Donnerstag, 20. März 2014

Du gehst ins Kloster?

Sr. Ruth Pucher und Pfarrer Markus Beranek
Du gehst ins Kloster? So lautet die Frage, die Sr. Mag. Ruth Pucher SC am 19. März bei einem Vortrag zum Thema Kirchenperspektiven als Titel wählte. Eine überschaubare Menge an interessierten Besuchern war der Einladung gefolgt. Einige kennen Sr. Pucher bereits, leitet sie doch als ausgebildete Kunsthistorikerin die Ausbildung zum Stockerauer Kirchenführer.

Bei diesem Vortrag sprach sie jedoch über ihren Orden und wie sich das Leben in einem Orden in den letzten Jahrzehnten geändert hat. Denn die Änderungen in der Gesellschaft machen auch vor den Ordensgemeinschaften nicht halt. Ihr Orden, die Missionarinnen Christi, wurde unter dem Eindruck des II. Vatikanischen Konzil gegründet und ist ein moderner Orden. So tragen die Schwestern heute Zivilkleidung (es hängt auch kein Klosterkleid im Schrank) und leben in kleinen Gemeinschaften zusammen.


Vortrag von Sr. Pucher

Nach einer kurzen Vorstellung wurden fünf (fiktive) Frauen präsentiert, von einer Kandidatin bis zu Novizinen. Ihre Lebensgeschichten und Beweggründe einer Ordensgemeinschaft beizutreten waren repräsentativ für die jetzige Zeit (Sr. Pucher konnte aus ihrer Erfahrung bei der Begleitung von Novizinen schöpfen). Das Eintrittsalter ist deutlich gestiegen, fast jede Kandidatin hat eine abgeschlossene Berufsausbildung, die meisten haben sich bereits in einem Beruf bewährt. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Lebenssituationen, lediglich die sozialen Gruppen der Performer

Sr. Pucher inmitten des Zuhörerkreises
(berufliche Überflieger) und Hedonisten (Konsumorientierte)sind nicht vertreten. Somit treten heute fertige, gefestigte Frauen einem Orden bei, während es früher Frauen waren, die oft aus dem Elternhaus kamen.

Dafür ist ein Ordenseintritt heute nicht mehr ein Bruch mit allem, mit dem Elternhaus, dem Freundeskreis, ein neuer Name, etc. Es ist erwünscht diese Bindungen weiter zu pflegen. Auch Freundschaften innerhalb der Ordensgemeinschaft sind heute erwünscht (vor dem Vatikanum sollte dies gegenüber der Beziehung zu Gott soweit in den Hintergrund treten, dass dafür kein Platz war).

Für die ZuhörerInnen war es interessant zu hören, wie das Ordensleben in der heutigen Zeit funktioniert, einige überkommene Ansichten konnten da wohl auf den aktuellen Stand gebracht werden. Einen herzlichen Dank an Sr. Pucher für diese offene Darstellung aus ihrer Lebenswelt!

(fjb)

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