Dienstag, 29. Juli 2014

Gruezi, Geri!

http://www.jakobsweg.ch/
Feldkirch (A) - Wattwil (CH)
Am 23. Tag (heute) wird Geri auf seinem langen Pilgerweg von Stockerau nach Santiago Österreich verlassenund hat nach ein bisschen Lichtenstein schon das dritte von nur fünf zu durchpilgernden Ländern erreicht. Also ist Santiago nur mehr eine Frage der Zeit...


Geri schreibt zum 22. Tag (Montag, 28.7.)
   
"Der Tag begann interessant: Zwei Pilgerinnen waren auch im Quartier und wir genossen gemeinsam das Frühstück. Sie erzählten mir, dass sie etappenweise den österreichischen Teil gehen und im Hospiz am Arlberg übernachten wollten.  Mit Pilgerpass hätte das 30 Euro plus Abendessen und Frühstück gekostet, ohne Pilgerpass 90 Euro ohne Abendessen. Das wäre also nichts für Paul und mich gewesen, denn er hat keinen Pilgerpass (Anm.: seine Tochter Judith und Freund Paul sind ein paar Tage mit Geri gegangen).
Der Tag war zunächst sehr sonnig und so ging ich talwärts, gegen Mittag kamen Wolken auf und gegen Abend wollte ich Quartier machen, um endlich wieder einen trockenen Tag zu erleben, allein ich fand kein Quartier, dann kam der Regen und in Schlins war das einzige Quartier belegt, sie hätten nur im Nachbarort ein Gasthaus gewusst, da hätte ich aber 55 Euro zahlen müssen ...
Also im Regen weiterstapfen.  So bin ich nach Satteins gekommen. Dort war im angegebenen Privatquartier niemand zuhause und so ging ich ins Gasthaus weiter. Dort bekam ich dann doch noch ein Zimmer ....
Dies wird die letzte Nacht in Österreich, morgen verlasse ich über Feldkirch unsere Heimat!"

Hier ist Satteins
Jetzt wird Geri die schwyzerdütsche Sprache erlernen müssen. Hier einige Hinweise für Überlebensnotwendiges aus dem Internet:

Zu den wichtigsten schweizer Wörtern gehören zweifelsohne Beiz und Stange. Wenn du also frisch gezapftes Bier in einem Beisel geniessen möchtest, dann mach dich auf zur nächsten Beiz und bestell eine Stange. Auch beim Essen gibt es einige Feinheiten zu beachten. Im Nüsslisalat (Feldsalat) sind beispielsweise keine Nüsse, Peperoni (Paprika) können bedenkenlos in grossen Mengen verzehrt werden und aus Riebli (Karotten) backen Schweizer feine Kuchen.
Wattwil nach Einsiedeln
Beim Beck (Bäcker) kauft man Gipfeli (Croissants) oder einfach Brötli (Brötchen) und daheim nimmt man ein Mödeli (Stückchen) Anke (Butter) aus dem Kühlschrank. Darüber hinaus gibt es noch Gschwellti (Pellkartoffeln), Rande (Rote Rüben), Mischtchratzerli (Hähnchen) und zum Nachtisch vielleicht ein Glace (Eis). Sofern dann alles auch geschmeckt hat, kannst du auf die Frage der Serviertochter (weibliche Bedienung) 'Isch's guet gsi?' ('Ist es gut gewesen?' im Sinne von 'Hat's geschmeckt?') getrost mit 'ja' antworten.
Mit 'los emoll' wirst du nicht etwa dazu aufgefordert, etwas zu (unter)lassen oder gar zu verlosen, sondern du solltet (zu)hören (losen = hören, zuhören; emoll = einmal). Wirst du hingegen aufgefordert, etwas anzuschauen, heisst es in der Regel 'lueg emoll' (luege = schauen, anschauen). Da kannst du dann doch nur noch stuune (staunen)!


 Alles Gute weiterhin und Gueti Reis!


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