Mittwoch, 11. Juni 2014

1000 Jahre Pfarre Stockerau - die Jahre 1100-1200

Die Autorin mit dem Hl. Stephanus
 Wie versprochen wieder ein Beitrag zu Stockerau durch die Jahrhunderte, diesmal das zweite Jahrhundert des letzten Jahrtausends.

Aus dieser Zeit gibt es keinerlei schriftlichen Aufzeichnungen oder Erzählungen in denen Stockerau erwähnt wird. Anfang des 11. Jhdt. unter der Regierung von Leopold III. herrschten Ruhe und Frieden im Land. Die Menschen konnten arbeiten und ihr Land bewirtschaften und ihre Dörfer und Siedlungen vergrößern. Die Ortschaften vor allem entlang der Donau blühten und gediehen.
Auf diesem großen Fluss, der Donau, herrschte reger Verkehr. Die Donau war der natürliche Hauptverkehrsweg für die Menschen. So auch für die Kreuzfahrer auf ihrem Weg nach Osten in das Heilige Land. Denn dieses Jahrhundert war auch die Zeit der Kreuzzüge. Genauer gesagt des zweiten und dritten Kreuzzuges. Die Ritter zogen mit ihrem Heer an Soldaten entlang der Donau ins Heilige Land um Jerusalem zu erobern.
  • Die Kreuzfahrer wollten Jerusalem, und somit die heiligen Stätten des Christentums, von der islamistischen Herrschaft befreien.
  • Stockerau war ein Dorf  an der Donau gelegen und es ist anzunehmen, dass die Kreuzfahrer auf ihrer Reise ins Heilige Land auch durch Stockerau durchkamen.
  • Hiervon profitierten die Dörfer und ihre Bewohner aber nicht nur. Neben dem florierenden und blühenden Handel kam es auch immer wieder zu Raub und Plünderungen durch die Heerscharen der Kreuzfahrer.
  • 1147 brach König Konrad III. gemeinsam mit dem französischen König Ludwig VII. zum zweiten Kreuzzug nach Jerusalem auf, sie konnten aber keinen Sieg erringen.
  • Im dritten Kreuzzug, angeführt von Philipp II. von Frankreich, Richard I. von England und Kaiser Friedrich I. (Barbarossa), von 1189 bis 1192 sollten die christlichen Kreuzfahrer Jerusalem zurückerobern. 
  • Diesem Kreuzzug schloss sich auch der österreichische Herzog Leopold V. der Tugendhafte an. Nach der Eroberung der Feste Akkon am 12. Juli 1191 ließ der Herzog seine Fahne an einem Burgturm anbringen. König Richard I. war darüber sehr erzürnt und die Fahne wurde abgenommen  und durch den Schmutz gezogen. Herzog Leopold V. ließ daraufhin Richard I. auf dessen Heimreise im Jahr 1192 in Erdberg bei Wien verhaften und hielt ihn auf der Burg Dürnstein gefangen. Erst nach Bezahlung eines Lösegeldes kam er wieder frei. 
  • Eine Sage erzählt auch von dem treuen Sänger Blondel, der auszog um seinen König Richard I. zu finden, indem er von Burg zu Burg zog und des Königs Lieblingslied spielte. Immer wieder  musste er enttäuscht weiterziehen bis er endlich zur Burgfeste Dürnstein kam und er des Königs Stimme hörte, die in das Lied mit einstimmte und sang. 
  • Mit dem Lösegeld der Engländer finanzierte Lopold V. die Gründung der Münze Wien und baute die Wiener Stadtmauer.





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Veröffentlicht in UNSERE STADT – November 2011
Autorin: Gabriele Gruber-Redl
Mit freundlicher Erlaubnis der Stadtamtsdirektorin Dr. Riedler

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