Sonntag, 2. August 2015

Sonntagspredigt und Segensworte am 2. August 2015

Predigt

Hier finden Sie die Lesungen dazu. 

Das zweite Buch der Bibel, das Buch Exodus schildert uns die Wüstenwanderung des Volkes Israel, bei der es immer wieder zu heftigen Krisen kommt – etwa, als das Essen ausgeht. Mose ist an allem schuld und die Sehnsucht nach der Sicherheit Ägyptens, der „guten alten Zeit“ wird laut. Gott sorgt sich um sein Volk und in der Nacht fällt Manna vom Himmel. Die Forschung sieht das Manna als den Saft der Tamariskenzweige, den die Schildläuse ansaugen, der Überschuss erstarrt in Tropfen und fällt zu Boden. Die Beduinen verwenden dieses Produkt bis heute als Ersatz für Honig.
Die biblische Erzählung greift dieses natürliches Phänomen auf und steigert es: es reicht in der biblischen Darstellung aus, um zehntausende Menschen zu nähren. Aber das Manna lässt sich nur jeden Tag neu sammeln. Es lässt sich nicht in Vorratsgefäßen einlagern, denn dann wird es schlecht und beginnt zu stinken.
Dieses Bild kommt mir oft dafür, wie ich die Bibel für mich erlebe. Ich kann mich nur jeden Tag neu überraschen lassen, wie sich mir der biblische Text erschließt, wie er lebendig wird und mit meiner Lebenssituation in eine Wechselwirkung tritt. Dann frage ich mich: wo stehe ich heute, was beschäftigt mich, wo ist mein wunder Punkt, wo spüre ich meine Lebendigkeit – und was in den Bibeltexten des Tages beginnt hier für mich ganz zart und auch manchmal ganz heftig zu schwingen.
Und oft berührt mich dann ein Wort oder ein Bild der Bibelstelle und es tröstet und begleitet mich.
So auch heute: „Ich bin das lebendige Brot“ sagt Jesus – und ich höre wie er mir verheißt: Glaube heißt Nahrung zu finden, zur Ruhe zu kommen, meine ureigene Lebendigkeit mehr zu entfalten – und wenn ich das tue, habe nicht nur ich was davon, sondern dann werde ich in dem Sinn auch zu lebendigen Brot, zu einer guten Brotgabe für andere.


Segen

Der uns zum lebendigen Brot geworden ist
nähre euch auf eurem Weg
und lasse euch Tag für Tag finden,
was ihr zum Leben braucht
Brot und Liebe
Nahrung und Freundschaft
einen gedeckten Tisch und Menschen,
die mit euch das Leben teilen.

Der uns zum lebendigen Brot geworden ist
werde durch euch wirksam
dass ihr eine gute Brotgabe seid für diese Welt
für eure Mitmenschen und Freunde
für eure Familien und für die, die euch noch fremd sind.

So segne euch Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

Ihr Pfarrer Markus Berank


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