Donnerstag, 24. Oktober 2013

Mehr zu den Hör-Wegen am Freitag

Wie schon berichtet, findet am Freitag, 25. Oktober um 20 Uhr wieder ein Hör-Weg zu Gott in unserer Pfarrkirche statt. Herbert Lauermann hat uns zur Vorbereitung eine Einführung zur ausgewählten Musik geschickt. Kommen Sie und hören Sie sich diesen innovativen Abend im meditativen Kirchenraum an.  Hier ist der link zum Programm.

G. Depardieu  als Marais im Film
Marin Marais (1656-1728)

Les Voix Humaines
(Menschliche Stimmen)
aus den Pièces de viole für 1 bis 2 Gamben
2.Buch (1701)


Marin Marais wurde als Sohn des Schuhmachers Vincent Marais in bescheidenen Verhältnissen in Paris geboren. Wahrscheinlich hatte Marais schon als Schüler das Spiel auf der Viola da gamba, eines, dem Cello ähnlichen Streichinstruments, erlernt und wurde ab 1672 von dem berühmtesten Gambenspieler seiner Zeit, Monsieur de Sainte-Colombe, unterrichtet.
Über Marais’ Unterricht bei Sainte-Colombe schrieb man: „Bekanntlich war Sainte-Colombe Marais Lehrer; doch als er nach sechs Monaten bemerkte, dass sein Schüler ihn übertreffen könnte, sagte er ihm, er könne ihm nichts mehr beibringen. Marais, der die Gambe leidenschaftlich liebte, wollte jedoch vom Wissen des Meisters weiterhin profitieren, um sich auf dem Instrument zu vervollkommnen; da er Zutritt zu seinem Haus hatte, nutzte er die Zeit im Sommer, wenn Sainte-Colombe in seinem Garten war und sich in einer kleinen Holzhütte einschloss, die er sich in den Ästen eines Maulbeerbaumes errichtet hatte, um dort ruhiger und angenehmer Gambe spielen zu können. Marais schlich sich unter diese Hütte; er hörte dort seinen Lehrer und lernte so von seiner Kunst.....“

Ab 1676 spielte Marais auch in der Kapelle von König Ludwig XIV.; Jean-Baptiste Lully, dessen Hofkapellmeister, hatte seine Aufnahme befürwortet.
Von Lully hochgeschätzt, war Marais auch später an den Aufführungen aller großen Opern Lullys beteiligt und vertrat Lully sogar als Dirigent. Marais hat sich als Kompositionsschüler Lullys betrachtet und ihm voller Dankbarkeit den 1. Band seiner Pièces de viole (1686) gewidmet.
1679 wurde Marais Sologambist der Königlichen Kammermusik. Es gehörte zu seinen Aufgaben, dem König regelmäßig auf der Gambe vorzuspielen. 1685 wurde er Mitglied im Orchester der Académie royale de musique.

In dieser Zeit verbreitete sich der Ruhm Marais als hervorragender Gambist und Komponist.
1686 gab Marais sein Debüt als Hofkomponist in Versailles. Auf Empfehlung des Königs wurde Marais 1705 zum Leiter des Orchesters der Académie royale de musique ernannt.
Im Alter zog sich Marais immer mehr zurück und widmete sich vor allem der Herausgabe seiner Werke.
Das dunkle, ernst-besinnliche Stück „Les Voix Humaines“ ist der vorletzte Teil der 3.Suite aus dem 2. Buch seiner Pièces de viole (Stücke für Viola da Gamba) aus dem Jahr 1701.
Marin Marais ist auch die zentrale Figur des berühmten Films Die siebente Saite (1991) von Alain Corneau, dargestellt von Gérard Depardieu.

Zum Einhören ein Stück von Marais aus Youtube.

(Foto: Film - die siebente Saite)

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