Freitag, 3. Oktober 2014

Angekommen

In der Schweiz nach 1000 km
Geri, unser Stockerauer Pastoralassistent,  ist am Ziel seines über 3000 km langen Fußweges in 87 Tagen (das sind 3 Promille eines 90-jährigen Lebens) von Stockerau nach Santiago de Compostela angekommen. Die letzten Tage hatte ihn  seine liebe Frau Sigi begleitet. Die Redaktion gratuliert ihm zu diesem unglaublichen Weg und wir freuen uns schon, ihn und seine Frau am Sonntag, dem 5. Oktober bei der 1000 Jahr-Feier der Pfarre um 9:30 wiederzusehen. Ob wir ihn noch erkennen werden?
Zu guter letzt noch die letzten beiden Tagebucheinträge.
    
87.Tag – 01.10.2014
Heute starteten wie den letzten Marsch auf Santiago.
Der Morgen begann mit einem guten Frühstück, nachdem wir gestern auch ein gutes Abendessen bekommen hatten (nur die Flasche Rotwein kam direkt aus dem Kühlschrank!). Zuerst ging es nett durch einen Wald und der Weg war uns gut gesinnt, wir kamen sehr schnell voran, in Pedrouzo kauften wir unser Mittagessen ein und dann marschierten wir weiter. Um halb drei waren wir am Monte do Gozo, von dort ging es bergab nach Santiago und wir brauchten lange, bis wir die Kathedrale sahen. Zu Kathedrale gingen wir dann auch, zuerst noch mit Rucksack, bis ich protestierte. Dann gingen wir ins Quartier, wuschen das Leibchen und wuschen uns selber, so wie es sich gehört. Dann marschierten wir wieder in die Altstadt, zuerst wieder zur Kathedrale. Dort besuchten wir die Statue des heiligen Jakobs, die man traditioneller Weise umarmen muss. Da Sigi dabei war, umarmte ich ihn halt auch und dann stiegen wir noch zum Grab hinunter. Schließlich schlenderten wir in der Altstadt umher und suchten uns ein Lokal in dem wir uns ein gutes Abendessen genehmigten. Dort trafen wir dann auch auf Andrea, meine kleine deutsche Begleiterin, die am selben Abend in Santiago angekommen ist. Santiago hat eine ganz spannende Stimmung, ständig trifft man Pilger, die man selber irgendwann schon einmal gesehen hat, bzw sieht man wie sich andere Pilger mit großer Freude wieder treffen. Unser Quartier ist ein Haus der Diözese, liegt etwas außerhalb, aber schön und ruhig.
Die Compostela
   
88.Tag – 02.10.2014
ZweiterTag in Santiago. Die Nacht begann spannend: Im Nebenzimmer hörten wir einen Mann schnarchen. Hätte er in unserem Zimmer gelegen, wäre die Nacht eine Katastrophe geworden.
In unserem Quartier gibt es kein Frühstück, also aßen wir im Bett die Mehlspeisen, die wir am Vortag eingekauft hatten und wir aßen sehr spät unser Frühstück, denn wir haben heute lange geschlafen! Dann wollten wir uns die Compostela holen. Nachdem wir dort uns eine Ewigkeit angestellt hatten,  nämlich eineindreiviertel Stunden (das war mühsamer als zu gehen), entschlossen wir uns, diesen Versuch abzubrechen, da wir um 11 Uhr in die Kirche wollten. Wir gingen also in die Messe, die in unserem Führer als deutsche Messe angekündigt war, allein es war eine spanische Messe und da das Schutzengelfest war, stand der Bischof der Messe vor und die Polizei war besonders eingeladen, es gab jede Menge hochdekorierter Polizisten in der Kirche. Damit war klar, dass das Weihrauchfass in Aktion kommen muss: für den Freund und Helfer nur das Beste! Und ich muss sagen, es war schon beeindruckend, wie das große Weihrauchfass durch das Seitenschiff schwang! Danach starteten wir einen zweiten Versuch, unsere Compostella zu bekommen, dieses Mal standen weniger Menschen angestellt und so blieben wir, bis wir unsere Bestätigung in den Händen hielten! Beim Anstellen traf ich auch meinen Holländer wieder. Überhaupt trafen wir heute viele Pilger, die wir unterwegs kennengelernt hatten, jedesmal ein nettes Begrüßen.
Das grosse Weihrauchfass

Danach gingen wir an den wichtigsten Teil unserer Reise, das Shoppen. Um 6 Uhr am Abend nahmen wir an einer spirituellen Kirchenführung teil, die ganz nett war. Sie wurde von einer Deutschen geleitet und die Gruppe war klein.
Danach gingen wir zwei mit großem Hunger essen, denn wir waren durch das viele Stehen schon ziemlich müde. Dann machten wir uns wieder ins Quartier auf,  um endlich den Blog zu schreiben.
Und ich glaube, auch mein Computer freut sich schon auf zu Hause, heute hat alles klaglos funktioniert!


Hier noch Text der Compostela (Pilgerurkunde, Text aus Wikipedia):
Das Kapitel dieser segenspendenden Apostel- und Metropolitankirche von Compostela, Hüter des Siegels des Altares des seligen Apostels Jakobus, macht entsprechend seiner Absicht, allen Gläubigen und Pilgern, die aus der ganzen Welt aus frommer Neigung oder zur Erfüllung eines Gelübdes an der Schwelle unseres Apostels, des Patrons und Schutzherren der spanischen Lande, des heiligen Jakobus, zusammenkommen, eine gültige Urkunde zur Bestätigung ihres Besuches auszustellen, hiermit allen und jeden, die in die vorliegende Urkunde Einblick nehmen werden, bekannt, dass Herr/Frau Geri Braunsteiner dieses hochehrwürdige Gotteshaus aus Frömmigkeit ehrerbietig besucht hat. Zur Beglaubigung dessen überreiche ich ihm/ihr diese vorliegende Urkunde, versehen mit dem Siegel der genannten heiligen Kirche.

Fotonachweis: Kathedrale (Foto aus http://www.gh-hoteles.com/), Geri (Foto: Sigi Braunsteiner), Weihrauchfass (Foto: Carsten-Ffm, holidaycheck.de), Urkunde Compostela (Wikipedia)

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