Mittwoch, 16. September 2015

PGR-Klausur in Stift Altenburg

Die diesjährige Herbstklausur des Pfarrgemeinderates fand von Freitag Abend bis Samstag Nachmittag (21. - 22.9.2015) im prächtigen Ambiente von Stift Altenburg statt. Der Titel und das Leitmotto der Klausur lautete diesmal Gastfreundschaft. Diese Gastfreundschaft durften wir schon im Stift erfahren, erlebbar etwa im gemeinsamen Stundengebet mit den Mönchen (das gemeinsame Gebet ist ja laut der Ordensregeln des hl. Benedikt Bestandteil der Gastfreundschaft). Eine Führung durch das Stift bzw. den Garten der Religionen als eigener Punkt rundeten die Agenda ab.

Bibel-Teilen: drei Bibelstellen (plus Begleittext) als Einstieg
Zwei neue Gesichter wurden in der Runde begrüßt, nämlich Kaplan Michael Kreuzer für die Pfarre Stockerau und Kaplan Ivan Babiak zur Unterstützung von Pfarrer Markus Beranek als Moderator für die Pfarren Niederhollabrunn und Haselbach. Das Online Magazin hat ->hier und ->hier darüber berichtet.

Pfarrer Markus Beranek mit Agenda
Es waren diesmal keine neuen Themen, die besprochen und angegangen gehörten, sondern es sind vier bekannte Hauptthemen für dieses Arbeitsjahr durchgegangen worden (siehe unten). Die heurige Ferienzeit war alles andere als ruhig, vor allem zu den Themen Flüchtlinge und Renovierung des Pfarrzentrums brachte das Pfarrteam viele Neuigkeiten. Somit wurde die Klausur auch dazu genutzt alle Mitglieder des PGR auf gleichen Informationsstand zu bringen.

Flüchtlinge in Stockerau war das erste und derzeit auch dringlichste Thema. Es war ja nicht absehbar und schon gar nicht planbar, mit welcher Wucht dieses Thema auf uns hereinbricht.

Auf der Tradition des Interreligiösen Dialogs aufbauend wurde mit Netzwerk Integration ein Verein gegründet, in dem die drei Religionsgemeinschaften Katholische und Evangelische Kirche, sowie Islamische Glaubensgemeinschaft (durch den türkischen Kulturverein) vertreten sind. Ziel dieses von politischen Gremien wie Gemeinderat unabhängigen Kreises ist es Ehrenamtliche für die Betreuung von Flüchtlingen in Stockerau zu koordinieren, in guter Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde. Nach der christlichen Familie aus dem Nordirak, die schon länger in Stockerau ist, konnten zwei weitere Familien aus Syrien aufgenommen werden.

Viele Freiwillige haben sich mit ihren Fähigkeiten bereits gemeldet, mancher davon wird noch in Evidenz gehalten. Die Unterstützung ist erst im Aufbau und braucht seine Zeit; Freiwillige bitten wir deshalb um Geduld. Weitere Freiwillige können sich im Pfarrbüro oder unter der Mail-Adresse integration@stockerau.gv.at (Stadtamtsdirektion) melden, wo die Fäden zusammen laufen; falls jemand ein geeignetes Mietobjekt für eine Wohnung hat, bitte wir um direkten Kontakt mit der Cariats: Tel. ++43 1 545 36 06/21; hermann.schuster@caritas-wien.at

Klarerweise werden weitere Flüchtlinge in Stockerau untergrbracht werden müssen, nämlich Asylwerber, die vorübergehend untergebracht werden müssen. Für sie soll ein Containerdorf entstehen, der Standort ist noch nicht klar. Im Georg Tanzer Haus werden unbegleitet minderjährige Jugendliche betreut, in Zusammenarbeit der beiden Kirchen und der islamischen Gemeinde entsteht der Verein vor-allem-mensch.punkt, der ebenso unbegleitet minderjährige Jugendliche begleitet.

Bei der Diskussion im PGR kam klar heraus, dass offene und direkte Information ein hohen Stellenwert hat, denn die Gastfreundschaft gegenüber Fremden gehört zu den Kernaufgaben von Kirche.


Die Renovierung des Pfarrzentrums ist das zweite große Thema der Klausur. Auch hier ist über den Sommer viel passiert, die Planungen sind weiter detailliert worden.

Bei den baulichen Maßnahmen wurde die Renovierung der Räume über dem Pfarrbüro vorgezogen. Die Adaptierung der ehemaligen Mesnerwohnung ist weitgehend erfolgt, die zweite Wohnung und das Archiv werden jetzt umgebaut. Die entstehenden Räume werden während der eigentlichen Umbauphase vom Verein punkt_um genutzt werden und stehen auch der Pfarre als Gruppenräume zur Verfügung.

Der eigentliche Baubeginn ist auf Anfang Mai 2016 festgesetzt. Ab diesem Zeitraum ist das Pfarrzentrum nicht mehr benutzbar! Aber schon jetzt stecken erhebliche Eigenleistungen von vielen Freiwilligen im Umbau, die die Kostenseite direkt entlasten. Ein herzliches Vergelt's Gott dafür!

Das Hauptthema bei der Renovierung ist, sie haben es sicher erraten, das liebe Geld. Um weitere Spendengelder zu lukrieren gibt es viele Initiativen an Veranstaltungen, viele davon wurden unabhängig vom Pfarrteam initiiert. Um einen roten Faden durch die Fülle an unterschiedlichen Aktivitäten und Veranstaltungen zu haben, wurde ein eigenes Logo für das neue Pfarrzentrum geschaffen. Es hat den Namen P2 und sieht folgendermaßen aus:




Das P2 Logo wird von nun an alle Ankündigungen und Plakate zieren.Vielleicht setzt sich der Name "P2" für das neue Pfarrzentrum ähnlich durch wie sich der Name "Z" bzw. "Z2000" als Begriff in der Stadt etabliert hat.


Das Thema Gemeindeerneuerung ist das dritte Schwerpunktthema in diesem Arbeitsjahr. Die Idee ist es, mit der Kirche auf die Menschen zu zu gehen und dort vorort zu sein, wo sich das Leben in der Stadt abspielt. Die Gemeindeerneuerung läuft bereits zwei Jahre: das ersten Jahr war die Findungsphase, bei der es darum ging die Situation zu analysieren, das Ziel zu definieren und Möglichkeiten auszuloten. Im vergangenen zweiten Jahr wurden bereits konkrete Schritte umgesetzt, wie die Valentinsaktionen vor dem Bahnhof bzw. in der Marktgasse oder die Kindersegnung am Erdäpfelfest.

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Gemeindeerneuerung ist der Rollende Kirchturm, mit dem wir bereits an drei Samstagen Station gemacht haben. Dabei sind wir mit einem auf einem Leiterwagen montierten Kirchturm (unseren Kirchturm) leicht erkennbar. Diese Aktion wird monatlich weiter laufen. Ferner sollen in der Projektgruppe weitere Aktionen ausgearbeitet werden.


Schließlich wäre noch die Sonntagseucharistie als viertes Schwerpunktthema. Dabei geht es um die Frage, wie besonders die Messe um 9:30 Uhr im Schnittfeld der oft gegensätzlichen Erwartungen gestaltet werden kann. Schon geraume Zeit gibt es eine beachtliche Differenzierung: es gibt die Familienmessen um 9:30 Uhr, eigene Kinderliturgien, die monatliche Jugendmesse am Sonntag Abend, Orgelmessen, rhytmische Messen am Vorabend, Messen im Kloster und in der Arche; und traditionell gestaltete Messen gibt es immer in der 8:00 Uhr Sonntagsmesse. Nun soll die Gestaltung der 9:30 Uhr Messe angegangen werden, das Thema Gastfreundschaft (sic!) soll stärker eingebracht werden. Gastfreundschaft ist besonders auch gegenüber allen gemeint, die nicht regelmäßig den Gottesdienst mitfeiern. Dafür wird eine eigene Projektgruppe eingesetzt.



Alles in allem war es wieder eine sehr intensive Klausur, die Themen gehen einfach nicht aus. Die Klausur wurde am Samstag nach 16 Uhr mit einem Segen in der Ikonenkapelle ("Du bist das Licht der Welt") abgeschlossen. Für das Arbeitsjahr gibt es viel zu tun. Die Themen sind hoffentlich richtig gesetzt und es finden sich Mithelfer, ohne die dies nicht umsetzbar ist.

Fotos sind in einem Fotoalbum der Pfarre Stockerau im Internet abgelegt. ->Hier ist der Link.

(fjb)


Fotos: F. Bauer

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