Dienstag, 12. Mai 2015

Reform, Reform...

Das nächste Pfarrblatt steht bereits vor der Türe. Ende Mai wird es verteilt werden. Da der Platz begrenzt ist, muß der eine oder andere oft auch interessante und wichtige Beitrag der Platznot weichen. Hier ist das Internet zwar kein Ersatz, denn von den 300-400 Zugriffen pro Tag werden wohl nur 100 Menschen in Stockerau sein, während das papierene Blatt in 6800 Exemplaren in der ganzen Gemeinde Stockerau verteilt und auch gelesen wird (hoffentlich). Damit diese Beiträge nicht in der Schublade verschwinden, aber vielleicht auch später nicht mehr aktuell sind, veröffentlichen wir sie hier im Internet und werden im Pfarrblatt über einen Link einen Verweis bringen.
Hier ist das erste Thema, nämlich ein Beitrag zum aktuellen Stand der Strukturreform der Pfarren in unserer Erzdiözese Wien aus Sicht unseres Pfarrers und zugleich Dechanten des Dekanates Stockerau:

Pfarren, Pfarrverbände und Entwicklungsräume

In Zukunft werden die Pfarren in unserem Dekanat verstärkt zusammenarbeiten. So wie es derzeit aussieht werden in den nächsten Jahren die Pfarren der Großgemeinde Großmugl und der Großgemeinde Sierndorf in Zukunft einen Pfarrverband bilden, sowie Hausleiten, Stockerau, Leitzersdorf und Niederhollabrunn, die Pfarre Haselbach weiß sich mehr zu den ländlichen Pfarren des Dekanates hingezogen.

Der erste Schritt ist, dass die beiden Pfarrverbände mit Beginn des neuen Kirchenjahres ein Entwicklungsraum werden. Der Ausdruck „Entwicklungsraum“ bedeutet, dass diese Pfarren auf Dauer eine enge Zusammenarbeit pflegen, „Pfarrverband“ bedeutet, dass ein Pfarrer alle Pfarren des Pfarrverbandes leitet, dabei aber weitere Priester und PastoralassistentInnen zur Seite hat. Die Pfarre Stockerau hat mit knapp 10.000 Katholiken natürlich schon eine beachtliche Größe, gleichzeitig erscheint es mir aber als sehr sinnvoll, wahrzunehmen, dass Stockerau bis zu einem gewissen Grad für die umliegenden Ortschaften ein natürliches Zentrum darstellt und dass auch wir von Projekten und Angeboten der Nachbarpfarren profitieren können.

Die große Herausforderung all dieser Überlegungen besteht aber vor allem darin, dass wir in den Pfarren verstärkt den Mut haben, neue Wege zu beschreiten, Christsein gemeinsam mit Menschen zu leben, die sich in der derzeitigen Art, wie Pfarrleben funktioniert, wie Gottesdienste gestaltet werden etc. nicht angesprochen fühlen. Dass Pfarren viel mehr als bisher Ort werden für Menschen, die spirituell auf der Suche sind, die in ihrem Leben Verletzungen erfahren haben, die vielleicht auch gescheitert sind, die sich weiterentwickeln wollen. Kirche als Ort für die Kleinen, Schwachen und Verwundeten, die dort ihre Wunden verbinden und Heilung erfahren, Kirche als Ort für die Großen und Starken, die Zupacken und Gottes Idee einer gerechten Welt teilen, die Unruhe stiften und etwas bewegen wollen, damit unsere Welt ein Stück menschlicher und gerechter wird. Eine große Vision. Wir stehen noch sehr am Anfang.

Pfarrer Markus Beranek

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