Sonntag, 29. Dezember 2013

Familienfest

Alois Fischer (Foto: Flandorfer)
Heute feiert die Kirche und wir mit ihr den Sonntag der Hl. Familie. Pastoralassistent Alois Fischer trat dazu bei der Halbzehnuhrmesse ans Predigerpult und verglich unser romantisches Familienbild der Hl. Familie mit Maria. Josef und dem Jesuskind mit dem, was uns die Bibel an kargen Fakten vermittelt.
Der Stall mit dem Kind in der Futterkrippe der Tiere und der ungebildetsten Bevölkerungsschicht, den Hirten, als erste Besucher. Der Besuch der Sterndeuter aus dem Osten, die als Zauberer keinen wirklich guten Ruf hatten. Die  Flucht nach Ägypten nach dem Abgang der drei Sterndeuter (der Inhalt der heutigen Lesung) mit einer Minimalentfernung quer durch die Wüste von 350 km (zu einem "nahen" Ort am heutigen Suezkanal als Beispiel) mit einem Säugling und einer Frau sozusagen im Wochenbett (sicher mehr als 14 Tage Marsch). Und eine Flucht wegen einer realistischen Morddrohung an einem mißverstandenen "Königskind". Alles keine im Übermaß romantischen Vorstellungen.
So war es nicht immer...
Mit 12 Jahren müssen die Eltern in einer großen Stadt drei Tage - das ist lang - den Sohn suchen und alles was  gesprochen wird, wenn sie ihn finden,  ist das: Mutter: «Kind, warum hast du uns das getan? Sieh mal, dein Vater und ich, wir haben dich schmerzlich gesucht.» Sohn:  «Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich unter denen sein muss, die zu meinem Vater gehören?» Und die Eltern haben gar nichts verstanden. Wir hätten auch nichts verstanden.
Oder ein  paar Jahre später bei der Hochzeit in Kanaa. Der Wein geht den Einladenden aus. Die Mutter sagt das ihrem Sohn und glaubt, dass er aus dieser peinlichen Situation helfen könnte. Alles, was an Antwort des lieben Sohnes überliefert ist, ist -  Sohn: «Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen ». Er hat dann bekanntlich doch was gemacht, aber die Antwort war nicht mit dem obigen Bild der Heiligen Familie kompatibel.
Also die Botschaft ist doch beruhigend für uns: ein realistisches Familienbild mit vielen Sorgen, aufmüpfigen Kindern und Eltern, die nicht verstehen, was wirklich in ihren Kindern vorgeht. Und doch eine Familie, in der ein Großer heranwächst, der, um uns Menschen zu retten, vom Himmel herabgestiegen und ein normaler Mensch geworden ist. Und das feiern wir ja dieser Tage.

Und auch, wenn Sie nie die Webseite der Erzdiözese besuchen, dann machen Sie heute eine Ausnahme und lesen Sie, was Papst Franziskus über die Familie sagt. Auf der Seite gibt es auch ein vom Papst geschriebenes Familiengebet.

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