Sonntag, 7. Dezember 2014

Ist Gott für die Schöpfung notwendig?

Spiralnebel M101 (ESA)
Sonntag abends gibt es auf einem Privatsender zu später Stunde regelmäßig astronomische Sendungen. Letzte Woche ging es nicht mehr oder weniger darum, dass der berühmte Physiker und Kosmologe Stephen Hawking bewiesen haben will, dass für die Schöpfung Gott nicht notwendig ist. Das war wirklich sehr beeindruckend - nämlich welche Argumente so gescheiten Leuten einfallen.

So argumentiert Hawkins in dieser Sendung, dass im Urknall die Zeit verschwindet. Und wo keine Zeit, da kann es für eine Wirkung auch keine Ursache geben. Wenn man also Gott als (notwendige) Ursache für die Welt, für die Schöpfung sehen will, dann kann dies im Urknall nicht der Fall sein. Und unsere Welt ist im Urknall begründet.

Ein weiteres seiner Argumente lautet, dass es im All neben der positiven Energie auch negative Energie gibt, gleich viel, sodass die Summe Null ist. Und wenn die Summe Null ist, dann ist da ja gar nichts. Nichts, das erschaffen worden sein muss und für das es eines Schöpfers bedürfte.

Bravo Herr Hawking! Ich kann diesen Argumenten leider nicht folgen, mir fehlen die nötigen Grundlagen zur Bildung einer eigenen Meinung bei dieser physikalischen Argumentation. Aber kann man nicht auch so die Existenz Gottes nicht täglich spüren. In der Liebe, in der Menschen einander begegenen, im Wunder der Schöpfung, wie sie sich uns zeigt, in der Schönheit von Mathematik, usw. Dagegen können Argumente, die im Urknall wurzeln, sowieso schwer an. Ein Urknall, der auch nichts anderes ist als ein mögliches Erklärungsmodell, um Sachverhalte, die wir heute messen, größtmöglich einfach erklären zu können - eben ein pragmatischer Ansatz. Wenn Gott eine Frage der Wahrheit und nicht der Richtigkeit ist, d.h. man kann Gott nicht beweisen, sondern nur an ihn glauben, dann ziehe ich die Erfahrungen von heute denen, die von Ereignissen vor 13,7 Mrd. Jahren stammen, vor.

Die Erkenntnis von Stephen Hawking ist aber auch nicht ganz neu, er hat sie 2008 veröffentlicht. Sie ist wohl einzureihen in die vielen Gottesbeweise (wenn auch mit anderem Vorzeichen), die es in der Geschichte gibt. Der Versuch, sich mit der Existenz Gottes ernsthaft auseinader zu setzen, ist aber unabhängig vom Ergebnis was Gutes.

(fjb)

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