Freitag, 3. April 2015

Es ist vollbracht


Das war der letzte Satz, den Jesus sprach, bevor er am Kreuz starb. Wie Pfarrer Markus Beranek in seiner Karfreitagpredigt betonte, gab es wohl keine grausamere Strafe in dieser Zeit in der römischen Provinz und die war gerade recht, um der Bevölkerung Jerusalems deutlich zu zeigen, dass man mit diesem Jesus nichts zu tun haben sollte.

Die Karfreitagsliturgie ist in ihrer Einzigartigkeit jedes Jahr ein starkes Erlebnis, sei es die "Prostratio" ganz zu Beginn, wenn sich Priester und Diakon vor dem Altar zum Gebet auf den Boden werfen, oder auch der schmucklose, dunkle - aber nicht meditative, sonder eher trostlose - Kirchenraum. Oder die Leidensgeschichte nach Johannes, die man schon viele Jahre gehört hat und die doch immer wieder mit dem recht feigen Verhalten des Petrus oder der Angst des Römers Pilatus ("Was ist Wahrheit?"), zum Nachdenken anregt. Heuer wurde sie mit farbigem Licht gestaltet.

Auch die Kreuzverehrung, zu der heuer abwechselnd eine Männer- und eine
Prozession zur Kreuzverehrung
Frauenstimme zur leisen Gitarre traurige Lieder sang und dann zum unheimlichen Paukenton das alte Lied "Oh du mein Volk, was tat ich dir" erklang, war besonders karfreitäglich gestaltet.

Die großen Fürbitten, die sich im Laufe der Jahrzehnte in der Formulierung doch sehr gewandelt haben, schließen alles ein: unsere Täuflinge, Erstkommunionkinder und Firmlinge, über unsere älteren Brüder und Schwestern - die Juden -, die, die nicht an Christus glauben, bis zu unseren Regierenden.
Die Pauken
Und zum Ende wird das Grab geöffnet und die Kirche leert sich fast lautlos von den vielen Kirchenbesucherinnen und -besuchern.


Fotos: M. Plattner, W. Flandorfer

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