Dienstag, 18. März 2014

Schabbat Schalom

„Begegnung mit dem Judentum“, so lautet eine Schwerpunktreihe im März 2014 mit verschiedenen Themenbereichen, um die Beziehungen zwischen Judentum und Christentum zu pflegen. Im Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit (seit 1956) und im Christlich-jüdischen Informationszentrum (seit 1967) mit Sitz in der Tandelmarktgasse, 1020 Wien, arbeiten Christinnen und Christen verschiedener Konfession sowie Jüdinnen und Juden gleichberechtigt und wertschätzend zusammen.

Die ED Wien hat PGR zu diesen Informationsabenden eingeladen und Dr. W. Weisz, Vizepräsident des Ausschusses, hat von den Gepflogenheiten des Judentums erzählt, eine Einführung in den Synagogengottesdienst gegeben und uns auch anschließend zum Schabbatgottesdienst in die Synagoge in der Seitenstettengasse begleitet.

Als Zeichen, den Schabbat Freitag am Abend zu beginnen bzw. am Samstag am Abend zu beenden beobachtet man den Himmel: sind drei Sterne sichtbar, beginnt bzw. endet der Schabbat.

Aus den Religionsgesezten der Mischna abgeleitet, gibt es 39 Kategorien von Arbeiten die am Schabbat verboten sind. Geht es allerdings um Leben und Gesundheit, fallen diese Gesetzesvorschriften.

Um nur ein Schabbatverbot hervorzuheben, Kochen ist an diesem Tag nicht erlaubt. In der jüdischen Küche gibt es Tscholent, ein variantenreiches Bohneneintopfgericht, eine Speise die vorbereitet und dann warmgehalten werden kann.

Frauen sind nicht verpflichtet am Gottesdienst teilzunehmen, haben sie zuhause doch die Vorbereitungen für das Fest zu treffen. Allerdings am Schabbat die Kerzen zu entzünden, dies hat biblischen Hintergrund, zu Purim die Lesung aus dem Buch Esther und zu Rosch ha Schana und Jom Kippur das Schofarhorn zu hören, das ist auch Pflicht der Frauen.

Zum Gottesdienst in der Synagoge nehmen die Männer ebenerdig, die Frauen auf der Galerie Platz.

Der Vorsteher ggf. Rabbiner singt Psalmen, in einem anderen Lied wird der Sabbat als Braut besungen und bei der letzten Strophe wendet man sich dem Eingang zu, um die „Braut Schabbat“ zu begrüßen. Es folgen das Abendgebet „Schma Israel“, an diesem Abend auch Kaddisch das Gebet der Trauer anlässlich der Jahrzeit von Verstorbenen, kurze Predigtworte von Chaim Eisenberg, Amida und als Abschluß Kiddusch das Segensgebet.

Ein unbedingt interessanter vor allem bereichernder Abend, dem man nur noch folgende Worte von Kardinal König aus dem Jahr 1987 anfügen möchte:
Der christliche Glaube fordert uns vielmehr heraus, immer tiefer die Werte des Judentums zu verstehen, uns der gemeinsamen Wurzel des Glaubens bewusst zu sein...

Monika Böckmann
Sr. Maria Florakova



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