Sonntag, 16. Februar 2014

Kahlschlag

Bild H.-J. Sydow (Wikipedia)
Haben Sie den Artikel im Kurier vielleicht gelesen, wo die Strukturreform, an der gerade in unserer Erzdiözese gearbeitet wird, als "Kahlschlag" getitelt wird? Hier gibt es dazu eine Stellungnahme der Kirche:

Der "Kurier" schreibt in der Printausgabe vom 14. Februar von einem "Kahlschlag" bei den Pfarren der Erzdiözese Wien. Was ist da dran?

Prüller-Jagenteufel: Das ist ein ziemlicher Unsinn. Zugesperrt wird keine einzige Pfarre. Im Rahmen des diözesanen Erneuerungsprozesses werden zwar Pfarren zusammengelegt. Aber dort wo eine lebendige katholische Gemeinde besteht, wird es die auch weiterhin geben. Auch wenn eine Kirche dann nicht mehr Pfarrkirche, sondern "nur" eine unter mehreren Kirchen im Pfarrgebiet ist, soll sie weiter als Kirche erhalten bleiben und genützt werden. Vor allem in der Großstadt wird es aber Fälle geben, wo die Dichte an Kirchengebäuden in einer neugebildeten Pfarre zu groß ist und die Mittel nicht ausreichen, um alle zu erhalten. Dann kann es auch sein, dass gelegentlich ein Kirchengebäude abgegeben wird. Das wird aber sicher kein Kahlschlag sein, sondern bestenfalls eine Auslichtung. Ein Beispiel: In unserem Pilotprojekt im 15. Wiener Gemeindebezirk, gibt es derzeit sieben Pfarren. Sie werden sich zu zwei neuen Pfarren zusammenschließen. Dann werden von den jetzt sieben Pfarrkirchen dieses Dekanats nur mehr zwei Pfarrkirchen im engeren Sinn sein. Von den anderen fünf Kirchen werden vier weiterhin Kirchen mit Gottesdiensten, Sonntagsmesse usw. sein. Nur bei einer einzigen von ihnen gibt es konkrete Schritte, sie an eine andere christliche Konfession zu übergeben, wobei auch dort eine Kapelle für die katholische Gemeinde erhalten bleibt. Derzeit gibt es drei solche Fälle, alle in der Stadt Wien, wo es mehr als 250 Kirchen gibt.

Das ganze Interview mit Veronika Prüller-Jagenteufel, der Leiterin des Pastoralamtes, können Sie hier auf den Seiten der Erzdiözese lesen.

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