Donnerstag, 14. November 2013

Spenden für Südindien

Unser Arbeitskreis Weltkirche hat beschlossen, aus seinen gesammelten Spendengeldern auch ein Projekt in Südindien mit einer einmaligen "Not-Hilfe" von 500.- € zu unterstützen. Der Projektträger ist der "KPMC Trust Eden Valley", wobei KPMC für "Kallivayalil Pappen Memorial Charitable Trust" steht, einer Wohltätigkeitsorganisation der Diözese Kanjirappally. Walter Pusch, der Leiter dieses Arbeitskreises hat uns dazu folgende sehr persönliche eMail mit dem Notruf der Projektpartnerin Silvia Reicher zur Information geschickt. Das Bild links ist der Rechnungskopf einer der Bestätigungen, was im Projekt - auch vom Stockerauer Geld - bezahlt wurde. Herzlichen Dank all denen, die unseren Arbeitskreis Weltkirche für die vielen Projekte regelmäßig oder anlassbezogen unterstützen.
Hier ist der Ort in Indien

Von: Silvia Reicher
Gesendet: Dienstag, 03. September 2013 20:10
Betreff: Kompetenzzentrum für ökologisch nachhaltige Landwirtschaft - KPMC Trust Eden Valley

Liebe Freunde und Bekannte,
wie die meisten von euch wissen, habe ich mich vor ein paar Tagen auf die Reise nach Südindien begeben. Am 24. August bin ich in den zu den Westghats zählenden Bergen Keralas angekommen. Die Facebook-Freunde unter euch kennen schon das eine oder andere Foto oder Kommentar.  Kerala’s Tourismusbüro wirbt mit dem Slogan „Gods own Country - Gottes eigenes Land“ und ich kann euch bestätigen, was die da sagen stimmt. Es ist wirklich wunderbar hier.
 Mein Gastgeber KPMC Trust ist eine 1978 von der Diözese Kanjirappally gegründete Non-Profit Organisation im Distrikt Kottayam. KPMC Trust Eden Valley ist ein Kompetenzzentrum für ökologisch nachhaltige Landwirtschaft. Mit Trainings sollen die Einkommensmöglichkeiten für Klein- und Kleinstbauern, die weniger als 2 ha Land zur Verfügung haben, verbessert werden. Ein besonderes  Augenmerk wird dabei auf die nachhaltige Boden- und Wassernutzung gelegt. Im Februar 2013 wurde das Ausbildungszentrum in Betrieb genommen. Vor Beginn der Monsunzeit konnten bereits erfolgreich Trainings abgehalten, mit regionalen staatlichen Stellen Partnerschaften eingegangen und der Seminarplan für die kommenden Monate aufgrund der Bedürfnisse der bisherigen Teilnehmerinnen modifiziert und erweitert werden. Damit die mehrtägigen Seminare nicht nur eine theoretische Übung bleiben, war es das Ansinnen der handelnden Personen, allen voran Father Sebastian Panachikkal, einen Musterbauernhof (Model Units) einzurichten.
Vor Beginn der Monsunzeit wurde mit den verfügbaren Spendengeldern und sehr viel Engagement und Herzblut begonnen, diese Model Units  aufzubauen. Einige Arbeiten konnten wegen fehlender finanzieller Mittel – auch bei der Spendenfreudigkeit ist die Wirtschaftskrise spürbar - nicht mehr rechtzeitig abgeschlossen, andere erst gar nicht begonnen werden. Die heftigen Regenfälle, die heuer auch noch länger andauerten, haben das ihre dazu beigetragen, die finanzielle Situation weiter zu verschärfen.

Heute habe ich eine Aufstellung der überfälligen Rechnungen begonnen, überschlagsmäßig sind das ca. EUR 2.000,-- bis 2.500,--. Das Bankkonto bei der South India Bank weist per heute ein Guthaben von etwa EUR 1.500,-- auf. Nachdem die finanzielle Lage relativ prekär ist, hat der Direktor heute Morgen die Mitarbeiter darüber informiert, dass ein Fortbestehen in der derzeitigen Form nicht gesichert ist und sieben oder acht Taglöhnern mitgeteilt, dass sie am Montag nicht zu kommen brauchen, weil wir sie nicht bezahlen können. Bei den fix angestellten Mitarbeiterinnen hat das große Irritationen ausgelöst und sind auch sie jetzt total verunsichert.

Jedenfalls sitze ich jetzt hier und überlege, wie wir dieses Loch stopfen können ohne ein weiteres anderswo aufzureißen. Ich gebe zu, es ist mir nicht leicht gefallen, mich hinzusetzen und euch unsere Situation zu schildern, nein, es hat mich sogar Überwindung gekostet, diese Zeilen zu schreiben. Letztendlich hat aber der Wunsch gesiegt, den Leuten hier zu helfen. Meine finanziellen Mittel sind enden wollend und bereits eingerechnet. Vielleicht ist euch ja vom Urlaubsgeld noch der eine oder andere Euro übrig geblieben oder ihr verzichtet im noch bevorstehenden auf den einen oder anderen Cocktail …. Jedenfalls kann ich euch versichern, dass euer Geld (auch wenn die Spende für Privatpersonen steuerlich nicht absetzbar ist) gut angelegt ist, wenn ihr es uns zur Verfügung stellt. Ich bürge mit meinem Gewissen für die zweckgebundene Verwendung.

Liebe Grüße aus Kanjirappally
Silvia Reicher

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