Dienstag, 8. April 2014

1000 Jahre Pfarre Stockerau - die Jahre vorher

Die Autorin Gabriele Gruber-Redl
wird vom Hl. Stephanus begrüßt.
Können Sie sich noch an die Serie Stockerau durch die Jahrhunderte ab Oktober 2011 in unserer Gemeindezeitung "Unsere Stadt" erinnern? Die Leiterin unseres Bezirksmuseums Gabriele Gruber-Redl hat uns die einzelnen "Jahrhunderte" zur Verfügung gestellt, Frau Stadtamtsdirektorin Dr. Riedler die Wiederveröffentlichung erlaubt (Danke beiden!) und wir dachten uns, dass alle paar Wochen ein wenig Geschichte unserer Stadt und damit auch 1000 Jahre Geschichte unserer Pfarre für unsere Leserinnen und Leser hier im Internet von Nutzen sein könnten. Es gibt ja auch viele Leserinnen und Leser unseres online PfarrMagazines weit weg von Stockerau. Also beginnen wir als gute Christen mit Christi Geburt.

Stockerau durch die Jahrhunderte

Jahre 0 – 999 nach Christi Geburt

  • Zu Beginn unserer Zeitrechnung war das nördlich der Donau gelegene Gebiet Grenzland zwischen dem südlich der Donau liegenden und von den Römern beherrschten Königreich „Noricum“ und dem im Norden befindlichen Markomannenreich.
  • Zur Zeit der Völkerwanderung kamen das Volk der Rugier und dann die Langobarden in unser Land.  
  • Vom 6. bis zum 8. Jahrhundert herrschten die Awaren, ein Reiter- und Nomadenvolk aus Zentralasien,  in Mitteleuropa.
  • Die Awaren wurden durch geschicktes Taktieren und Verhandeln und aufgrund ihrer überlegenen Kriegsführung sehr mächtig. Sie waren geschickte Reiter, die mit dem damals in Europa unbekannten Reflexbogen vom Pferd aus in vollem Galopp auch weiter entfernte Ziele treffen konnten. Außerdem geht die Erfindung des Steigbügels auf das Volk der Awaren zurück, mit dem sie eine bessere Standfestigkeit im Sattel hatten. So waren sie ihren Gegnern im Kampf überlegen.
  • Zwischen dem Frankenreich und dem Byzantinischem Reich stellten die Awaren eine große und einflussreiche Macht dar. Sie waren ein wohlhabendes Volk und häuften Reichtum – den sogenannten „Awarenschatz“ – an.
  • Im Sommer 791 beschließt Kaiser Karl der Große gegen die zu mächtig gewordenen Nachbarn – die Awaren – Krieg zu führen. Bis zum Jahr 803 dauert es, bis die Awaren endgültig besiegt sind.
  • Nun gilt es, das Land wieder zu besiedeln. Fränkische und bayrische Kolonisten kommen in die besiegten Gebiete und siedeln sich hier an.
  • Doch zuerst muss das Land entlang der Donau urbar gemacht werden. Die Landschaft nördlich der Donau war geprägt von dichten Auwäldern, einem „Urwald“ ähnlich. Viele kleine Inseln zwischen größeren und kleineren Donau-Nebenflüssen, und eine sich ständig verändernde Landschaft aufgrund des mächtigen und noch gänzlich von der Natur beherrschten Flusses – der Donau – müssen von den neuen Siedlern für Menschen bewohnbar und für Ackerbau und Viehzucht verwendbar gemacht werden. Dies geschieht durch Brandrodung dieses urwaldähnlichen Gebietes.
  • Die „Stocker und Reuter“ kommen hierher und schaffen mit ihrer Arbeit die Grundlage für die ersten Ansiedlungen in Stockerau. Die „Stocker“ graben die nach der Brandrodung übrigbleibenden Baumstämme aus und die „Reuter“ roden das Land und entfernen die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern aus der Erde. Nun kann das Land besiedelt werden und Felder für den Ackerbau und Viehweiden werden von den Menschen angelegt.
  • Noch heute erinnern uns unser Stadtname und unser Stadtwappen an diese erste Zeit: der Name Stockerau an die ersten Siedler – die „Stocker“ – die gemeinsam mit den „Reutern“ das Au-Gebiet bewohnbar machten. Und das Wappen mit der alten Baumwurzel aus der ein neuer junger Baum emporwächst – unser Stockerau.
Veröffentlicht in UNSERE STADT – Oktober 2011

1 Kommentar:

  1. Hochfelsner Karl9. April 2014 um 10:42

    Danke für die Idee und der Freigabe dieser Berichte zur Geschichte unserer Stadt und Pfarre anlässlich des1000 Jahr Jubiläums auf der Pfarrhomepage.

    AntwortenLöschen

Wir freuen uns über jeden Kommentar. Und da wir mit konkreten Menschen kommunizieren wollen, bitten wir Sie, nicht anonym zu kommentieren.