Donnerstag, 17. Oktober 2013

Das Baby ist ein Jahr alt

Am Mittwoch, dem 17. Oktober 2012 erschien der erste Artikel in diesem online Pfarrmagazin, das Franz Bauer und ich damals in die Welt gesetzt hatten.


454 Artikel gibt es bis heute in diesem Weblog der Pfarre Stockerau, das sind 1,2 pro Tag. 30.218 Mal wurden die Seiten aufgerufen. Das sind 83 Aufrufe pro Tag. An geschäftigen Tagen waren es auch über 200 Zugriffe. Sicher eine gute Gelegenheit für mich persönlich, darüber gemeinsam mit Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser zu sinnieren.

Die Idee

Die ursprüngliche Idee war, die langen Zeiträume von 3 Monaten, in denen das Pfarrblatt ein wenig über das Leben unserer Pfarrgemeinde berichtet, mit aktuellen Meldungen zu füllen, Schnellbahnfahrerinnen und Wartezimmersitzern neben den Millionen Quellen auch etwas aus dem katholischen Stockerau auf ihrem Smartphone gut lesbar anzubieten, mit einem wesentlich einfacheren Werkzeug eine Gruppe von Autorinnen und Autoren aus der Pfarre anzulocken und auch in einen Dialog mit den Lesern zu treten, indem die Artikel und Kommentare im Weblog und in social media Plattformen wie Google+  kommentiert werden können.

Was ist gelungen? 

Für ein lokales Medium ist die Zahl der Leserinnen und Leser gar nicht schlecht. Was erstaunt ist der relativ große Anteil (ca. 20-25%) der nicht österreichischen Zugriffe. Die Anzahl von Vereinen, Parteien und mit einer Pfarre vergleichbaren Organisationen in Stockerau, die so ein Weblogs mit Beiträgen über ihre Gemeinschaft bieten, ist auch für Einarmige abzählbar. Daher ist schon ein wenig Pionierarbeit bezogen auf unser Stockerau getan worden.
Schnellbahnfahrerinnen und Wartezimmersitzer, die ihr schnuckeliges Smartphone oder ein Tablet zum Lesen nützen, liegen noch immer bei mageren 10%, was auch auf die Alterstruktur unseres Publikums rückschließen lässt. Die "Digital Natives - die Netz-Ur-Bewohner" interessiert unser Angebot eher nicht. Hier heißt es nachzudenken, wie man das ändern kann.
Der Verlockung, als Autor aufzutreten, haben doch die meisten widerstehen können. Abgezählt gibt es 3 Autoren: mich selber, Franz Bauer und in kleinen Dosen Geri Braunsteiner. Allerdings gibt es doch einige, auch abzählbare Zulieferantinnen und Zulieferanten von Inhalten (Texte und Fotos), bei denen wir Autoren der Mini-Redaktion  uns besonders herzlich bedanken möchten. Bitte weitermachen.
79 Kommentare im Jahr von etwa in Summe 15 verschiedenen, teilweise anonymen Menschen zeugen von nicht übertriebener Lust am Dialog. Es liegt aber sicher auch daran, dass nur wenige Artikel oder Kommentare zu Artikeln inhaltlich zu großen Diskussionen herausfordern. Auch das ist ein Thema zum Nachdenken.

Das klingt frustriert? 

Ist es aber nicht, sondern es macht mir persönlich viel Freude, Ihnen die Pfarre und das, was sie bewegt, und damit (hoffentlich!) ein Stück Evangelium  nahezubringen. Aber es kann nur ein Anfang sein, denn die Welt des Netzes, die Teil unserer Welt ist,  ist schon viel weiter. Viele hundert Jahre - es ist aber schon lange her - hat die Kirche an der vordersten Front der damaligen "Technologie" mitgemischt, um ihr Anliegen in die Welt hinauszutragen, denken Sie an die Pioniertaten der Klöster oder an den Buchdruck. Die Kirche hätte auch 1990 in jedem Pfarrhof  flächendeckend Internetcafes einrichten können und fest ein Bestandteil der Netzwelt und ein Treffpunkt der NetzbürgerInnen von Anbeginn sein können, aber von solchen "verrückten Ideen" war sie weit weg - und ist sie auch heute, auch wenn es schöne Internetseiten der Diözesen und vereinzelt katholische und evangelische Freaks gibt.
Das Aggiornamiento - die Anpassung der Kirche an die Welt von Heute-, das Johannes XXIII ins Konzil hineingetragen hat, ist ein kompliziertes Unterfangen, aber es wird schon.

Was könnte die Zukunft bringen? 

Ich bin sicher, dass dieses Thema des Dialoges mit den Netzbürgerinnen und -bürgern auch Inhalt des Gemeinde-Erneuerungs-Projektes sein wird. Unsere traditionelle Homepage ist auch schon in die Jahre gekommen und ist viel zu umfangreich, daher schwer zu warten und im wesentlichen statisch. Überlegungen zu Neuerungen diskutieren wir schon. Eine Google+ Seite der Pfarre gibt es bereits, die automatisch die Artikel des Weblogs zeigt,  und es gibt auch 136 Leute und Pfarren, die unseren Informationen über diese Platform folgen bis zu einem Missionar in Bolivien. Einen sehr lebendigen Auftritt in Facebook gibt es von unserer Katholischen Jugend und von Zeit zu Zeit poste ich Hinweise auf interessante Artikel und Veranstaltungen z.B. in der Facebook Seite "Zuhause in Stockerau", die immerhin 1756 Leuten "gefällt". Von der Nutzung von interaktivem Video, z.B. als Übertragung von Gottesdiensten aller Art oder als Erweiterung von Diskussionsveranstaltungen, wie unser "fragwürdig" - wie es aufwandsarm z.B. als Hangout on Air bereits vielfach "draussen in der Welt" verwendet wird, sind wir noch weit weg. Und vieles andere könnte man auch angehen, um unsere Stimme der Verkündigung zu verstärken.

Vielleicht braucht unsere Kirche auch einen neuen Franziskus? Zu Franziskus sagte Gott:  "Baue meine Kirche wieder auf". Franziskus hat damals Ziegel und Mörtel genommen und die Kirche in Assisi renoviert, bis er gemerkt hat, dass da eine andere, nämlich die Kirche von damals im übertragenen Sinn gemeint war und das kann heute auch die Kirche in der Welt sein, die durch neue Technologien sehr verändert und erweitert ist, und wo noch einiges für den Kirchenbau möglich ist.

Und so lohnt es sich, sich auch als Pensionist dieser Themen anzunehmen. Und das mache ich mit großer Freude. Zeit braucht man nämlich auch dafür, um ein erst einjähriges plapperndes Baby zu einem Volksschulkind zu "erziehen".

 (Bild Torte: www.wir-in-weinaehr.de)

PS.: Sie haben bestimmt bemerkt, dass es unterschiedliche Autoren bei den Artikeln gibt (siehe "Eingestellt von ..."). Ein Artikel  von "Katholische Pfarre Stockerau" versucht, als Pfarre zu sprechen, und wird von verschiedenen Autoren verfasst. Ein Artikel, der wie dieser mit dem Namen eines Menschen gezeichnet ist, ist die persönliche Meinung des Autors.

1 Kommentar:

  1. Herzlichen Glückwunsch zum 1. Geburtstag! Die Pfarrhomepage gibt es ja schon seit vielen Jahren, aber die Seite "online Pfarrmagazin" eben erst seit einem Jahr. Danke allen die diese Informationsseite so Aktuell halten! Es zeigt von einem aktiven Leben in unserer Pfarre und darüber hinaus gibt es immer wieder noch Beiträge aus der Weltkirche. Die Besucherzahlen machen Freude!
    Danke. Karl Hochfelsner

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