Samstag, 3. Oktober 2015

Pfarrmedien über Pfarrmedien

Ein merkwürdiger Titel. Aber, was soll man anders titeln, wenn ein Pfarrmedium wie dieses über Pfarrmedien schreibt? Des Geheimnis Lösung: Heute war der jährliche Pfarrmedientag der Erzdiözese Wien.

Medienmacher aus vielen Pfarren der 3 Vikariate waren auf den Ruf des Veranwortlichen für Pfarrmedien Peter Morawetz (Diakon und im Beruf Medienprofi) zusammengekommen, um sich über das Thema "Ihre Pfarre im Internet" zu unterhalten. Das gesamte Programm können Sie weiter unten lesen.  75% der über 600 Pfarren haben einen meist konventionellen Internetauftritt. Personen wie Pfarrer, Kapläne, Pfarrgemeinderäte, aktive Laien  und auch Teilorganisationen sind in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, WhatsUp, Periscope, Google+ etc.  aktiv und versuchen die Botschaften von Gott anderen Menschen nahe zu bringen.

In seinem Einführungsvortrag betonte Pater Karl Wallner aus dem auch im Internet hochaktiven
Stift Heiligenkreuz, dass dennoch ein Großteil der Kirche symbolisch gesprochen im Internet noch in der Zeit des Münztelefons lebt, dass wir seit 50 Jahren auch in unseren eigenen Medien nicht über Gott, sondern über die Kirche sprechen, während andere wie Freikirchen oder Muslime Gott verkünden. Erfolgreich werden wir sein, wenn wir die Atmosphäre des Gebetes zu Gott ins Netz bringen können. "Freudige Coolness" wäre nötig. Er erwähnte z.B. auch den Fernsehservice EWTN  (im Internet http://www.ewtn.de, Livestream hier), von einer amerikanischen Klosterschwester gegründet (Ihr Motto „Wenn Du nicht den Mut hast etwas Lächerliches zu tun, wird Gott auch nichts Wunderbares daraus machen“), der heute in 140 Ländern 200 Millionen Haushalte erreicht. Über diesen überträgt Heiligenkreuz manchmal Anbetungsstunden und ähnliches.  Es sind nur wenige Aspekte seiner be-geisterten Rede, die man hier erwähnen kann.

Ein zweiter Vortrag beschäftigte sich mit der Struktur der Gesellschaft und berichtete von einer österreichischen Studie, die in Österreich je nach sozialer Schicht, aber auch nach Kriterien wie Traditionell, Modern, Alternativ "10 Milieus" findet, diese in Prozenten der Gesamtbevölkerung quantifiziert und dann die Frage nach dem Interesse an den Themen Gott und Kirche stellt. Die Ergebnisse sind nicht ganz überraschend. Wir sind als katholische Kirche von etlichen Milieus, die intensive Internetnutzer sind, doch einigermassen entfernt.

In den 6 Workshops ging es dann eher um die Praxis des Internets. Wie geschieht "Mission" im Netz, die Frage nach dem "Wie gehe ich es an" und welche Werkzeuge gibt es. Aber auch Soziale Netze, "wie werde ich gefunden" und die Verwendung von Apps, Video, Audio waren Themen.

Wo stehen wir in Stockerau, wenn man die gehörten Informationen überdenkt? Die grundlegenden Vorstellungen erfüllen wir wohl mit unserem Webauftritt, die Zugriffszahlen sind vergleichsweise nicht schlecht, aber das Reden von Gott in den Internetmedien, die z.B. in der Schnellbahn intensiv von 80% mit etwas verkrampftem Rücken auf ihrem Smartphone genutzt werden, das gelingt uns bestimmt noch nicht. Also lasst uns auch hier über Gott reden. Und das tun wir ja, wenn wir von Gottesdiensten berichten, von dem, was Gruppen tun oder wenn wir von den Flüchtenden sprechen.

Aber es geht sicher noch besser.

Programm des Pfarrmedientages
Einfach draufclicken.





1 Kommentar:

  1. Der Kirche muss endlich bewußt werden, dass sie ein Minderheitenprogramm darstellt.
    Kirchliche Lebenshaltungen und Werte sind nicht mehr gefragt.Man soll ich von den Zugriffszahlen nicht täuschen lassen. Das sind ohnedies nur Leute, die auch sonst am kirchlichen Leben Anteil nehmen. Missioniert wird über die sozialen Netzwerke sicherlich nicht!

    Die röm. kath. Kirche hat drei Erscheinungsformen in der Welt von heute, Kirchenpolitik, Liturgie und Caritas.Die Kirchenpolitik ist so gut wie nicht vorhanden.Das Kirchenvolks-begehren und die Fortpflanzungsgesetzgebung ist den Kirchenangehörigen am A... vorbeigegangen. Die Liturgie ist für die Selbstdarsteller eine Bühne geworden. Die Caritas dominiert alles. Landau und Schwertner sorgen für die mediale Präsenz in Flüchtlingsfragen. Da hat selbst ein Kirchenrebell Schüller das nachsehen!

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