Donnerstag, 7. November 2013

Kardinal Schönborn zum "Familien-Fragebogen"

Gerade ist die ZiB 2 mit Kardinal Schönborn als Studiogast gelaufen. Das Leitthema war der aktuelle Familien-Fragebogen. Papst Franziskus hat den Fragebogen herausgegeben, um zu erfahren, was die Menschen über Ehe, Familie und anderen Formen des Zusammenlebens denken und wie sie leben. Ungewöhnlich und typisch Franziskus, dass der Fragebogen vom Vatikan sofort im Wortlaut ins Internet gestellt wurde.

Kardinal Schönborn sinngemäß: "Was die Bischöfe in dieser Frage denken, weiß der Papst bereits. Jetzt will er wissen, was das Volk Gottes darüber denkt und wie es lebt." Dies ist keine direkte Befragung der Menschen durch den Papst (also kein direktes "Internet-Voting"), sondern die Bischöfe der Welt sollen die Antworten auf einer breiten Basis der Erhebung kanalisieren und dem Papst berichten. Diese Befragung muss man als Vorbereitung zur Bischofssynode zu diesem Thema verstehen: der erste Teil wird nächstes Jahr stattfinden, der zweite Teil ein Jahr später.

Wie komplex und vielfältig sich dieses Thema in der heutigen Zeit darstellt, ist aus dem einleitenden Text zur Befragung zu sehen:
Unter den zahlreichen neuen Situationen, die die Aufmerksamkeit und den pastoralen Einsatz der Kirche erfordern, möge es genügen, an folgende zu erinnern:
  • konfessionsverschiedene oder interreligiöse Ehen; 
  • Familien mit nur einem Elternteil; 
  • Polygamie; 
  • arrangierte Ehen mit dem daraus folgenden Problem der Mitgift, der manchmal als Kaufpreis der Braut verstanden wird; 
  • das Kastensystem; 
  • die Kultur des nicht verpflichtenden Ehebandes und der angenommenen Instabilität dieses Bandes; 
  • Formen des der Kirche feindlich gesinnten Feminismus; 
  • Phänomene der Migration und Neuformulierung des Begriffs der Familie; 
  • relativistischer Pluralismus im Eheverständnis; 
  • Einfluss der Medien auf die Volkskultur im Hinblick auf das Verständnis von Ehe und Familienleben;
  • die Dauerhaftigkeit und Treue des Ehebundes entwertende Denkströmungen, die einzelnen Gesetzesvorschlägen zugrunde liegen;
  • Verbreitung des Phänomens der Leihmütter; 
  • neue Interpretationen der Menschenrechte.

Den vollständigen Text zur Befragung finden sie im Internet ->hier oder ->hier (die eigentlichen Fragen beginnen mit Teil III). Siehe auch den ->Artikel dazu auf der Seite der Erzdiözese Wien.

(fjb)

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