Freitag, 27. November 2015

Eine Adventbetrachtung

Pfarrer Markus Beranek hat zum Beginn des Advents und auch zum Beginn des Jahres der Barmherzigkeit am 8. Dezember den folgenden Text rund um seine Lieblingsikone gestaltet.


"Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters"

Mit diesen Worten beginnt Papst Franziskus ein Schreiben, mit dem er das Jahr der Barmherzigkelt einberuft. Die Christusikone aus der Tradition der östlichen Kirche kann deshalb eine Hilfe sein, uns diesen barmherzigen Blick Gottes in Erinnerung zu rufen. Das Bild. das Sie sehen, zeigt eine Reproduktion der Ikone von Christus dem Weltenherrscher von Rila. Es ist die Ikone, die sich auf meinem Gebetsplatz befindet und vor der ich fast täglich Zeit verbringe. Der Gesichtsausdruck Christi wirkt für mich gesammelt und strahlt eine innere Ruhe aus. Gerade an unruhigen und vollen Tagen hilft mir das, diese ruhigen Schichten in meiner Seele zu entdecken. Die rechte Hand formt den typisch ostkirchlichen Segensgestus. Das sagt mir zu: Über meinem Leben, über meinem Mühen, über all meinen Herausforderungen steht der Segen Gottes, aus dem ich nicht herausfallen kann.

In der linken Hand hält Christus die Bibel -  das Buch, das mir hilft, ihn kennenzulernen, seiner Art und seinem Wesen tiefer auf die Spur zu kommen. Die Ikone zeigt Christus als den Weltenherrscher. Sie erinnert mich an einen nicht so bekannten Akzent des Advents:  Advent als die Zeit, die in uns wachhält, dass Jesus am Ende der Zeiten wiederkommt, dass der Lauf der Geschichte und der Lauf meines Lebens ein Ziel hat. Die Hoffnung, dass trotz aller Konflikte und Herausforderungen letztlich der Lauf der Geschichte gut ausgeht, dass es am Ende zur Versöhnung und zu einem gerechten Ausgleich, zu einem guten Leben für alle kommt und dass meine Hoffnungen und Sehnsüchte eine Erfüllung finden.

So könnte die Ikone Wegbegleiter durch den Advent sein. Ich darf mich anschauen lassen von Jesus. Er kennt mich. Er weiß um mein Leben. Ich darf Ihm alles anvertrauen, was mich beschäftigt. Ich bin unter seinem barmherzigen Blick gut aufgehoben.
Pfarrer Markus Beranek

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