Sonntag, 24. August 2014

Geris Weg am 49. Tag, das ist heute

Die Marke zeigt auf den Ort Aubrac, wo Geri heute abends sein Haupt bettet.
Geri hat schon etwa die Hälfte seines Frankreichweges hintersich und schreibt heute in sein Tagebuch:

"Die Nacht war nicht so toll, denn man konnte kein Fenster aufmachen und so war die Luft sehr schlecht zum Schluss: 6 Lungen kämpften um die letzten Sauerstoffatome! Dafür gab es gutes und ausgiebiges Frühstück! Um 8 ging ich los. Es war irgendwie spannend: wir hatten alle Sechs denselben Weg, aber jeder ging für sich! Am Anfang war es kühl und nebelig, eine Stimmung, die ich liebe! Am Nachmittag ging ich über eine Hochebene, die mich an die Almen in Tirol erinnerte: Lauter Wiesen, Almrausch blüht und immer wieder Felsen und natürlich jede Menge Kühe. Nur war die Alm riesig und es gab keine Berge rundherum. Unterwegs traf ich eine Gruppe Jugendlicher die in die entgegengesetzte Richtung marschierten. Sie sprachen mich an und wollten mir dann weismachen, dass es nach Spanien in die andere Richtung geht, ein netter Haufen! Auch eine Familie mit 4 Kindern traf ich: Keiner trug einen Rucksack, dafür hatte der Vater einen Esel an der Leine und der musste schleppen – ich bin also nicht der einzige Esel, der hier viel schleppt. Auf meinen Rucksack werden ich ständig angesprochen, alle wollen wissen, wie schwer er ist.
Um dreiviertelvier kam ich in Nasbinals an, meinem ursprüngliches Tagesziel, aber es war mir zu früh, also ging ich weiter, nochmals 9 km und 500 Höhenmeter hinauf. Wieder ging es auf eine einer Alm ähnlichen Hochebene (ich bin jetzt auf 1300m Seehöhe). Auf diesem Stück traf ich nur einen Pilger und vier Spaziergänger. Vorher, Nasbinals ist ein Etappenziel, überholte ich 41 Pilger, wobei auch ich während meiner Mittagspause von zwei Burschen überholt wurde, die ich nicht mehr einholte!
In Aubrac machte ich Schluss für heute, ich ging in die Gite, die ist dort in einem alten Turm untergebracht. Ziemlich rustikal, aber für 8.50 Euro passt es".

Hier ein Foto aus Panoramio von der Hochebene, die Geri beschreitet. Es werden wohl keine Narzissen mehr blühen, man kann sich aber die Gegend gut vorstellen.

Mikrofranzösischkurs:
gîte {m} (auch: hébergement, logement, abris)   -  Unterkunft {f}
gîte {m} (auch: camp, couche, dépôt, lit) -  Lager {n}

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