Freitag, 29. November 2013

Adventimpuls - 1. Woche

1. Adventswoche (1.-7.12.)
Was hat wohl der Esel gedacht
in der Heiligen Nacht, 
als er plötzlich die Fremden sah im Stall? 
Vielleicht hat er Mitleid verspürt, 
hat das Bild ihn gerührt, 
und er rückte zur Seite, sehr sozial. 
Vielleicht aber packte ihn die Empörung. 
Welch eine nächtliche Ruhestörung! 
Kaum schlafe ich Esel mal ein, 
schon kommen hier Leute herein.

Was denke ich mir, wenn ich fremden Menschen begegne? Habe ich mich selbst schon einmal fremd gefühlt und wie war das? Wo finde ich mich zwischen Mitleid, Empörung und Ruhestörung?

Jes 2, 1-5 „Viele Nationen machen sich auf den Weg und sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn… Er zeige uns seine Wege… Man zieht nicht mehr das Schwert und übt nicht mehr für den Krieg.


(Foto: Flandorfer, Stockerauer Weihnachtskrippe)

Die Steyler Schwestern gestalten für die heurige Adventzeit interessante Impulse. Wir werden Sie Ihnen jeweils am Freitag oder Samstag vor der jeweiligen Adventwoche hier bringen. Hier ist der erste Impuls. Weiter unten gibt es den Brief zu dieser Aktion.


Liebe Steyler Freundinnen und Freunde!
Weltweit waren im letzten Jahr insgesamt 45,2 Millionen Menschen auf der Flucht: 15,4 Millionen Flüchtlinge, 28,8 Millionen Binnenvertriebene und fast eine Million Asylsuchende. Zwischen reichen und armen Ländern ist ein immer größer werdender Unterschied zu beobachten: 81 Prozent, also rund 38 Millionen Flüchtlinge leben in Entwicklungsländern (UNHCR-Bericht 2012).
140 von ihnen leben beispielsweise im Missionshaus der Steyler Missionare St. Gabriel bei Wien. In unserer eigenen näheren oder weiteren Umgebung ziemlich sicher auch einige….
Die Bibel berichtet in vielfältigen Zusammenhängen von Fremdsein, Flucht und Emigration. Angefangen bei Abraham bis hinauf zu Jesus hören wir davon, dass Menschen aufbrechen, ihre Heimat verlassen und in die Fremde ziehen (müssen), immer in der Hoffnung auf ein besseres, friedlicheres Leben. Eines ist ihnen allen gemeinsam: Gott erweist sich als einer, der mitgeht (als Immanuel) und als einer, der sich besonders der Fremden annimmt. Schon das Volk Israel wird dazu angehalten, „die Fremden nicht zu unterdrücken, sondern sie zu lieben wie man seinesgleichen liebt“ (vgl. Lev 19,33f.).
In der bedrückenden Situation, die heute Flüchtlinge, Asylsuchende und Fremde in nahezu allen Ländern der Erde erleben, sind wir als Christinnen und Christen besonders herausgefordert, konkret Antwort zu geben. Im Advent gibt es bei uns – wie in anderen Kulturen auch – den Brauch der Herbergssuche: Gott steht als fremder Mensch vor unserer Tür und klopft an. Wenn wir uns wirklich auf das Geheimnis von Weihnachten einlassen, heißt das, unsere Türen zu öffnen für die Fremden, weil Gott gerade im Fremden und Unerwarteten zu uns kommt.
Der diesjährige Adventimpuls greift ein alternatives Weihnachtslied des deutschen Liedermachers Manfred Siebald auf. In der Gestalt des Esels an der Krippe werden wir selbst angefragt, wie wir es mit den Fremden halten. Die biblische Botschaft dazu kommt aus dem Prophetenbuch Jesaja, das wir in den Lesungen an den Adventsonntagen hören.
Damit wünschen wir euch eine gesegnete und ganz konkrete Vorbereitung auf das Fest der Menschwerdung!

Postulantin Christina Blätterbinder und
Sr. Hemma Jaschke SSpS, Wien (www.ssps.at)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wir freuen uns über jeden Kommentar. Und da wir mit konkreten Menschen kommunizieren wollen, bitten wir Sie, nicht anonym zu kommentieren.