Sonntag, 22. November 2015

Christus ist König

Heute war Christkönigsonntag, ein junges Fest aus dem Jahr 1925, mit dem wir uns wahrscheinlich heute in der Mehrheit der Christen eher schwertun.  Einen interessanten und aktuellen Aspekt aus der Predigt von Pfarrer Markus Beranek möchten wir hier berichten:

Der Islamische Staat, der die Welt zur Zeit sehr beschäftigt, versucht gerade einen Gottesstaat zu errichten. Gott und die staatliche Gewalt sozusagen in einer Hand. Auch das christliche Abendland hat solche Vorstellungen der Einheit von Gott und Staat viele Jahrhunderte gelebt. Markus Beranek meinte dazu, dass es doch lange Zeit gedauert hat, bis sich die folgende Stelle aus dem Evangelium auch bei uns durchgesprochen hat. Im heutigen Evangelium hörten wir nämlich den Ausschnitt aus der Passionsgeschichte, wo Pontius Pilatus und Jesus über das Königtum reden. Und Jesus sagt da: "Ja, ich bin ein König, aber mein Königreich ist nicht von dieser Welt, sonst stünde ich nicht hier - denn meine Soldaten würden für mich kämpfen".

Bild: Kaiserkrönung Karl des Großen durch Papst Leo III


Hier das Evangelium des heutigen Tages
samt einem Kommentar vom Hl. Augustinus


Quelle: www.evangeliumtagfuertag.org

Sonntag, 22 November 2015
Hl. Cäcilia

Joh. 18,33b-37.

In jener Zeit fragte Pilatus Jesus: Bist du der König der Juden?
Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus, oder haben es dir andere über mich gesagt?
Pilatus entgegnete: Bin ich denn ein Jude? Dein eigenes Volk und die Hohenpriester haben dich an mich ausgeliefert. Was hast du getan?
Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier.

Pilatus sagte zu ihm: Also bist du doch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.

Kommentar zum heutigen Evangelium :

Hl. Augustinus (354-430), Bischof von Hippo (Nordafrika) und Kirchenlehrer
Homilien über das Johannesevangelium, 115

„Mein Reich ist nicht von dieser Welt"

Hört her, Juden und Heiden […] hört her, alle Königreiche der Erde! Ich hindere euch nicht daran, über die Welt zu herrschen, „mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Joh 18,36). Lasst euch also nicht von dieser unverständigen Furcht beherrschen, die Herodes ergriff, als man ihm meine Geburt verkündete […] Nein, so sagt der Erlöser, „mein Reich ist nicht von dieser Welt“. Kommt alle in dieses Königreich, das nicht von dieser Welt ist. Tretet ein durch den Glauben. Die Furcht soll euch nicht grausam werden lassen. Es stimmt zwar, dass der Sohn Gottes in einer Prophezeiung vom Vater spricht und sagt: „Ich selber habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg.“ (Ps 2,6). Doch dieser Zion und dieser Berg sind nicht von dieser Welt.


Was also ist sein Reich wirklich? Es sind die, die an ihn glauben, die, zu denen er spricht: „Ihr seid nicht von dieser Welt, so wie ich nicht von dieser Welt bin“ (vgl. Joh 17,16). Und dennoch will er, dass sie in der Welt sind, und er betet zu seinem Vater: „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.“ (Joh 17,15). Denn er sagte nicht: „Mein Reich ist nicht in dieser Welt.", sondern sehr wohl: „Es ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich nicht ausgeliefert würde.“ (Joh 18,36).



Sein Königreich hingegen ist wirklich bis zum Ende der Welt hier auf Erden; bis zur Ernte wächst das Unkraut inmitten des Getreides (vgl. Mt 13,24f.) […] Sein Reich ist nicht von hier, denn er ist in dieser Welt wie ein Reisender. Denen, die ihm untertan sind, sagt er: „Ihr seid nicht von der Welt, weil ich euch aus der Welt erwählt habe.“ (Joh 15,19). Sie waren also von dieser Welt, als sie noch nicht sein Königreich bildeten und sie gehörten dem Fürsten dieser Welt (vgl. Joh 12,3) […] Alle, die dem Geschlecht des sündigen Adam entstammen, sind von dieser Welt. Alle, die in Jesus Christus neu erschaffen wurden, gehören zu seinem Königreich und nicht mehr zu dieser Welt. „Gott hat uns der Macht der Finsternis entrissen und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.“ (Kol 1,13).



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