Sonntag, 24. November 2013

König an trüben Novembertagen

Heute feiert die Katholische Kirche das Fest Christkönig - Christus unser König, für viele heute ein schwer verständliches Bild, obwohl das Fest noch keine 100 Jahre alt ist. Es wurde nach dem ersten Weltkrieg eingeführt und war dann für die christliche Jugend ein absichtlich gegen den nationalsozialistischen Führerkult gefeiertes Fest mit Fahnen und Wimpeln. Zu unserer heutigen Festmesse marschierten unsere 5 neuen Ministranten ohne Fahnen und Wimplen, nur hinter dem Vortrag-Kreuz, in voller Besetzung auf. Kaplan Tomasz, der die Messe feierte, war sichtlich stolz auf seine Minis und so wurden sie auch von den Kirchenbesuchern fest beklatscht.

Kaplan Tomasz predigte  über den "König" Christus, der uns am letzten Sonntag des Kirchenjahres so gar nicht königlich im Evangelium erscheint. Denn es ist die Szene (Text siehe weiter unten), wo Jesus am Kreuz hängt, über ihm das Taferl  "König der Juden", neben ihm die beiden gekreuzigten Verbrecher. Dem einen sagt er zu: "Heute noch wirst du bei mir im Paradiese sein". Das kann wohl nur einer sagen, der Macht hat und der nicht mit dem Tod am Kreuz endet, ein König der Herzen und einer anderen Welt. Aber, so Tomasz weiter, Christus hat auch jeden von uns zu Königen gemacht, zu Königen, Propheten und Priestern. Jeder kann "seelsorgen", wie ein Priester, jede kann im Alltag ihren Glauben bekennen, wie eine Prophetin, und jeder und jede hat Verantwortung für die Kirche, so wie eine Königin oder ein König Verantwortung für sein Volk trägt. Und Kaplan Tomasz meinte am Schluß: "Nehmen wir diese Verantwortung wahr, nur so können wir mit Macht die Welt verändern - mit der Macht der Liebe".

Schön gesagt.


Ein Teil des königlichen Gefolges beim Auszug








Und in der Sakristei bei der Rückkehr ins bürgerliche Leben.







Das Evangelium von heute zum Nachlesen:

Evangelium nach Lukas 23,35-43.
In jener Zeit verlachten die führenden Männer des Volkes ihn und sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist.  Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst! Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden. Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

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