Montag, 1. Dezember 2014

Hörweg zu Gott

Herbert Lauermann, der Initiator und Gestalter der Gottesdienst-Serie,  hat wieder einen Hör-Weg zu Gott musikalisch gestaltet, der wie immer an einem Freitag (5. Dezember 2014) um 20 Uhr "begangen" werden wird. Diesmal mit einem Magnificat, dem Lobgesang Marias von Heinrich Schütz - passend zum Marienfeiertag am Montag darauf.


Die Predigt wird Pfarrer Markus Beranek halten.

Das Magnificat enthält starke Worte, die gerade heute auch aktuell sind. Vielleicht sind wir selbst auch im Herzen voll Hochmut, gehören zu den Einflußreichen und den Wohlhabenden?
...
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten;
er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehn.
...

Links
Und hier noch eine Einführung in das Werk (von Herbert Lauermann):

Heinrich Schütz gilt als der bedeutendste deutsche Komponist des Frühbarocks. Obwohl zunächst zum Organisten ausgebildet, komponierte er nach frühen Madrigalen in italienischer Sprache vor allem Vokalmusik zu deutschen geistlichen Texten, und zwar für die Hofgottesdienste ebenso wie zur höfischen Unterhaltung und Repräsentation. Als seine Hauptaufgabe sah Schütz die Bereitstellung von Musik zu außergewöhnlichen Anlässen wie großen Hoffesten oder politischen Ereignissen.
Die aus dem Zusammentreffen von Dreißigjährigem Krieg, Seuchen und sozialen Umwälzungen resultierenden schwierigen Lebensumstände trugen dazu bei, dass Schütz, der zunächst in eine durchaus glanzvolle Hofhaltung eintrat und bis zum frühen Tod seiner Frau ein glückliches Familienleben führte, später sein Leben als „nahezu qualvolle Existenz“ beschrieb. In seinen Werken haben sich diese Erfahrungen allerdings nur bedingt niedergeschlagen.
Schütz führte den neuen, aus Italien stammenden konzertierenden Stil mit obligatem Generalbass in Deutschland ein und vereinigte ihn mit der deutschen Bibelprosa. Seine meisterhafte „Übersetzung“ deutscher Texte in Musik hat seit jeher sein Publikum fasziniert. Neben der Bibelprosa (mit besonderer Bevorzugung der Psalmen) hat Schütz gereimte oder gar strophische Texte eher selten vertont, auch deshalb, weil er deutsche Dichtung nach dem Muster des italienischen Madrigals vermisste und sich nicht dazu in der Lage sah, selbst solche Texte zu schreiben.
Neben dem Stil mit Generalbass hat Schütz auch noch den älteren generalbasslosen Stil gepflegt und als Grundlage allen Komponierens hochgeschätzt. Gerade die Verschmelzung beider Stile, die Arbeit mit Elementen des Konzerts ebenso wie mit solchen aus Motette und Madrigal, dabei der virtuose Umgang mit den Vokalstimmen ebenso wie mit den obligaten Instrumenten und die variable Handhabung unterschiedlichster Besetzungen (vom einstimmigen kleinen Konzert bis zu mehrchörigen, klangvollen Werken) zählen zu den besonderen Leistungen des Komponisten, die schon seine Zeitgenossen anerkannten.

Das Magnificat hat Schütz insgesamt viermal vertont. Davon verwendet nur eine Vertonung die lateinische Sprache.
Sein letztes Deutsches Magnificat „Meine Seele erhebt den Herrn“ SWV 494  ist 1669 für 2 vierstimmige Chöre und basso continuo in seinem Haus in Weißenfels entstanden und wurde 1671 in der letzten Werksammlung des Meisters  -  „Des Königs und Propheten Davids 119.Psalm in 11 Stücken nebenst dem Anhange des 100. Psalms: Jauchzet dem Herrn! und Eines deutschen Magnificats“ (genannt „Schwanengesang“)  -  veröffentlicht.

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