Donnerstag, 15. Januar 2015

Kardinal & Bundespräsident

Es ist ja interessant, wenn unser Bundespräsident und unser Kardinal zu einem Thema im Gegensatz zu Bundeskanzler und Minister eine gemeinsame Sicht haben.
Das berichten heute die Medien zum Thema "Interreligiöses Dialogzentrum" mit dem unaussprechlichen Namen KAICIID. Es ist dies eine Gründung der Länder Saudiarabien (Hauptfinancier), Spanien und Österreich, die den Standort Wien wegen seiner anderen großen internationalen Organisationen gewählt haben. Die beteiligten Religionen sind alle großen Weltreligionen.

Hier ist die Sicht unseres Kardinals. Und man kann das nachvollziehen, wenn man die Zielsetzungen liest, die leider bisher nur auf englisch auf der Webseite der Organisation vorliegen.

Ein Auszug daraus als Versuch einer Übersetzung wesentlicher Passagen ins Deutsche:

Wir glauben
  • Wir glauben an die Heiligkeit des Lebens und die damit verbundene Würde der Person
  • Wir glauben, dass Religionen Respekt und Versöhnung ermöglichen
  • Wir glauben, dass Dialog zwischen Menschen verschiedener Religionen und Kulturen der Weg zu dauerndem Frieden und sozialem Zusammenhalt ist
  • Wir bestätigen den Zweck und die Prinzipen der Deklaration der Menschenrechte, besonders der Freiheit der Gedanken, des Gewissens und der Religion....
Wir weisen zurück
  • Wir verdammen gewaltsame Konflike in der Welt, besonders Gewalt im Namen der Religion und rufen zu einem Ende gewaltsamer Feindschaft auf....
  • Wir sind gegen die Instrumentierung der Religion, um Krieg zu führen
  • Wir verdammen besonders Terrorismus in allen Formen,  von wem immer, wo immer und wofür auch immer er eingesetzt wird.
  • Wir verdammen die Haßrede und Extremismus, die Gewalt hervorrufen und Vorurteile erzeugen
  • KAICIID kämpft gegen Vorurteile und Intoleranz, in allen ihren Formen
etc., etc.

Das sind doch einmal als Startpunkt deutlische Formulierungen, auch wenn wir das praktische Verhalten in vielen Ländern, Religionen und Kulturen nicht verstehen können. Das betrifft z.B. die Anwendung der Scharia, aber auch zum Beispiel die Todesstrafe. Aber Dialog bringt ja nur etwas, wenn man über die Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten spricht. Deswegen billigt man noch lange nicht den Standpunkt und das Verhalten des anderen. 

Dazu der englische Text von der Webseite:

We Believe
  • We believe in the sanctity of life and the inherent dignity of the person.
  • We believe that religion is an enabler of respect and reconciliation.
  • We believe that dialogue among people of different religions and cultures is the path to lasting peace and social cohesion.
  • We affirm the purposes and principles enshrined in the Universal Declaration of Human Rights, in particular the right to freedom of thought, conscience and religion. These equal and inalienable rights of all members of the human family are the foundation of freedom, justice and peace in the world.
We Reject
  • We condemn violent conflict in the world, more so violence committed in the name of religion, and call for an end to violent hostility. We deplore loss of life and commend those who seek to alleviate suffering, as well as those who strive to promote wellbeing, harmony and peace.
  • We oppose the instrumentalization of religion to make war.
  • We strongly condemn terrorism in all its forms and manifestations, committed by whomever, wherever and for whatever purposes.
  • And we condemn hate speech and extremism that incite violence and fuel prejudice.
  • KAICIID combats prejudice and intolerance, in all their forms.
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