Dienstag, 17. Dezember 2013

Auch das kann Weihnachten sein

Schwester Mercy
Über unser Kloster haben wir einen ganz aktuellen Brief unserer Projektpartnerinnen Schwester Veronika und Schwester Mercy, die am Sonntag der Weltkirche bei uns in der Pfarrkirche war, aus dem Südsudan (der Konvent der Schwestern ist in der Stadt Yei)  bekommen, der uns sehr konkret kurz vor Weihnachten vor Augen führt, wie gut es uns im friedlichen und reichen Europa geht. Dort im jungen Land Südsudan ist der Weihnachtsfriede - auch für die Ordensschwestern, die dort ihren wichtigen Dienst tun - weit weg. Auch unsere Medien haben ein wenig darüber berichtet. Doch lesen Sie selbst:



Yei, 17.12.2013

Liebe Schwestern und Freunde!
Liebe Grüße vom Süd Sudan!

Danke für euer Gebet, betet weiterhin für uns.
Von hier (Yei) kommt der Brief
Momentan ist die Lage in der Hauptstadt Juba nicht gut. Seit gestern Abend bis heute Nachmittag hat der ex-Vize Präsident einen Putsch-Versuch gemacht, um Präsident Savakirr zu entmachten, was ihm nicht gelungen ist. Viele Menschen wurden durch Schüsse verwundet. Viele Menschen - ca. 10.000 - nahmen Zuflucht im Flughafen  und ungefähr 5.000 in der Kathedrale in Juba, während viele andere zur UN Botschaft flüchteten. Einige Leute, die wir kennen, riefen telefonisch bei uns an - von ihren Verstecken im Busch aus -, wo sie die Nacht verbringen mussten.
Ihr habt die Geschehnisse hier vielleicht auf TV gesehen. Die Situation wird langsam besser, aber die Leute sind skeptisch, was noch passieren könnte. Sr. Mary Stella SSpS war ein paar Tage hier zu Besuch vor ihrer Rückkehr nach Indien und wollte heute morgen mit P. Joseph und Br. Plasido nach Juba, wurden aber aufgehalten und mussten zur SVD Kommunität in Lainya zurückkehren und dort warten, bis die Straße wieder freigegeben wird.
Hier in Yei war es ruhig, aber heute ungefähr 4 Uhr Nachmittag hörten wir einen Streit zwischen einem Soldaten und Leuten von zwei Stämmen. Während des Streits schoss er auf einige Menschen, was Panik und Unruhe auslöste. Plötzlich fingen Leute an zu laufen und wir schlossen auch unser Büro und gingen zum Konvent zurück, während wir versuchten die Lage um uns herum durch Telefonate zu erkunden. Der Bischof schickte seinen Generalsekretär, um uns die Lage zu erklären und uns zu versichern, dass sie uns bei Gefahr sofort verständigen.  Infolge dieser Geschehnisse wurde ein Ausgangsverbot verhängt und die Leute bleiben daheim, so ist es sehr ruhig zurzeit.
Wie wir vor dem Referendum beraten wurden, haben wir jetzt immer eine Tasche mit Pass, etwas Geld und Grundbedürfnissen bei uns, für den Fall, dass wir plötzlich fliehen müssen - in den Busch oder über die Grenze. Wir beten, dass dies nicht passiert. Wir müssen aber vorbereitet sein, falls wir getrennt werden und jede für sich sorgen muss.
Danke

Sr. Mercy, Sr. Veronika  und Kommunität

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