründonnerstag

In der Gründonnerstagpredigt wurden auch einige Bilder aus der Arche und aus dem Haus Ibrahim gezeigt. Hier finden Sie den Text der Predigt von Pfarrer Markus Beranek, weiter unten die gezeigten Bilder als Diaschau, die automatisch abläuft. Nach der Predigt begann die Fußwaschung an 6 Personen, die sich besonders in der Arche für alte Menschen oder im Haus Ibrahim für junge Flüchtlinge engagieren.

Predigt Gründonnerstag 2016

Wir beginnen diese Kartage unter dem Vorzeichen von unendlich viel Leid.
Am Dienstag haben die Terroranschläge in Brüssel viel Bestürzung und Unsicherheit ausgelöst.
Der Krieg in Afghanistan, in Syrien, im Irak und in anderen Krisenregionen der Erde kommt nicht zur Ruhe.
Die Flüchlingsströme nach Europa reißen nicht ab und in Europa reagieren viele Menschen mit Überforderung, Zurückhaltung und Abwehr.
Das tägliche Leben mit all seinen Herausforderungen geht ebenso weiter. Wir erleben in unserem Umfeld die Herausforderungen des Älterwerdens und des Alters, Menschen, die plötzlich krank werden, wie erfahren, dass Beziehungen in die Krise kommen und mitunter nicht mehr lebbar sind.
Und auf diesem Hintergrund stellt sich die Frage: und wo bleibt Gott angesichts von alle dem Leid und alle diesen Herausforderungen?
Jesus zeigt auf seine Weise eine Perspektive auf. Er wäscht seinen Jüngern die Füße.
Jesus wäscht uns die Füße.
Jesus wäscht den Menschen dieser Erde die Füße.
Er berührt uns in unserer Verwundbarkeit.
In unseren Leiden.
In unseren Fragen.



Ich werde jetzt einigen Menschen die Füße waschen, die anderen Menschen in Phasen besonderer Herausforderung beistehen – es sind Ehrenamtliche aus der Arche und Haupt- und ehrenamtliche aus dem Haus Ibrahim.
Das steht für die Bandbreite des Lebens.
Es geht um junge und alte Menschen.
Es geht um Menschen, die ihr Leben hier in Österreich verbracht haben und um solche, die in den letzten Monaten nach Österreich gekommen sind.
Einleitend zur Fußwaschung holen wir anhand einiger Bilder den Alltag in den Gottesdienst. Die Bilder sind im Umfeld der Firmvorbereitung in der Arche, im Landespflegeheim, entstanden bzw. im Haus Ibrahim, dem Haus für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, das wir von Seiten der Pfarre gemeinsam mit Vertretern der evangelischen Pfarre und der islamischen Gemeinde gegründet haben.
Die Bilder sind stellvertretend für unzählige andere Begegnungen, in denen Fußwaschung geschieht. Und diese Art der Fußwaschung ist eine Form der Antwort auf das Leid in der Welt.

Fußwaschung heißt:
Menschen wahrnehmen, ihre Gesichter, ihre Einzigartigkeit, ihre Würde, ihre Not.
Miteinander das Leben teilen, Einsamkeit und Ausgrenzung überwinden

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