Sonntag, 9. August 2015

Lächle – du bist auf dem Cammino di Assisi!

Ab heute für eine gewisse Zeit alles stehen und liegen lassen
Ab heute meiner Sehnsucht Raum geben
Ab heute offen und achtsam anderen begegnen
Ab heute wieder fragen wer ich bin.
Ab heute Spuren suchen, Neues entdecken
Ab heute täglich dankbar meinen Tag der Nacht übergeben
Ich gehe pilgern 

[Peter Müller]

Der Stockerauer Herbert Mathe machte sich dieser Tage auf den Weg, um den Camino di Assisi zu erpilgern. Wir haben Ihn, um seine Eindrücke gebeten. Hier sind sie:

Logo des Weges
Wer ein solches Pilgerbedürfnis verspürt , aber nicht ausreichend Zeit für den langen in aller Munde befindlichen spanischen Jakobsweg aufbringen kann oder will, der könnte - oder sollte! - den Cammino di Assisi in Mittelitalien versuchen!  Es handelt sich dabei um keinen neu konzipierten Weg, sondern um die Verbindung zahlreicher traditionsreicher lokaler Pilgerwege der Emilia Romagna, der Toskana und Umbriens. Er wurde -  ausgehend von der Erklärung von Santiago de Compostela und Assisi zu Partnerstädten im Jahre 2007 - im Geiste der beiden regionalen Heiligen Franz von Assisi und Antonius (Padua) etabliert.
Demnach führt er  an Orte und Plätze, die vor allem mit dem Leben dieser beiden Heiligen verbunden und ihnen zum Teil auch geweiht sind (Assisi, La Verna, Monte Casale, etc.).
Ausblick
Der Cammino di Assisi startet in dem kleinen Ort Dovadola in der Emilia Romagna und führt in 12 Tagesetappen über die Toskana ins umbrische Assisi; in Summe werden dabei ca. 300km bewältigt.
Ich habe mich auf den Weg im Juli dieses Jahres eingelassen und bin ihn ganz alleine gegangen; das  kostete mich zwar Überwindung, denn die Erfahrung des Allein-Seins und des Nuraufsichgestellt-Seins in einem fremden Land über einen Zeitraum von 2 Wochen hat mir noch gefehlt.
Nun kann ich sagen: es war eine unglaublich intensive Zeit und eine enorme Bereicherung mit unvergesslichen Eindrücken und Erlebnissen – vielleicht/wahrscheinlich gerade deshalb, weil ich alleine aufgebrochen bin.

Kloster La Verna

Franziskus und der Wolf
In gleichem Maße, wie mir die Etappen aufgrund der gegebenen anspruchsvollen Geländestruktur körperlich alles abverlangten - es gibt mehrere Tagesrouten zwischen 1000 und 1500 Höhenmetern- , wurde ich durch idyllisch verlaufende Wege, durch üppige abwechslungsreiche Vegetation, durch überwältigende Aussichten, durch bezaubernde mittelalterliche Ortschaften und Städte,  durch zahlreiche inspirierende Plätze und nicht zuletzt durch unvergessliche herzliche Begegnungen mehr als reichlich belohnt.
Herbert ist am Ziel angelangt.
Auf dem Cammino di Assisi pilgern bedeutet auch, den Weg für sich zu gehen, bereit sein, sich auf sich selbst einzulassen, denn er ist im Gegensatz zu etlichen anderen Wegen äußerst schwach frequentiert: am Weg begegnete ich an all den Tagen keinem einzigen menschlichen Pilger (nur hin und wieder einem Wildschwein oder einem  Reh)!
Kontakt zu dem einen oder anderen Pilger fand ich immer wieder  in den für die Nächtigung bereitstehenden Pilgerunterkünften; Sie sind in der Regel schlicht und durchwegs sehr gepflegt.
Falls jemand neugierig geworden ist, so kann er/sie gerne mit mir Kontakt aufnehmen oder Informationen aus dem Internet unter folgender Adresse einholen, z.B. unter dieser Adresse.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wir freuen uns über jeden Kommentar. Und da wir mit konkreten Menschen kommunizieren wollen, bitten wir Sie, nicht anonym zu kommentieren.