Sonntag, 7. September 2014

Tag der Pfarrgemeinderäte in Großrußbach

Dechanten und Dekanatsvertreter des Vikariats Unter dem Manhartsberg













Am 6. September fand im Bildungshaus Großrußbach ein Tag der Pfarrgemeinderäte statt, wie auch voriges Jahr am Beginn des Arbeitsjahres. Über 400 Pfarrgemeinderäte aus dem Vikariat Nord sind gekommen und verbrachten den Tag gemeinsam mit Bischofsvikar Weihbischof Stephan Turnovszky singend, betend, gemeinsam. Unsere Pfarre war mit Pfarrer, Kaplan, Pastoralassistentin, Pfarrpraktikanten, Pastoralhelferin, Mesnerin, Organisten und Pfarrgemeinderäten stark vertreten.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto Mit Christus auf dem Weg - es drehte sich alles um den Diözesanen Strukturprozess, bzw. wie dieser in unserem Vikariat gelebt wird. Die Vorschläge aller Dekanate dazu waren zu sehen, es gab zusammenfassende Statements zur Statistik (durchschnittliche Größe, Einwohnerzahl, Prister u.s.w. eines eingereichten Pfarrverbandes). Bereits 2/3 der Pfarren haben zu den Vorschlägen Stellung bezogen.

Unser Pfarrer Dechant Markus Beranek, Mitglied der Steuerungsgruppe des Vikariats, hielt ein Plädoyer für Größe der neuen Pfarrverbände (der größte Vorschlag mit 12 Pfarren kam aus dem Dekanat Stockerau). Denn es macht keinen Sinn, nachdem sich die neuen Strukturen etabliert haben und man sich gerade daran gewöhnt hat, wieder über notwendige Zusammenlegungen nachdenken zu müssen. Weiterhin seien große Verbände vorteilhaft, um den immer unterschiedlicheren Lebenssituationen der Menschen nahe sein zu können. Dies ist ein Phänomen unserer Zeit, es gibt nicht mehr die eine Antwort "Volkskirche", die für alle Menschen passt.

Die Buchautorin und Redakteurin Eva Rossmann hielt ein Referat, in dem sie von einer Außensicht (Eigendefinition) die Kirche in der heutigen Zeit betrachtete. Bemerkenswert sei ihr die Diskussionskultur in der Kirche, die man so sonst kaum mehr wo findet. Die Kirche habe bei den Fragen unserer Zeit heute mehr Kompetenz als die Politik. Natürlich kam auch das Thema Frauen in der Kirche, hier sei Gleichberechtigung angesagt, wie sie an einer lustigen Begebenheit zeigen konnte.

Das Hauptreferat von BV Turnovszky lässt sich mit Gott will seiner Kirche eine neue Gestalt geben zusammenfassen. Der außerordentlich klare und strukturierte Vortrag war in fünf Punkte gegliedert.
  • Wie erkenne ich das Anstehen einer Änderung: Nur kurz brachte der Bischofsvikar die schon oft gebrachten Argumente.
  • Warum will Gott eine Änderung: Die Begründungen lassen sich mit dem Satz Kirche wächst mit Kreuz und Auferstehung  beschreiben. Dies kann man auch daran sehen, dass die Bibel außer dem Bericht über das Paradies und dem Hohelied der Liebe nur aus Berichten von Krisen und deren Bewältigung besteht.
  • Was darf bei der Änderung nicht fehlen: Hier unterscheidet BV Turnovszky zwischen dem notwendigen Was und dem notwendigen Wie.
    Zum notwendigen Was gehört eine Kirche der Breite (etwa die besondere Berücksichtigung von Randgruppen, politisches Engagement bei Euthanasie und Flüchtlingspolitik) und eine Kirche der Tiefe (der Neuaufbruch kann nur von Menschen kommen, die sich Zeit für Jesus nehmen) gesehen. Die Kirche muss Antworten haben für die heutigen Pilger (Menschen, die nur auf Zeit mit der Kirche gehen, wie etwa bei einer Taufe) und für Konvertiten (Menschen, die von ganz wo anders zur katholischen Kirche kommen und die jetzt ihren Glauben zu vertiefen suchen).
    Zum notwendigen Wie gehören Hierarchie (Kirche ist göttlichen Ursprungs) und Geschwisterlichkeit (Seht, wie sie einander lieben), zwei Dinge, die sich nicht widersprechen, sondern ergänzen.
  • Was sind die notwendigen Strukturen: Auch BV Turnovsky sieht die Zusammenarbeit im großen Raum und lokale Präsenz. In einer Zeit, in der die Gesellschaft immer mehr zersplittert, ist Zusammenarbeit im großen Raum etwas, was beispielgebend sein kann (neben all den handfesten Argumenten, die angeführt wurden). Und die lokale Präsenz soll bleiben, hier gilt klar das Substitaritätsprinzip (was lokal funktioniert, das wird nicht auf die nächst höhere Ebene gehoben).
  • Wie geht es weiter: Derzeit erfolgt die Verarbeitung der Rückmeldungen, gefolgt von der Dechantenkonferenz.
Hoffentlich gibt es das Referat auch mal im Internet, das Sie dann ohne Eigeninterpretationen, Weglassungen u.s.w lesen können.

Nachdem während des Referats schon das Angelus gemeinsam gebetet wurde, ging es nach dem Referat direkt in die Mittagspause. So war auch Zeit, die Vorschläge der Dekanate im Festsaal anzuschauen.

Am Nachmittag wurden gelungene Projekte vorgestellt, die in die Zukunft weisen. Aus unserem Dekanat Stockerau wurden zwei Projekte vorgestellt. So schaffte es der PGR aus Senning, nachdem kurz hintereinander zweimal der Priester verstarb (nicht der gleiche), mit den Nachbarpfarren gemeinsam einen Plan für die Gottesdienste aufzustellen.

Beim zweiten Projekt handelt es sich um die Trauerbegleitung, die von Sissi Hanke aus der Taufe gehoben wurde. Dafür nimmt sie den Posten eines Dekanats-Pastoralassistenten ein, also Pfarr-übergreifend definiert ist. Bei der Trauerbegleitung kommen auch Kinder aus kirchenfernen Familien und auch muslimische Kinder, das ist für sie alles kein Problem.

Am Schluss gab es eine feierliche Sendungsfeier mit Segen. Bei Wein und Nussbrot klang der Tag dann aus.

Fotos zu dieser Veranstaltung finden Sie hier: ->Fotos auf Facebook.

(fjb)

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